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Volker M.
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Volker M.s Rezensionen

Seite: 12345678910

buch

Es gibt nur den geraden Weg

Rüdiger Heimlich

gebunden

Erschienen bei: Kiepenheuer & Witsch , 16.05.2013

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18.05.2013

„Leuchtfeuer der Menschlichkeit”

Leuchtfeuer der Menschlichkeit

Es wäre eine bessere Welt, wenn alle Menschen wären, wie Waafa El Saddik. Sieben Jahre lang war sie Direktorin des berühmten Ägyptischen Museums in Kairo, aber ihr Leben auf diese sieben Jahre zu kondensieren, wäre viel zu kurz geraten. Aufgewachsen in der Aufbruchstimmung nach der Gründung der Republik unter Nasser, wird sie Zeuge vieler gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, die teilweise Auswirkungen bis in ihr Privatleben haben. Mit Ehrgeiz, Mut und einem unerschütterlichen Empfinden für Gerechtigkeit meistert sie Probleme, an denen die Meisten zerbrochen wären.

Waafa El Saddik stammt aus einer bedeutenden ägyptischen Familie, die über Jahrhunderte herausragende Stellungen besetzte. Ihre Großeltern waren noch hohe Verwaltungsbeamte und Großgrundbesitzer, ihr Vater Wasserbauingenieur. Mehr durch Zufall findet das intelligente Mädchen nach der Schule den Weg zur Ägyptologie und wird die erste Frau, die in Ägypten selber einen Spaten in die Hand nehmen darf. Bis dahin waren Ausgrabungen reine Männersache. Aber ihre Zielstrebigkeit, gepaart mit ein wenig Glück, bringen sie immer dahin, wo sie hin will. Es ist ihre Gradlinigkeit, die oft den Ausschlag gibt. Sie ist immer ehrlich, hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg und das beeindruckt letztlich Gönner wie Gegner.

Als El Saddik den Direktorenposten im Ägyptischen Museum übernahm, lag der Anteil der Ägypter unter den Besuchern bei 2%, zum Schluss waren es 20%. Aber der Weg dahin war steinig und es gab viele mächtige Männer (und Frauen), die ihr Knüppel zwischen die Beine warfen. Der unrühmliche Zahi Hawas gehörte ebenfalls dazu, obwohl sie ihn sehr differenziert kritisiert. Sein pharaonisches Ego, die unberechenbaren Wutausbrüche und seine mediengeile Auffassung von Wissenschaft verachtet sie und wird nicht müde, dies zu geißeln. Auf der anderen Seite hält Hawas trotz aller Differenzen an ihr als Direktorin fest und das, obwohl ihr Vertrag jährlich kündbar ist. Auch hat er die Ägyptologie nach 200 Jahren endlich den Ägyptern zurückgegeben. Nicht ganz so differenziert ist Wafaa El Saddiks Kampf für die Rückgabe der Nofretete, bei dem sie ihre Argumente leider dreht, wie sie sie gerade braucht. Aber dieses schwierige Kapitel möchte ich hier nicht vertiefen, zumal das vom Eigentlichen ablenken würde: Diese Frau ist ein wirkliches Leuchtfeuer der Menschlichkeit in einem Meer aus Korruption und Intrigen. Wie sie es geschafft hat, in ihrem Leben allen Versuchungen zu widerstehen (und es gab deren genügend), sich für die Rechte der Rechtlosen einzusetzen, loyale Freundschaften über Kultur- und Ländergrenzen hinweg zu pflegen, wie sie sich für eine pluralistische Gesellschaft engagiert und darin nie nachlässt, auch wenn die Widerstände noch so stark werden, das ist eine wahrhaft großartige Lebensleistung.

Wafaa El Saddik schreibt lebendig und mit dem gleichen Herzblut, mit dem sie für ihre Projekte kämpft. Sie ist oft sehr emotional und gerade das fesselt den Leser von der ersten Seite an, wird er doch quasi Teil der großen Familie El Saddik. Man erleidet mit ihr Schicksalsschläge und freut sich mit ihr, wenn es gelingt, unfaire Gegner mit fairen Mitteln zu besiegen. Auch das Buch nimmt immer den geraden Weg.

buch

Übungsbuch Bilanzen erstellen und lesen für Dummies

Michael Griga

Taschenbuch

Erschienen bei: Wiley VCH Verlag GmbH , 10.04.2013

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17.05.2013

„Praxisnahe Übungen”

Wer in Aktien und Anleihen investiert, kommt langfristig nicht um eine fundierte Unternehmensbewertung herum. Basis hierfür ist vor allem der Jahresabschluss, der für alle Kapitalgesellschaften und bestimmte Personenhandelsgesellschaften in elektronischer Form veröffentlicht werden muss.

