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ebooks

Der Schrecken verliert sich vor Ort

Monika Held

EPUB

Erschienen bei: Lübbe Digital , 03.2013

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17.06.2013

„Eine große Liebe mit einer schweren Vergangenheit”

„Was geschehen ist, ist geschehen, ausgeübt von einem Kulturvolk. Und dass es geschehen ist, bedeutet, dass es wieder geschehen kann. Menschen, und zwar kultivierte, kluge Menschen, sind zu Taten fähig, die wir ihnen nicht zugetraut haben. Und wo es irgendein Anzeichen, einen Hauch davon wieder geben könnte, müssen wir eingreifen. Unsere gottverdammte Pflicht nach Auschwitz ist, das niemals zu vergessen. Es bleibt ein ewiges Thema. Ich glaube nicht, dass wir aufhören sollten, uns damit zu beschäftigen.“ Dies ist der letzte Satz aus dem Nachwort zu dem Roman „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ von Monika Held, den Margarete Mitscherlich im Mai 2012 geschrieben hat. Und ich finde, damit hat sie vollkommen Recht, und deshalb möchte ich Ihnen dieses in seinem Grauen doch so wunderschöne Buch an Herz legen.

Monika Held ist eine 1943 geborene Autorin und Journalistin, die sehr engagierte Sachbücher und Romane verfasst. Ihr aktueller Roman verbindet eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit einer Reise in die Vergangenheit.

Monika Held erzählt von den drei Leben des Heiner und von seiner schwierigen Liebe zu Lena. Das erste Leben von Heiner dauerte 22 Jahre. Er wurde in Wien geboren und wuchs behütet auf. Sein Vater war ein radikaler Sozialdemokrat und Staatsbeamter im „Roten Wien“ und hat ihn schon früh auf die politischen Umstände aufmerksam gemacht und damit dafür gesorgt, dass Heiner sich den Sozialisten in Wien angeschlossen hat. Mit 22 Jahren verhaften die Nationalsozialisten ihn und stecken ihn in das KZ Auschwitz. Hier beginnt sein zweites Leben, das immer noch anhält. Sein drittes Leben begann nach Ausschwitz. Doch diese Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern es werden immer mal wieder einzelne Facetten davon in die eigentliche Geschichte von Heiner und Lena eingebunden. Lena lernt Heiner 1965 in Frankfurt bei dem Auschwitz-Prozess kennen. Sie ist eine junge Dolmetscherin, die aus dem polnischen übersetzt und Heiner ein Zeuge. Als Heiner fast zusammenklappt, hilft sie ihm. Daraus entwickelt sich dann nach und nach erst ein Gespräch, dann eine Freundschaft und schließlich Liebe, die in einer Heirat mündet.

Die Geschichte wechselt zwischen Erinnerungen von Heiner aus seinem ersten und zweiten Leben in die Gegenwart. Es wird sehr sensibel in kurzen, prägnanten Sätzen die Schwierigkeit dieser Liebe erzählt. Wie geht eine Frau, die zehn Jahre jünger als ihr Mann ist und die schwierige Zeit des Nationalsozialismus unbeschwert in der Schweiz überlebt hat, mit den Erinnerungen ihres Mannes um. Sollte Heiner die Vergangenheit endlich ruhen lassen, oder muss Lena lernen, damit zu leben, auch wenn sie es nie wirklich nachempfinden kann. Als Heiner und Lena 1981 nach Polen aufbrechen, um den Menschen, die sich gegen das Kriegsrecht des Staates auflehnen und für die Rechte der Gewerkschaft Solidarnosc kämpfen, lernt sie ehemalige Mithäftlinge von ihm kennen. Dadurch versteht sie ihn langsam immer besser.

Ein unglaublicher Roman, der mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird – wunderschön und zugleich schockierend!

buch

Die Nacht der Erinnerungen

Antonio Munoz Molina

Taschenbuch

Erschienen bei: Btb Taschenbuch , 10.06.2013

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Versandfertig in 1-2 Werktagen

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17.06.2013

„Liebe in den Zeiten des spanischen Bürgerkrieges”

In Spanien ist Antonio Munoz Molina bereits ein sehr anerkannter Autor. Bei uns muss er erst noch entdeckt werden. Wenn Sie diesen Roman von ihm gelesen haben, werden Sie wissen, warum er in Spanien so beliebt ist!

