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Am Strand

Am Strand

Roman. Ausgezeichnet mit dem Reader's Digest Author of the Year 2008 von Ian McEwan (buch)

Das Schlimmste am Heiraten ist die Hochzeitsnacht. Zumindest für Edward und Florence, 1962 im prüden England. Begierde und Befangenheit, Anziehung und Angst sind miteinander im Widerstreit in der Hochzeitssuite mit Blick aufs Meer. Die Nacht verändert das Schicksal der ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-257-06607-4
  • EAN:9783257066074
  • Erscheinungstermin:2007
  • Verlag:Diogenes
  • Einband:gebunden
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  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:206
  • Gewicht:250 g
  • Übersetzer:Bernhard Robben

Kurzbeschreibung:

Das Schlimmste am Heiraten ist die Hochzeitsnacht. Zumindest für Edward und Florence, 1962 im prüden England. Begierde und Befangenheit, Anziehung und Angst sind miteinander im Widerstreit in der Hochzeitssuite mit Blick aufs Meer. Die Nacht verändert das Schicksal der Liebenden - für immer.
Ian McEwan:
Ian McEwan, geboren 1948, lebt in London. Schon seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1999 erhielt er den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk und 2011 wurde er mit dem Jerusalem Preis für Literatur ausgezeichnet. Ian McEwan ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences.
Bernhard Robben:
Bernhard Robben, Jahrgang 1955, war nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie als Deutschlehrer in Nordirland tätig. Seit 1986 arbeitet der Spezialist für irische und angelsächsische Literatur als freier Übersetzer und Journalist. Nebenbei ist er ehrenamtlicher Bürgermeister von Brunne, wo er seit 1992 mit seiner Familie lebt.
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„Ein kleines Buch das große Eindrücke hinterlässt ...”

27.08.2008

Rezension von Annika

Mein erstes Buch von McEwan und ich kann nur sagen: Klasse!!
Der Autor hat diese Geschichte so gefühlvoll und einfühlsam beschrieben, dass es ihm wunderbar gelungen ist mich in diesen Roman zu entführen. Die Geschehnisse wurden von Ihm so lebhaft und spannend erzählt, dass ich dieses Buch in einem Rutsch ausgelesen habe. Leider war ich vom Schluss etwas enttäuscht da ich mir eigentlich ein Happy End gewünscht hätte allerdings ist es so realistischer, denn das Leben besteht eben auch aus Enttäuschungen und wenn wir ehrlich sind läuft nicht wirklich immer alles ganz glatt.
Ein Buch das unter die Haut geht und einem zum Nachdenken anregt

Nach diesem Buch habe ich mich dazu entschlossen auf jeden Fall noch den einen oder anderen Roman von McEwan zu lesen und ich freu mich jetzt schon darauf!!

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„Totales Versagen der Kommunikation.”

27.09.2007

Rezension von Apicula aus Apiculis (-Nickname-@gmx.de) Top-100 Rezensent

Eigentlich, so könnte man meinen, sollten zwei Volljährige Menschen Anfang der Sechziger Jahre aufgeklärt genug sein, um zu wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie heiraten. An Liebe, Zuneigung und Respekt mangelt es den beiden Protagonisten jedenfalls nicht. Zunächst nicht. Florence und Edward kennen sich bereits über ein Jahr, haben sich vorsichtig aneinander heran getastet, obwohl ihre Familienverhältnisse arg unterschiedlicher Natur sind, haben die beiden sich eine gemeinsame Zukunft ausgemalt und sitzen nun in dieser vertrackten Situation fest: Der Hochzeitsnacht.

Bei genauerem Hinsehen, lernen wir beim Lesen zwei Menschen kennen, deren Erwartungen sich - trotz gemeinsamer Pläne - völlig unterscheiden. Das liest sich nicht nur beinahe spannender als ein Thriller, es ist definitiv spannender als ich es mir vorgestellt habe.
Ian McEwan malt ausschweifend großzügige, wunderbar geistreiche Portraits der beiden, und ihrer Familien. Vor allem aber zeichnet er mit feinem Schwung die Erwartungen, die die beiden so sehr unterscheiden. Die Szenen werden einmal aus Edwards und dann der Sicht von Florence erzählt. Das Ergebnis, das wir Leser geboten bekommen bietet faszinierende Einblicke in das Innenleben zweier Menschen - und freilich ist es interessant zu assoziieren, mit eigenen Erfahrungen. Dennoch halte ich es für eine gewagte Theorie das Verhalten der beiden zu verallgemeinern.

Seltsam amüsiert bis entzückt stelle ich für mich übrigens eine dumme Kleinigkeit fest, die mich schmunzeln lässt und ein bisschen versöhnt mit den unglaublich erotischen Vorstellungen einiger großen Weltliteraten , die ihre Streichinstrument spielenden Protagonistinnen stets als begehrenswert erotische Lustobjekte überzeichnen. Wer Geigerinnen und Cellistinnen faszinierend findet, sollte das hier gelesen haben. Insbesondere Herren Coelho, Bieri und Mulisch würde ich diese Lektüre dringend anraten. :-p


Apicula meint:
Intelligente Lektüre, die einen tiefen Einblick in eine vergangene Epoche liefert und höchst aufschlussreich ist in der Hinsicht Kommunikation unter Partnern.

4 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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„Britisch, konventionell, psychologisch”

16.09.2007

Rezension von Whitefish aus Leipzig

Sie sind frisch verheiratet: Florence, vielversprechende Violinistin und Tochter aus gutem Hause und Edward, der erfolgreich ein Geschichtsstudium absolviert hat.
Der Hochzeitstag nähert sich dem Ende, die erste gemeinsame Nacht in einem Hotelzimmer in der Nähe eines Strandes steht bevor. Nervös sind beide, allerdings aus unterschiedlichen Motiven - während Edward es kaum erwarten kann, windet sich Florence zwischen Abscheu und Pflichtbewußtsein.

