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In seinem sechsten Fall wird der Basler Kriminalkommissär Peter Hunkeler mit einem Mord konfrontiert, der länderübergreifend zu einer sensiblen Sache nicht nur für die Ermittlungsbehörden, sondern auch für Historiker wird. In einer Schrebergartenanlage am Stadtrand von Basel, deren Boden auf französischem Hoheitsgebiet liegt, wird am Neujahrsmorgen eine männliche Leiche gefunden. Der Tote wurde erschossen, man fand ihn jedoch aufgehängt an einem Fleischerhaken am First seines Gartenhäuschens, so, wie Schlachter die Kadaver ihrer toten Tiere aufhängen. Die Basler Polizei kann vor Ort nicht ermitteln, dafür ist die französische Kriminalpolizei vom elsässischen Colmar zuständig. Bald stellt sich heraus, wer der Tote ist. Er ist Schweizer, wohnhaft in Basel, doch handelt es sich auch tatsächlich um den ermittelten Anton Flückiger? Spuren führen ins Elsaß, aber auch in die behäbige Landschaft des bernischen Emmentals, und unvermittelt tauchen Ereignisse aus den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs auf, dessen Wunden im Elsaß nicht verheilt sind...

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«Der Fall Livius oder besser: der Fall Hunkelers
»
von einer Kundin oder einem Kunden
aus Zuerich
(25.08.2007):Ich war auf Hunkelers sechsten Fall eigentlich sehr gespannt, gefielen mir doch Hansjörg Schneiders Stil, der kauzige Charakter Kommissar Hunkelers und einige der früheren Schneider-Bücher.
Dass Der Fall Livius den Sprung in die Schweizer Bestseller-Listen geschafft hat, liegt einerseits daran, dass sich die pauschalen Aussagen (Wer einen gelesen hat, will mehr.) wohl auf andere Schneider-Werke und Hunkeler-Krimis beziehen müssen, andererseits daran, dass das Lesepublikum wohl eine gewisse schweizerische Unbedarftheit an den Tag legt.
100 Seiten weniger statt 267 Seiten würden genügen, um die Situation zu beschreiben:
Anton Flückinger mit ursprünglichem Namen Anton Livius, aus dem preussischen Tilsit stammend, besitzt in Basel einen Schrebergarten, der - wie jene der Nachbarn auf französischem Hoheitsgebiet liegt. Flückiger wird erschossen und dann an einem Fleischerhaken über der Eingangstür seines Gartenhauses aufgehängt: Mord - und noch dazu auf eine ziemlich bestialische Art und Weise. Da dieser Mord aber im Ausland passierte, müssen die Basler mit den französischen Behörden zusammenarbeiten.
Die Ausgangslage wäre also spannend: die bilaterale Kooperation zwischen der Schweiz und Europa ist von Zähflüssigkeit geprägt, das Verhalten und Auftreten der nationalen Vertreter der Untersuchungsbehörden beidseitig spiessig und unkooperativ, nicht minder kleinbürgerlich wie die multikulturellen Bewohner - grösstenteils Secondos - der kleinen Schrebergärten, die sich mit den peniblen Vorschriften ihrer Familiengartenordnung auf biederes Schweizerniveau herablassen.
Schneider verpasst die Chance und ich bin mir fast sicher, er hat es selbst schon gemerkt, wie viel Mühe er bekundete: Er schreibt am Thema vorbei. Der Lesefluss ist zäh, unzählige unnötige Wiederholungen, an den Haaren herbeigezogene Zusammenhänge und Verdachtsmomente führen zu raschem Erlahmen des Lesevergnügens. Es gibt keine Steigerung der Dramatik und letztlich ein absolut nicht überraschendes Ende ohne Wende.
Ob es noch einen siebten Fall Hunkeler geben wird? Schliesslich ist er ja schon praktisch vorpensioniert. Wie übrigens auch das Lektorat in Pension gegangen zu sein scheint: Der Türke Dogan heisst auf Seite 99 Godan, auf Seite 150 wieder Dogan, aber drei Zeilen vorher nochmals Godan. Das Auffinden weiterer Schreibfehler ist mithin das Spannendste am Buch.
Deshalb wünsche ich sowohl Autor, Lektor, Verlag, Kommissar und Lesern einen besseren siebten Fall oder keinen.
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