Antonio Munoz Molina erzählt die Geschichte des spanischen Architekten Ignacio Abel in der Zeit zwischen 1935 und 1936. Der Großteil der Handlung spielt eigentlich nur in einer einzigen Nacht 1936 in den USA. Aber in dieser Nacht lässt der Autor das ganze bisherige Leben Ignacio Abels Revue passieren.

Ignacio Abel ist ein Architekt, der aus einfachen Verhältnissen stammt, aber den Aufstieg in die bessere Gesellschaft auch dank einer sehr vorteilhaften Heirat geschafft hat. Politisch steht er hinter der Republik und ist den Sozialisten nahe, bzw. Parteimitglied, auch wenn er nicht wirklich politisch aktiv ist. Bei einem Vortrag, den er an der Universität Madrids hält, lernt er die amerikanische Studentin Judith Biely kennen und verliebt sich in sie. Es beginnt ein knappes Jahr der großen Leidenschaft und der heimlichen Liebe. Doch nicht nur diese Amour Fou ist das Thema dieses Buches. Der Autor erzählt zeitgleich die Geschichte des Falls der Republik und der Stadt Madrid bzw. des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges. Und diese ganzen Informationen erhalten wir aus den Erinnerungen einer Nacht, in der Ignacio Abel von New York nach Rhinesberg fährt, denn er musste Spanien, seine Geliebte und seine Familie verlassen.

Antonio Munoz Molina ist ein großartiger Erzähler, der die Sprache liebt. Er formuliert sehr gerne und bringt so die Handlung nur langsam voran. Immer wieder wechseln die Erinnerungen von Ignacio Abel in der Zeit. Auch wiederholt der Autor sehr gerne einige Aspekte der Handlung immer wieder, um damit eine gewisse Dringlichkeit zu schaffen. Es ist ein sprachlich sehr anspruchsvoller Roman, der zwei sehr unterschiedliche Geschichten miteinander verbindet. Für Leser die gerne ein Buch schnell lesen ist dieser Roman nicht geeignet. Man benötigt für ihn viel Zeit und Ruhe!

Wer sich für die politischen Hintergründe des spanischen Bürgerkrieges interessiert, wird in diesem Roman eine sehr schonungslose Schilderung vorfinden, die keiner Seite wirklich den Vorzug gibt. Ich habe bisher noch kein Buch über den spanischen Bürgerkrieg gelesen, welches nicht nur mit den Francisten abrechnet, sondern auch sehr deutlich aufzeigt, wie grausam auch die Seite der verschiedenen republikanischen Parteien gewesen ist.

Auch Freunde der Architekturtheorie werden an diesem Buch viel Freude haben, denn die Hauptperson ist Anfang der zwanziger Jahre als Stipendiat in Weimar im Bauhaus gewesen und hat da sehr viele Anregungen mitgebracht.

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Geschichte eines Verschwindens

Hisham Matar

Taschenbuch

Erschienen bei: Btb Taschenbuch , 10.06.2013

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Versandfertig in 1-2 Werktagen

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17.06.2013

„Klein, aber sehr fein”

Nach „Im Land der Männer“ ist dies der zweite, deutsche Roman des libyschen Autors Hisham Matar. Wenn man den Klappentext zu diesem Buch liest, vermutet man einen politischen Roman. Doch die Politik kommt nur am Rande vor. Eigentlich ist es ein Roman über das Erwachsenwerden und die erste Liebe eines jungen Mannes unter schwierigen Umständen.

Als Nuri el-Alfi zwölf Jahre alt ist, verliert er seine Mutter. Er lebt mit seinem Vater Kamal zusammen weiter in Kairo. Während sie ihren Sommerurlaub in Alexandria verbringen, lernt Nuri Mona kennen. Mona ist Mitte Zwanzig und kommt aus London. Nuri verliebt sich in sie, und Mona verbringt viel Zeit zusammen mit dem Vater und dem Sohn. Für Nuri völlig überraschend heiraten sein Vater und Mona. 1972 verschwindet Nuris Vater plötzlich in der Schweiz. Er soll entführt worden sein. Und so erfahren wir langsam die Geschichte und Herkunft von Kamal. Mona und Nuri versuchen alles, um Kamal wiederzufinden, doch er bleibt verschollen. Über die Jahre verändert sich das Verhältnis von Nuri und Mona. Nuri wird erwachsen und versteht immer mehr, was in seinem Vater vorgegangen ist.

