Vorgezogen in den Gartenraum und frei"thronend"über dem Garten verzichtet dieser Sitzplatz auf viele Standards einer üblichen Gestaltung. Ohne Wind-, Sicht-, Sonnenschutz und Rückendeckung kommt das Konzept unserem archaischen Anlehnungs- und Schutzbedürfnis nicht entgegen. Tatsächlich sitzt man hier vielmehr wie auf einer Bühne oder einem Präsentierteller. Diese Wirkung verstärken noch die eingeschobenen Kulissen der Buchenhecken und der Kiesbelag, die den Sitzplatz auch optisch vom Haus abkoppeln. Frei wie auf einer Schanze bietet er jedoch eine wunderbare Sicht sowohl auf den formalen Garten wie auf den links anschliessenden naturhaften Teil. Die tatsächlichen Intentionen der Gestaltung macht der Plattenbelag sichtbar, der den Sitzplatz konsequent in das Flächenkonzept des Gartens integriert und zum Blickfang erhebt. Dass dieses Freiluftdomizil ästhetisch besticht, aber nicht überlaut hervortritt, ist der Wahldes kubischen Mobiliars zu verdanken, das aus wetterfestem Aluminium und Jatoba-Holz rund ums Jahr besticht. Zugegeben: Dieser Sitzplatz lädt weder dazu ein, sich romantisch zwischen Pflanzen einzunisten, noch nutzt er die Natur, um Geborgenheit zu vermitteln. Stattdessen ermöglicht er jedoch freie Weitsicht und verweist den Betrachter vielleicht gerade durch seine "Schutzlosigkeit" darauf, Geborgenheit und Sicherheit in sich selbst zu finden - und vielleicht dabei eine noch viel grössere Freiheit zu entdecken.