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Die Verwirrungen des Zöglings ...

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

von Robert Musil (buch)

Der junge Törless, Sohn eines Hofrats, tritt in ein altehrwürdiges Konviktein, in dem die Sprösslinge der oberen Familien des Landes auf den Militär-oder Staatsdienst vorbereitet werden. Das Zusammenleben der Schüler istvon pubertären Nöten und homoerotischen Beziehungen ... weiterlesen
  • buch.ch-Verkaufsrang:16.635
  • ISBN-10:3-499-10300-1
  • EAN:9783499103001
  • Erscheinungstermin:März 1997
  • Verlag:Rowohlt Taschenbuch
  • Einband:Taschenbuch
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  • Sprache:Deutsch
  • Auflage:60. Auflage
  • Seiten:208
  • Gewicht:172 g
  • Reihe:rororo Taschenbücher

Kurzbeschreibung:

Der junge Törless, Sohn eines Hofrats, tritt in ein altehrwürdiges Konviktein, in dem die Sprösslinge der oberen Familien des Landes auf den Militär-oder Staatsdienst vorbereitet werden. Das Zusammenleben der Schüler istvon pubertären Nöten und homoerotischen Beziehungen geprägt. Törless befindetsich in diesem Konvikt zunächst in einer komplizierten, von Depressionengeprägten Situation. Er empfindet sein Leben als sinnlos und sehnt sichnach einem anderen Dasein, von dessen Gehalt und Form er sich allerdingskeine rechte Vorstellung machen kann. Ausbruchsversuche aus der behüteterscheinenden Bürgerwelt, eine Begegnung mit einer Dirne lösen in ihm heftigeGefühle aus, bringen jedoch keine Erfüllung. Das verhängnisvolle Geschehensetzt ein, als Basini, ein weicher, in seiner Entwicklung zurückgebliebenerJunge, von Mitschülern des Kameradendiebstahls überführt wird. Statt ihnder Internatsleitung zu melden, beschliessen die Zöglinge Beineberg undReiting, die Bestrafung und Läuterung des Jungen selbst vorzunehmen. Derfeinfühlige Törless, neugierig auf das Bösartige und Vulgäre, das die beidenverkörpern, beteiligt sich - angezogen und abgestossen von dem Geschehenzugleich - eine Zeit lang an den Peinigungen und Demütigungen des SchülersBasini. In Törless' Gegenwart wird er geprügelt, erniedrigt und zu homosexuellenDiensten missbraucht. Erst als sich die Quälereien zum Lynchexzess steigern,wendet Törless sich ab und erreicht infolge einer vorgetäuschten Fluchtdie Entlassung aus der ungeliebten Anstalt und die Rückkehr zu seiner Familie.

Beschreibung der Redaktion:

Die oft gelobte Kühnheit Musilscher Psychologie zeichnet schon dies erste Werk aus. Es ist die ungewöhnliche, subtile Pubertätsstudie, in der Musil seine Erfahrungen als Kadett einer k. u. k. österreichischen Militärerziehungsanstalt auswertete. Eine scharfsichtig genaue, glasklare Interpretation jugendlichen Wachstums, die zugleich das Bild kommender Diktatur und der Vergewaltigung des einzelnen durch das System visionär verzeichnet.
Robert Musil:
(seit 1917 Edler von M.), geboren am 6.11.1880 in Klagenfurt, stammte aus einer altösterreichischen Beamten- , Gelehrten- , Ingenieurs- und Offiziersfamilie. Er studierte an der technischen Militärakademie in Wien, brach seine Militärsausbildung ab und wurde Maschinenbauingenieur. Nach einer Tätigkeit als Assistent an der TH Stuttgart studierte er 1903-08 in Berlin Philosophie, Psychologie, Mathematik und Physik und promovierte mit einer Arbeit über den Theoretiker des naturwissenschaftlichen Positivismus Ernst Mach zum Dr. phil. Auf eine Universitätslaufbahn verzichtete er, um freier Schriftsteller zu werden. 1911-14 war er Bibliothekar, 1914 Redakteur der "Neuen Rundschau". Im 1. Weltkrieg war er Landsturmhauptmann, Herausgeber der "Soldatenzeitung" und zuletzt im Kriegspressequartier. 1918-22 lebte er als Beamter in Wien, danach als freier Schriftsteller, Theaterkritiker und Essayist in Wien und Berlin. Nach der faschistischen Besetzung Österreichs emigrierte er nach Zürich. Die letzten Lebensjahre verbrachte er fast mittellos in Genf, wo er am 15.04.1942 starb.
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„Beklemmend und realistisch”

27.04.2011

von einer Kundin oder einem Kunden

Ein sehr beklemmendes, irritierendes und bewegendes Buch; Musil gelingt es auf meisterlich-psychologische Art und Weise die Abgründe junger Menschen, einge-bunden in Gruppendynamik und Pubertät, darzustellen - und das in einer Zeit, die man zunächst einmal als nicht so gewaltgeneigt wie die unsrige ansehen würde. Ein sehr lesenswertes Buch, das an Aktualität leider nichts verloren hat.