Hisham Matar hat einen sprachlich sehr feinen Roman über eine schwierige Geschichte geschrieben. Wie wird ein Mensch damit fertig, wenn jemand aus der Familie entführt wird. Und wie viel schwieriger ist es erst dann, wenn man weiß, dass der verschwundene Mensch aus politischen Gründen vom politischen Gegner entführt wurde. Hisham Matar hat diese Geschichte allerdings mehr aus der psychologischen als aus der politischen und geschichtlichen Sicht beschrieben. Falls sie Hintergründe zu der gerade politisch sehr aktuellen Lage in Libyen erwarten, werden sie leider enttäuscht sein. Ansonsten ist es ein sehr lesenswerter Roman in einer zum Teil durchaus lyrischen Sprache, wie sie für die arabischen Länder typisch ist.

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London Killing

Oliver Harris

Taschenbuch

Erschienen bei: Heyne Taschenbuch , 10.06.2013

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17.06.2013

„Bitte mehr von diesem Detective”

Oliver Harris ist ein neuer britischer Krimi-Autor, von dem wir hoffentlich noch weitere Bücher mit seinem Detective lesen werden können.

Seine Hauptperson ist der Detective Nick Belsey. Nick Belsey ist geschieden (mehrfach), hat Schulden ohne Ende, keine eigene Wohnung mehr und sicherlich auch ein Problem mit Alkohol und Glückspiel. Gleich am Anfang des Buches erwacht er nach einer durchzechten Nacht in einem öffentlichen Park im Hampstead Heath, einem noblen Stadtbezirk von London. Offensichtlich hat er auch noch einen Einsatzwagen von einem anderen Revier entwendet und zu Schrott gefahren. Richtig erinnern kann er sich an diese Nacht nicht mehr. Da kommt ihm sehr gelegen, dass er im Fall einer reichen, vermissten Person ermitteln soll – Alexis Devereux. Alexis Devereux wohnt in einer sündhaft teuren Villa in Hampstead Heath. Richtig viele Informationen gibt es allerdings nicht über ihn, kaum jemand hat ihn je persönlich zu Gesicht bekommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entdeckt Nick in einem versteckten Schutzraum eine Leiche und einen Abschiedsbrief. Eine Angestellte von Alexis Devereux bestätigt, dass der Tote der Vermisste ist. Und da beginnt in Nick ein Plan zu reifen, wie er aus seinem eigenen Schlamassel entkommen kann. Er versucht die Identität von Alexis anzunehmen, um an dessen Geld zu kommen. Doch was Nick nicht bedacht hat, ist, dass Alexis in einem riesigen Netz aus Intrigen, Korruption feststeckte. Und so beginnt für Nick ein aufregende und gefährliche Zeit, denn um seinen mächtigen Gegnern, die er noch gar nicht kennt, zuvorkommen zu können, muss er in diesem Fall ermitteln. Es tut sich ein Moloch auf, in den auch hochrangige Persönlichkeiten der Regierung und der Polizei verstrickt sind.

Oliver Harris beschreibt einen unglaublichen Typ von Detective – gerissen, kaltschnäuzig, aber auch sehr sympathisch. Solche Polizisten wie er hier beschreibt, kenne ich bisher nur aus der amerikanischen Literatur. Der Krimi ist rasant, actionreich und ausgesprochen spannend. Immer wieder tun sich neue Wendungen auf. Wer steckt hinter den weiteren Morden, die passieren? Ein toller Krimi, an dem besonders Männer ihre Freude haben werden – Action, teures Männerspielzeug, heiße Frauen und Verschwörung! Aber auch ich als Frau habe an diesem Krimi meinen Spaß gehabt. Ich hoffe, ich darf noch weitere Fälle dieses kaltschnäuzigen, durchaus korrupten aber charismatischen Bullen lesen!

