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Eine Streitschrift von Michael Schmidt-Salomon (ebooks)
Rezension von Thomas Fritzenwallner aus Wiener Neustadt Top-100 Rezensent
Schmidt-Salomon warnt davor, sich nicht von dogmatischem Es-gibt-keine-Alternativen-Gerede einwickeln zu lassen und sich den verbreiteten Programmen zur gesellschaftlichen Normierung individueller Denk-, Empfindungs- und Handlungsgewohnheiten zu widersetzen. Dies mit Bildung, die diesen Namen verdient. Statt "Denkverödung" Aufbegehren gegen die Absurditäten der Systeme, stetes Hinterfragen der herrschenden Gepflogenheiten, Resistenz gegen das Virus der Selbstgerechtigkeit. Es gelte zu verhindern, dass der Homo sapiens dem Homo demens das Feld überlässt. Durch Wachsamkeit und Widerspruch könne die Macht der Doofen gebrochen werden.
Michael Schmidt-Salomon, Schriftsteller und Philosoph sowie Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, liefert ein aufklärerisches Pamphlet, in dem er Dogmatismus in seinen vielen Spielarten attackiert. Zuerst geht es den religiös Verblendeten an den Kragen, die behaupten im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit zu sein und auf Grund dieser Überzeugung viel Unheil anrichten. Aber den "Religioten", wie Schmidt-Salomon sie nennt, stehen die "Ökonomioten", die "Ökologioten" und "Politioten" nicht nach. Charakteristisch für sie ist, dass sie sich nur in einer bestimmten Hinsicht idiotisch verhalten, ansonsten aber vollkommen normale Menschen sind, die in anderen Bereichen sogar Höchstleistungen erreichen können. Schmidt-Salomon diagnostiziert eine verbreitete "Schwarmdummheit" als Grundlage eines kollektiven Irrsinns. Der steht paradoxerweise oftmals im Widerspruch zu klugen, ja vernünftigen Entscheidungen des Einzelnen.
Eine Streitschrift, die ihren Namen redlich verdient bissig und gut formuliert, polemisch, genau auf den Punkt gebracht. Schwachsinn wird deutlich als solcher bezeichnet.
von einer Kundin oder einem Kunden
...und doch kann man etwas dagegen tun! Was gegen Dummheit hilft ist Bildung, gegen Verbote sind die Dummen oft immun."
Dies könnte der Soundtrack zu Schmidt-Salomons neuester Schrift sein.
Es ist ein sehr düsteres Bild, dass der Autor von unserer Gesellschaft zeichnet. Düster, weil leider jedes Wort der Realität entspricht.
Auf 110 Seiten spricht mir der Autor dabei zu 100 Prozent aus dem Herzen.
Gibt es noch Hoffnung für die Menschheit? Nun ja, Einsicht ist bekanntlich der erste Weg. Und solange es Streiter wie Schmidt-Salomon gibt, ist die Hoffnung noch nicht verloren.
Ein Buch, dass jeder lesen sollte/ muss!
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