Ian McEwan hat sich hier eines Tabuthemas angenommen, psychologisch genau werden die Gedanken, Ängste und Sorgen des jungen Ehepaares dargestellt. Während das Paar darunter leidet, nicht klar und offen miteinander reden zu können und nahezu gefangen ist in Konventionen, ist es ein absoluter Kontrast, wie freizügig dem Leser die Gefühlswelten von Florence und Edward gezeigt werden.

Die Sprache des Autoren ist großartig und zeitlos und lässt an Klassiker denken. Von der Handlung her bedauert man die Entwicklungen in diesem Roman, es ist alles so hoffnungslos und dem Scheitern nah....

Insgesamt: Schön, traurig, bedauerlich, konventionell und vielleicht eher etwas für ältere Leser und auch diejenigen, die beruflich mit Psychologie zu tun haben.

5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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„Schöne Lektüre mit schalem Nachgeschmack”

12.09.2007

von einer Kundin oder einem Kunden

In seiner wie üblich geschliffenen, wunderschönen Sprache lässt uns Ian McEwan teilhaben am Scheitern einer Hochzeitsnacht in den frühen 60-er Jahren. Sehr elegant schafft McEwan die Kurven aus der Hochzeitssuite zur Vorgeschichte von Florence und Edward, zum Entstehen dieser Beziehung und zur Herkunft der beiden Protagonisten, um dann wieder zur Handlung zurückzukehren. Wunderschön zu lesen.
Erstaunlicherweise nimmt man sogar mit Spannung am Geschehen in der Hochzeitsnacht teil, hoffend, dass doch noch eine Annäherung stattfinden könnte. Das Thema scheint die Kommunikationsunfähigkeit eines Paares zu sein, die durch gesellschaftliche Konventionen, Sachzwänge, Unsicherheit und Angst verursachte Nicht-Wahrhaftigkeit der Figuren, und damit die Unmöglichkeit von wirklicher körperlicher und geistiger Nähe und Offenbarung zu sein. Ein Thema, welches durchaus auch heute sehr aktuell ist, ein Stoff, mit dem es sich zweifellos lohnt, sich auseinanderzusetzen.Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass man in den frühen 60-er Jahren noch dermassen verklemmt und prüde gelebt hat, aber dies nur nebenbei.
Wirklich an den Rand des Abgrunds in Richtung Trivialliteratur manövriert wird der Roman durch die nur angedeutete Geschichte des Missbrauchs von Florence durch ihren Vater. Dadurch ist die Sprachlosigkeit der beiden scheiternden Liebenden plötzlich nicht mehr relevant. Wir wissen ja, warum "es" so ist. Die arme Florence ist missbraucht worden. So einfach, so schrecklich. Wenn aber nun Missbrauch das Thema sein sollte, wäre doch zu erwarten, dass McEwan sich tatsächlich darauf einlässt. Leider keine Spur.
Es keimt der Verdacht, dass der Bestsellerautor ein Auftragswerk zu einem bestimmten Zeitpunkt abzuliefern hatte und das Thema nicht mehr abhandeln konnte, oder dass aus Effekthascherei noch etwas "Missbrauch" hinzugefügt wurde, um vielleicht den "Zeitgeschmack" des 21. Jh. zu treffen und aktuell zu sein. Damit wird die zweifellos vorhandene Schönheit und Qualität des Werkes buchstäblich zunichte gemacht.
Sehr schön zu lesen, Lektüre für einen Abend, mit leider sehr schalem Nachgeschmack.

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„Wie Steine am Meer”

12.08.2007

Rezension von Polar aus Aachen Top-100 Rezensent

Mißverständnisse, darauf beruhen einige der besten Roman, kommt dann noch eine verklemmte Sexualität hinzu, die durch eigene Ängste ins Übermenschliche gesteigert wird, hat eine frisch gestiftete Ehe es schwer, aus den Starlöchern zu kommen. Wie fehlgeleitetes Geschlechtsleben Schicksale erzeugt, das Leben in Bahnen lenkt, die jemand sich zuvor anders ausgemalt hat, beschreibt Ian McEwan nicht erst in diesem Roman. Neben Zementgarten hat er vor allem in Abbitte erzählt, wie allein die fehlgeleitete Vorstellungskraft einen Menschen unschuldig in eine Tragödie hineinschlittern lassen kann. Was in Abbitte noch als großes Panorama erscheint, wird Am Strand zum kleine Kammerspiel, das zwischenzeitlich das Kennenlernen des Liebespaars und deren Familien kurz umreißt, aber sich weitgehend auf die Ereignisse, Hoffnungen wie Enttäuschungen der Hochzeitsnacht zwischen Edward und Florence konzentriert. Wer dabei von beiden die größere Schuld auf sich nimmt, ist nicht die entscheidende Frage, vielmehr schafft es McEwan durch seine meisterliche Führung und Sprache ein Pschogramm zweier Menschen zu beschreiben, die sich besser nie kennengelernt hätten, da sie eigentlich jemand an ihrer Seite benötigen, der ein ganzes Leben auf sie aufpaßt. So schnell platzt die Zukunft, und auf den letzten Seiten erzählt McEwan davon, wie selbst die Zukunft nach der Trennung eine Geschichte der verlorengegangen Träume ist. Kurz und schonunglos, faszinierend in der Hilflosigkeit.

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