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Der Schrecken verliert sich vor Ort

Monika Held

gebunden

Erschienen bei: Eichborn Verlag , 14.03.2013

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16.06.2013

„Eine große Liebe mit einer schweren Vergangenheit”

„Was geschehen ist, ist geschehen, ausgeübt von einem Kulturvolk. Und dass es geschehen ist, bedeutet, dass es wieder geschehen kann. Menschen, und zwar kultivierte, kluge Menschen, sind zu Taten fähig, die wir ihnen nicht zugetraut haben. Und wo es irgendein Anzeichen, einen Hauch davon wieder geben könnte, müssen wir eingreifen. Unsere gottverdammte Pflicht nach Auschwitz ist, das niemals zu vergessen. Es bleibt ein ewiges Thema. Ich glaube nicht, dass wir aufhören sollten, uns damit zu beschäftigen.“ Dies ist der letzte Satz aus dem Nachwort zu dem Roman „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ von Monika Held, den Margarete Mitscherlich im Mai 2012 geschrieben hat. Und ich finde, damit hat sie vollkommen Recht, und deshalb möchte ich Ihnen dieses in seinem Grauen doch so wunderschöne Buch an Herz legen.

Monika Held ist eine 1943 geborene Autorin und Journalistin, die sehr engagierte Sachbücher und Romane verfasst. Ihr aktueller Roman verbindet eine ungewöhnliche Liebesgeschichte mit einer Reise in die Vergangenheit.

Monika Held erzählt von den drei Leben des Heiner und von seiner schwierigen Liebe zu Lena. Das erste Leben von Heiner dauerte 22 Jahre. Er wurde in Wien geboren und wuchs behütet auf. Sein Vater war ein radikaler Sozialdemokrat und Staatsbeamter im „Roten Wien“ und hat ihn schon früh auf die politischen Umstände aufmerksam gemacht und damit dafür gesorgt, dass Heiner sich den Sozialisten in Wien angeschlossen hat. Mit 22 Jahren verhaften die Nationalsozialisten ihn und stecken ihn in das KZ Auschwitz. Hier beginnt sein zweites Leben, das immer noch anhält. Sein drittes Leben begann nach Ausschwitz. Doch diese Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern es werden immer mal wieder einzelne Facetten davon in die eigentliche Geschichte von Heiner und Lena eingebunden. Lena lernt Heiner 1965 in Frankfurt bei dem Auschwitz-Prozess kennen. Sie ist eine junge Dolmetscherin, die aus dem polnischen übersetzt und Heiner ein Zeuge. Als Heiner fast zusammenklappt, hilft sie ihm. Daraus entwickelt sich dann nach und nach erst ein Gespräch, dann eine Freundschaft und schließlich Liebe, die in einer Heirat mündet.

Die Geschichte wechselt zwischen Erinnerungen von Heiner aus seinem ersten und zweiten Leben in die Gegenwart. Es wird sehr sensibel in kurzen, prägnanten Sätzen die Schwierigkeit dieser Liebe erzählt. Wie geht eine Frau, die zehn Jahre jünger als ihr Mann ist und die schwierige Zeit des Nationalsozialismus unbeschwert in der Schweiz überlebt hat, mit den Erinnerungen ihres Mannes um. Sollte Heiner die Vergangenheit endlich ruhen lassen, oder muss Lena lernen, damit zu leben, auch wenn sie es nie wirklich nachempfinden kann. Als Heiner und Lena 1981 nach Polen aufbrechen, um den Menschen, die sich gegen das Kriegsrecht des Staates auflehnen und für die Rechte der Gewerkschaft Solidarnosc kämpfen, lernt sie ehemalige Mithäftlinge von ihm kennen. Dadurch versteht sie ihn langsam immer besser.

Ein unglaublicher Roman, der mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird – wunderschön und zugleich schockierend!

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Die verlorenen Spuren

Kate Morton

gebunden

Erschienen bei: Heyne , 28.01.2013

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12.06.2013

„Wer war der unbekannte Mann”

Eigentlich brauche ich Ihnen die australische Autorin Kate Morton gar nicht mehr vorstellen. Mit ihren inzwischen vier Büchern hat sie längst die Herzen der Leserinnen mit ihren spannenden Schmökern erobert. Meine Besprechung kommt dieses Mal etwas später – ich habe mir ihr aktuelles Buch tatsächlich als Urlaubslektüre aufgespart und wurde nicht enttäuscht.