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„Abgründe und Verwirrungen”

15.04.2010

von einer Kundin oder einem Kunden

Musil sagt selbst über dieses Werk, dass er nicht genau weiß, wie es zustande gekommen ist. Aus einer Langeweile heraus soll er es geschrieben haben, soll es ihm gewissermaßen „passiert sein“. Das könnte stimmen, wenn man sieht, wie sehr sich Musil später mit seinem riesigen, unabgeschlossen Romanfragment, dem „Mann ohne Eigenschaften“ herumgequält hat. Der Törless, dieser Roman über die Verhältnisse in einem Militär-Internat, beschreibt keinen Sonderfall. Was aus Feigheit und Gruppenzwang alles entstehen kann, wird bis zum tragischen Ende vorgeführt. Wer den Törless liest, erfährt viel über unsere Kultur und Gesellschaft und ist, berechtigterweise, darüber zutiefst erschüttert.

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„Ganz ok, aber anspruchsvoll”

02.06.2009

Rezension von Alana aus Kleve

Als Pflichtstoff in der Schule durchgenommen. Zuerst lästig, im Nachhinein gar nicht so schlimm ^^

Zur Handlung an sich will ich gar nichts sagen. Ich fand allerdings, dass sich diese ewig hinzieht durch die oft seitenweisen Innenansichten von Törleß. Eben ein waschechter Bewusstseinsroman, bei dem die Handlung in den Hintergrund tritt und stattdessen die inneren Vorgäne des Protagonisten in den Vordergrund gestellt werden.
Dadurch und durch die Sprache ein anspruchsvolles Buch.

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„Intelligent, aber nicht mein Fall...”

28.02.2008

Rezension von Zitronenblau Top-100 Rezensent

Musil gilt bei einigen als größter Romancier des 20. Jahrhunderts. Töleß' Verwirrungen werden sehr expressionistisch herausgearbeitet, was ich persönlich nicht leiden kann, da die Handlung sekundär und damit eine eventuelle Spannungskurve im Verlauf flach gehalten wird. Was bleibt nun noch? Die Entwicklung eines sentimentalen, in Ansätzen intellektuellen Jungen, der Homoerotik, Gruppendynamik (hierarchische Konstellationen z.B. zwischen Reiting/Beineberg und den unterdrückten Basini), aber auch Selbstreflexion u.a. kennenlernt. Schön für ihn! Ich persönlich konnte mich damit weniger identifizieren, auch die Unterdrückungsversuche widerten mich an, da Musil diese durch die Charaktere nicht wirklich handlungs- und ergo spannungsgerecht, sondern nüchtern und abstoßend aufbaut à la Perversion ist eo ipso Perversion und damit hat sich jede weitere Entwicklung oder Analyse hiermit erledigt. Das ist zwar in Bezug auf den Protagonisten Törleß gerechtfertigt, da es ja um ihn geht, aber auch seine Verwirrungen sind Dinge, die ich persönlich verstehe, aber eben als notwendig erachte... Die philosophische Sehnsucht nach Antworten deutet eher auf eine anfänglich unheimliche Dämonie hin, die der junge Zögling in sich trägt. Lange Rede, kurzer Sinn: expressionistischer Sprachstil ist Geschmackssache (hatte mal mit Benns "Gehirne" zu tun, furchtbar!!!), dennoch sehr psychologisch und intelligent, die Handlung ist kurz und teilweise abstoßend, da andere Charaktere nicht reflektiert werden und sie damit nicht erklärt wird. Musste mich teilweise sehr durchquälen, denn die Entwicklung des Musil'schen Versuchsobjektes und vor allem seine Erkenntnis bleiben für mich persönlich nur ein Gähnen wert. Vielleicht bin ich zu alt für das Buch, ich bin 23 Jahre, oder aber ich kann mich schlicht und ergreifend nicht damit identifizieren. Für Musil war es wichtig und auch gut so, für mich schon leider eher eine Quälerei...

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