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Herztier

Roman. Ausgezeichnet mit dem International IMPAC Dublin Literary Award 1998
KurzbeschreibungHerta Müllers zweiter Roman »Herztier«, 1994 erstmals erschienen, zeichnet ein unvergessliches Bild eines totalitären, menschenfeindlichen Staates und den elementaren Gefühlen seiner Bewohner: allgegenwärtige Angst und rauschhafte Liebe, gefährdete Freundschaft und schwarzer ... weiterlesen
  • Kundenbewertung:Bewertung
  • ISBN-10:3-596-17537-2
  • EAN:9783596175376
  • Veröffentlichungsdatum:August 2007
  • Einband:kartoniert/broschiert
  • Verlag:Fischer Taschenbuch Verlag
  • Gewicht:200 g
  • Abbildungsvermerk:19 cm
  • Sprache:Deutsch
  • Reihe:Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe
  • Seiten:251

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Kurzbeschreibung zu: "Herztier"

Herta Müllers zweiter Roman »Herztier«, 1994 erstmals erschienen, zeichnet ein unvergessliches Bild eines totalitären, menschenfeindlichen Staates und den elementaren Gefühlen seiner Bewohner: allgegenwärtige Angst und rauschhafte Liebe, gefährdete Freundschaft und schwarzer Hass. Zugleich entsteht unter den Augen des Lesers ein Sprachkunstwerk von ganz eigener Poesie und Schönheit - metaphernreiche, magische Prosa. Spätestens mit diesem Roman wurde Herta Müller zu einer der bedeutendsten und eigentümlichsten Autorinnen der deutsprachigen Literatur und in ihr eine absolut unverwechselbare und originelle Stimme.

Autorenportrait

Autorenportrait von: Herta Müller
Herta Müller, 1953 geboren im deutschsprachigen Nitzkydorf/Rumänien, studierte 1973 - 1976 deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch "Niederungen" lag danach vier Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1989 - 2001 Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland. Seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt sie 2006 den Würth-Preis für Europäische Literatur für ihr literarisches Gesamtwerk sowie den Walther-Hasenclever-Werkpreis. Herta Müller lebt in Berlin. 2009 erhielt die Autorin die Ehrengabe der Heine-Gesellschaft.

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Bewertung «"Freunde kommen nicht in Frage...» von einer Kundin oder einem Kunden (01.11.2009):

... denk an seriösere Dinge", heißt es mit versteckter Kälte in dem Gedicht von Gellu Naum, das dem Roman voransteht. Wegen dieses Gedichts werden Edgar, Kurt und Georg das erste Mal verhört. "Kurt musste den Mund öffnen, und der Hauptmann stopfte ihm das Blatt hinein. Kurt musste das Gedicht essen."
Wer wissen will, wie sich das Leben unter der Diktatur in Rumänien anfühlte, kann es hier, in diesem kühlen, poetischen Roman erfahren.
Und das Herztier? "Aus jedem Mund kroch der Atem in die kalte Luft. Vor unseren Gesichtern zog ein Rudel fliehender Tiere. Ich sagte zu Georg: Schau, dein Herztier zieht aus."

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Bewertung «Faszinierendes Zeitbild» von einer Kundin oder einem Kunden (18.10.2009):

Im Mittelpunkt der Handlung von „Herztier“ – Herta Müllers bekanntesten Roman nach „Atemschaukel“ - steht die Erzählerin, die sich an ihr Leben an der Universität und an ihre Arbeit als Übersetzerin erinnert. Sie zählt zur deutschsprachigen Minderheit in Rumänien der 70er und 80er Jahre, die unter den Repressalien des Ceausescu-Regimes leidet, und wohnt mit ihrer Freundin Lola im Studentenwohnheim. Lola kam für das Studium aus dem Süden Rumäniens, wollte der alltäglichen Not des verarmten Landes entfliehen und wird eines Tages erhängt aufgefunden. War es Selbstmord oder Mord durch die allgegenwärtige Geheimpolizei, die den deutschstämmigen intellektuellen Rumänen sehr kritisch gegenübersteht? Die Freunde der Erzählerin wollen die Wahrheit herauszufinden, scheitern aber an den unmenschlichen Verhältnissen und werden zur Auswanderung gezwungen. Doch auch in der Fremde holt die Vergangenheit die Erzählerin immer wieder ein. Herta Müller erzählt von materieller Not, Migration und Heimatlosigkeit, den Verlust von Identität und Vertrauen in Freundschaft und Partnerschaft. Große Teile dieses Romans sind autobiographisch verbürgt, was die bedrückende und sehr poetische Erzählung noch faszinierender macht.

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