Dieses Mal erzählt Kate Morton die Geschichte der Familie Nicolson. Die Hauptpersonen der Familie sind die Mutter Dorothy, die gerade ihren neunzigsten Geburtstag feiert und ihre älteste Tochter Laurel. Laurel hat an ihrem sechzehnten Geburtstag eine Beobachtung gemacht, die sie Zeit ihres Lebens verfolgt hat. Doch als sie jetzt ein Bild ihrer Mutter als junger Frau Arm in Arm mit einer Freundin sieht, versucht sie die Geschichte ihrer Mutter während der Kriegsjahre zu recherchieren. Dabei trifft sie auf die Freundin Vivian und ihren Mann, sowie auf Jimmy, einen Mann, den ihre Mutter wohl sehr geliebt hat. Was ist aus diesen Menschen geworden, und was haben sie mit dem unheimlichen Fremden zu tun, der plötzlich an Laurels Geburtstag aufgetaucht ist. Kate Morton schafft es wieder die Geschichte ausgesprochen lebendig zu erzählen. Sie beginnt mit der Episode an Laurels sechzehnten Geburtstag. Dann sind wir in der Gegenwart und Laurel und ihre Schwestern bereiten die Geburtstagsfeier für ihre Mutter vor. Und dann springt die Geschichte in die Zeit zwischen 1929 bis zum Mai 1941. Immer wieder wechselt die Autorin zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Wir lernen Dorothy genannt Dolly als junges Mädchen kennen. Wir erfahren, wie sie sich verliebt und nach London geht und versucht ihre Träume zu verwirklichen. Ein großes Vorbild ist für sie Vivien. Doch sie kennt die wahre Vivien gar nicht wirklich. Und so tauchen wir ein in eine große Liebesgeschichte, in eine tragische Verwechslungsgeschichte und erkennen nach und nach die Wahrheit, die die Protagonisten gut zu verbergen wissen. denn Dorothy und Vivien haben beide ihre Geheimnisse.

Kate Morton schafft es auch dieses Mal wieder eine ausgesprochen spannende Geschichte mit einem dunklen Geheimnis in der Vergangenheit zu erzählen. Sie ist ein wahre Könnerin darin, einen immer wieder aufs Neue zu überraschen. Immer, wenn die Leserin gerade meint, sie hat des Rätsels Lösung gefunden, nimmt die Geschichte doch noch einmal eine ungewöhnliche Wendung. Damit hält Kate Morton wie schon gewohnt die Spannung bis zuletzt. Auch innerhalb der Geschichte erhält sie die Spannung auf einer hohen Ebene, denn immer wenn gerade sich eine Auflösung anbahnt, endet das Kapitel und die Geschichte geht aus einer anderen Perspektive weiter.

Eine ausgesprochen spannende Familiengeschichte für Freunde guter Unterhaltungsliteratur.

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Athen, Paradiesstraße

Sofka Zinovieff

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Erschienen bei: dtv , 24.05.2013

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12.06.2013

„Antigone und Alexandra”

Sofka Zinovieff ist eine englische Autorin, die aber russische Wurzeln hat und mit einem Griechen verheiratet ist .Auf Deutsch gibt es von ihr schon eine Biografie über ihre Großmutter „Die rote Prinzessin“ (Zsolnay Verlag).

Athen, Paradiesstraße ist die Adresse, wo die Familie Perifanis bis heute lebt. Die Autorin erzählt eine tragische Familiengeschichte aus der Zeit von 1922 bis in die Gegenwart. Sie erzählt aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Da ist zum einen Maud. Maud ist eine Engländerin Anfang Vierzig, die mit dem zwanzig Jahre älteren Nikitas Perifanis verheiratet ist. Sie haben eine gemeinsame Tochter namens Tig. Die Geschichte von Maud erzählt, wie sie in Griechenland angekommen ist, wie sie und ihr späterer Ehemann sich kennengelernt haben und wie schwierig es für sie als kühle Britin in Griechenland ist. Ihre Geschichte beginnt damit, dass ihr Mann tödlich verunglückt ist. In ihrer Trauer sichtet sie auch die Papiere im Büro ihres Mannes, der ein anerkannter Journalist war. Und dabei stößt sie auf Briefe von einem Engländer an die Mutter ihres Mannes. Sie beginnt weiter zu recherchieren und ihr eigener Mann erscheint ihr plötzlich fremd zu werden. Der zweite Erzählstrang wird von Antigone erzählt. Antigone ist die Mutter von Nikitas, hat ihn aber als dreijährigen bei ihrer Mutter und ihrer Schwester Alexandra zurückgelassen, um als Kommunistin in die Sowjetunion zu gehen. Von ihr erfahren wir viel über die Familie Perifanis während der Zeit der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg als auch des Bürgerkriegs, der sich fast unmittelbar danach anschloss. Und sie erzählt, warum sie und ihre ältere Schwester sich bis heute hassen.

Sofka Zinovieff erzählt eine spannende und tragische Familiengeschichte, die sie eng mit der griechischen Geschichte der jüngeren Vergangenheit verknüpft hat und die bis in die Gegenwart der Unruhen um den Tod des 15-jährigen Schülers Alexandros Grigoropoulos reicht. Durch ihren eigenen Ehemann und dessen Familie und Freunde hat sie viel von der griechischen Mentalität mitbekommen, die noch heute deutlich in der aktuellen Situation Griechenlands zu erkennen ist. Durch dieses Buch lernt man die griechische Seele ein wenig besser zu verstehen. Es ist aber auch eine ungemein fesselnde Geschichte, die mal wieder geschichtliche Zusammenhänge aufzeigt, die mir persönlich in dieser Form noch nicht bekannt waren. So wusste ich, dass die Deutschen Griechenland während des 2. Weltkrieges besetzt hatten und viele Griechen mit ihnen zusammengearbeitet hatten, aber die unrühmliche Rolle der Briten während des griechischen Bürgerkriegs war mir neu. Ich liebe solche gut geschriebenen, spannenden Familiengeschichten, die einem auch noch viel Wissenswertes über die Geschichte eines Landes vermitteln.

Tolle, gut recherchierte Unterhaltung für Fans von Judith Lennox und Victoria Hislop!

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Die verlorenen Spuren

Kate Morton

EPUB

Erschienen bei: Diana Verlag , 01.2013

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12.06.2013

„Wer war der unbekannte Mann”

Eigentlich brauche ich Ihnen die australische Autorin Kate Morton gar nicht mehr vorstellen. Mit ihren inzwischen vier Büchern hat sie längst die Herzen der Leserinnen mit ihren spannenden Schmökern erobert. Meine Besprechung kommt dieses Mal etwas später – ich habe mir ihr aktuelles Buch tatsächlich als Urlaubslektüre aufgespart und wurde nicht enttäuscht.

Dieses Mal erzählt Kate Morton die Geschichte der Familie Nicolson. Die Hauptpersonen der Familie sind die Mutter Dorothy, die gerade ihren neunzigsten Geburtstag feiert und ihre älteste Tochter Laurel. Laurel hat an ihrem sechzehnten Geburtstag eine Beobachtung gemacht, die sie Zeit ihres Lebens verfolgt hat. Doch als sie jetzt ein Bild ihrer Mutter als junger Frau Arm in Arm mit einer Freundin sieht, versucht sie die Geschichte ihrer Mutter während der Kriegsjahre zu recherchieren. Dabei trifft sie auf die Freundin Vivian und ihren Mann, sowie auf Jimmy, einen Mann, den ihre Mutter wohl sehr geliebt hat. Was ist aus diesen Menschen geworden, und was haben sie mit dem unheimlichen Fremden zu tun, der plötzlich an Laurels Geburtstag aufgetaucht ist. Kate Morton schafft es wieder die Geschichte ausgesprochen lebendig zu erzählen. Sie beginnt mit der Episode an Laurels sechzehnten Geburtstag. Dann sind wir in der Gegenwart und Laurel und ihre Schwestern bereiten die Geburtstagsfeier für ihre Mutter vor. Und dann springt die Geschichte in die Zeit zwischen 1929 bis zum Mai 1941. Immer wieder wechselt die Autorin zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her. Wir lernen Dorothy genannt Dolly als junges Mädchen kennen. Wir erfahren, wie sie sich verliebt und nach London geht und versucht ihre Träume zu verwirklichen. Ein großes Vorbild ist für sie Vivien. Doch sie kennt die wahre Vivien gar nicht wirklich. Und so tauchen wir ein in eine große Liebesgeschichte, in eine tragische Verwechslungsgeschichte und erkennen nach und nach die Wahrheit, die die Protagonisten gut zu verbergen wissen. denn Dorothy und Vivien haben beide ihre Geheimnisse.

Kate Morton schafft es auch dieses Mal wieder eine ausgesprochen spannende Geschichte mit einem dunklen Geheimnis in der Vergangenheit zu erzählen. Sie ist ein wahre Könnerin darin, einen immer wieder aufs Neue zu überraschen. Immer, wenn die Leserin gerade meint, sie hat des Rätsels Lösung gefunden, nimmt die Geschichte doch noch einmal eine ungewöhnliche Wendung. Damit hält Kate Morton wie schon gewohnt die Spannung bis zuletzt. Auch innerhalb der Geschichte erhält sie die Spannung auf einer hohen Ebene, denn immer wenn gerade sich eine Auflösung anbahnt, endet das Kapitel und die Geschichte geht aus einer anderen Perspektive weiter.

Eine ausgesprochen spannende Familiengeschichte für Freunde guter Unterhaltungsliteratur.

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Athen, Paradiesstraße

Sofka Zinovieff

Taschenbuch

Erschienen bei: dtv , 01.06.2013

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08.06.2013

„Antigone und Alexandra”

Sofka Zinovieff ist eine englische Autorin, die aber russische Wurzeln hat und mit einem Griechen verheiratet ist .Auf Deutsch gibt es von ihr schon eine Biografie über ihre Großmutter „Die rote Prinzessin“ (Zsolnay Verlag).

Athen, Paradiesstraße ist die Adresse, wo die Familie Perifanis bis heute lebt. Die Autorin erzählt eine tragische Familiengeschichte aus der Zeit von 1922 bis in die Gegenwart. Sie erzählt aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Da ist zum einen Maud. Maud ist eine Engländerin Anfang Vierzig, die mit dem zwanzig Jahre älteren Nikitas Perifanis verheiratet ist. Sie haben eine gemeinsame Tochter namens Tig. Die Geschichte von Maud erzählt, wie sie in Griechenland angekommen ist, wie sie und ihr späterer Ehemann sich kennengelernt haben und wie schwierig es für sie als kühle Britin in Griechenland ist. Ihre Geschichte beginnt damit, dass ihr Mann tödlich verunglückt ist. In ihrer Trauer sichtet sie auch die Papiere im Büro ihres Mannes, der ein anerkannter Journalist war. Und dabei stößt sie auf Briefe von einem Engländer an die Mutter ihres Mannes. Sie beginnt weiter zu recherchieren und ihr eigener Mann erscheint ihr plötzlich fremd zu werden. Der zweite Erzählstrang wird von Antigone erzählt. Antigone ist die Mutter von Nikitas, hat ihn aber als dreijährigen bei ihrer Mutter und ihrer Schwester Alexandra zurückgelassen, um als Kommunistin in die Sowjetunion zu gehen. Von ihr erfahren wir viel über die Familie Perifanis während der Zeit der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg als auch des Bürgerkriegs, der sich fast unmittelbar danach anschloss. Und sie erzählt, warum sie und ihre ältere Schwester sich bis heute hassen.

Sofka Zinovieff erzählt eine spannende und tragische Familiengeschichte, die sie eng mit der griechischen Geschichte der jüngeren Vergangenheit verknüpft hat und die bis in die Gegenwart der Unruhen um den Tod des 15-jährigen Schülers Alexandros Grigoropoulos reicht. Durch ihren eigenen Ehemann und dessen Familie und Freunde hat sie viel von der griechischen Mentalität mitbekommen, die noch heute deutlich in der aktuellen Situation Griechenlands zu erkennen ist. Durch dieses Buch lernt man die griechische Seele ein wenig besser zu verstehen. Es ist aber auch eine ungemein fesselnde Geschichte, die mal wieder geschichtliche Zusammenhänge aufzeigt, die mir persönlich in dieser Form noch nicht bekannt waren. So wusste ich, dass die Deutschen Griechenland während des 2. Weltkrieges besetzt hatten und viele Griechen mit ihnen zusammengearbeitet hatten, aber die unrühmliche Rolle der Briten während des griechischen Bürgerkriegs war mir neu. Ich liebe solche gut geschriebenen, spannenden Familiengeschichten, die einem auch noch viel Wissenswertes über die Geschichte eines Landes vermitteln.

Tolle, gut recherchierte Unterhaltung für Fans von Judith Lennox und Victoria Hislop!

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Club der gebrochenen Herzen

Deborah Moggach

EPUB

Erschienen bei: Insel Verlag , 20.05.2013

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08.06.2013

„Treffpunkt Wales”

Deborah Moggach ist eine britische Autorin, die sowohl Romane als auch Drehbücher schreibt. Für ihr Drehbuch zu „Stolz und Vorurteil“ (BBC-Verfilmung) erhielt sie den renommierten BAFTA. Und den wirklichen Durchbruch erreichte sie mit dem Buch und gleichnamigen Film „Best Exotic Marigold Hotel“. Und genau für Fans dieses Films ist auch dieses Buch die richtige Lektüre!

Dreh- und Angelpunkt dieses Romans ist Russell „Buffy“ Buffery. Buffy ist Anfang Siebzig, war Schauspieler und Synchronsprecher und lebt jetzt mit seinem Terrier in London. Er war dreimal verheiratet und hat aus diesen Ehen und anderen Beziehungen 5 eigene Kinder und eine Stieftochter. Er ist etwas auseinandergegangen, hat aber immer noch Charme und seine tolle Stimme. Eines Tages erfährt er, dass er eine kleine Frühstückspension in Knockton/Wales geerbt hat. Sie gehörte Bridie, einer seiner früheren Liebschaften, die damals eine Pension für Schauspieler geführt hatte. Sie hatten lose Kontakt gehalten, doch jetzt ist Bridie tot. Und Buffy ist London überdrüssig geworden, überall ziehen neue, fremde Menschen hin und modernisieren es. Es beschließt nach Knockton zu ziehen und dort diese Frühstückspension weiterzuführen, wobei er von dieser Tätigkeit überhaupt keine Ahnung hat. Aber zum Glück gibt es da die ausgesprochen patente Voda, die schon Bridie zur Hand gegangen ist. Voda schmeißt die Pension und Buffy spielt die neue Rolle seines Lebens. Er ist der Gastgeber, der für jeden seiner Gäste ein offenes Ohr hat. Und dann kommt ihm auch noch eine geniale Idee, wie er Haus und Hof in Ordnung bekommen kann, ohne dass er dafür bezahlen muss. Nach und nach kommen in sein Hotel die ältere, einsame Monica, die sitzengelassene Maskenbildnerin Amy, deren innere Uhr arg zu ticken begonnen hat, der ältere Autor Harold, den eine Schreibblockade plagt und Andy, der Postbote, der einfach nicht mit Frauen umgehen kann. Und daraus entspinnt sich ein herrlicher Roman mit vielen schrägen Charakteren.

Deborah Moggach vereint auch in diesem Buch wieder viele ungewöhnliche Charaktere, die sich in einer heruntergekommenen Frühstückspension zusammenfinden. Es ist eine wunderschöne Umgebung, die Pension hat durchaus so ihren Charme und einige Pensionsgäste entdecken plötzlich wieder eine positive Seite des Lebens. Die Autorin hat das Geschick, dass sie ihre Personen so lebendig schildert, dass man sie tatsächlich vor dem inneren Auge sieht und hört! Typisch englisch, sehr charmant und humorvoll – eine wunderbare Unterhaltungslektüre für den Urlaub. Und vielleicht wird daraus ja auch wieder ein Film oder eine kleine Miniserie für das Fernsehen. Ich könnte es mir sehr gut vorstellen und würde es sofort anschauen.

Für alle Fans von „Best Exotic Marigold Hotel“ oder dem Film „Kalender Girls“!

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