Das "Übungsbuch Bilanzen erstellen und lesen" von Michael Griga hilft dabei, die Regeln der Bilanzierung zu verstehen und anhand von praxisnahen Übungen umzusetzen. Das Themenspektrum ist dabei sehr vielseitig und richtet sich sowohl an Einsteiger als auch an Leser mit Vorkenntnissen. Auch zum Auffrischen des Wissens ist das Buch sehr gut geeignet.

Die ersten drei Teile vermitteln die Grundlagen des Jahresabschlusses: Sinn und Zweck, rechtliche Grundlagen, Aufbau und Erstellung von Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Konzernabschlüssen sowie Berichtspflichten der Unternehmen. Die beiden letzten Teile bauen auf diesem Grundwissen auf und beschäftigen sich mit der Bilanzpolitik und -analyse.
Auf die in Österreich (UGB) und der Schweiz (OR) geltenden Besonderheiten wird separat und deutlich hingewiesen. Für wen dies nicht relevant ist, der kann die Absätze einfach überspringen. Die Unterschiede zwischen dem deutschen HGB und internationalem IFRS dürften dagegen für die meisten Leser wieder interessant sein. Seit 2005 müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU nämlich ihre Konzernabschlüsse nach IFRS erstellen.

Das Konzept des Übungsbuches ist zunächst ungewohnt: Bereits bei den ersten Übungen merkt man, dass häufig Aufgaben gestellt werden, deren Lösung als Lerninhalt noch gar nicht vermittelt wurde. Hierdurch wird der Einsteiger zwar zum Nachdenken angeregt und der Auffrischer erinnert sich vielleicht an das früher einmal Gelernte, allerdings besteht dadurch die Gefahr, dass sich manche Leser überfordert fühlen. Mir hat das Konzept sehr gefallen, da es den Lernprozess auflockert - "Spinksen" ist ausdrücklich erlaubt! Der Leser sollte sich aber die Zeit nehmen, die Übungen, wenn nicht schriftlich, dann zumindest gedanklich durchzuspielen. Nur so wird sich der Lernerfolg einstellen.

Empfehlenswert für diejenigen, die sich anhand von Praxisbeispielen das Wissen rund um Bilanzen aneignen oder auffrischen wollen. Als Nachschlagewerk, klassisches Lehrbuch oder Ergänzung eignet sich übrigens die parallel erschienenen Bücher "Bilanzen erstellen und lesen" und "Buchführung und Bilanzierung".

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Der Mensch und die Weltmeere

Fondation Fondation GoodPlanet

gebunden

Erschienen bei: Knesebeck , 17.04.2013

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17.05.2013

„Atemberaubende Bilder mit klarer Botschaft”

Yann Artus-Bertrand und Brian Skerry sind einander absolut ebenbürtige Fotografenlegenden. Der eine als Luftbildfotograf, der andere als Unterwasserspezialist. Zusammen haben sie ein wunderbares Buchprojekt realisiert, das neben atemberaubenden Fotos eine eindringliche Botschaft vermittelt, die man nicht genug unterstützen kann: Rettet die Meere, sonst sind wir nicht mehr zu retten.

Bertrands Luftaufnahmen zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Vielgestaltigkeit aus. Er schießt seine Fotos aus unterschiedlichen Höhen und lässt so mal verborgene Strukturen erkennen, mal zeigt er den Menschen in seinem Lebensraum. Die Farbverläufe in einem Flussdelta wirken bei ihm wie ein abstraktes Gemälde, so wie ein quirliger Fischmarkt von oben zum Entdecken einlädt und das blutverschmierte Deck eines Robbenfängers zur beredten Anklage wird. Aber besonders haben es ihm die Strukturen angetan: von Dünen über Inselwelten bis zu den grünen Schwaden einer Algenblüte.

Die Unterwasserfotografie stellt ganz besondere Herausforderungen an die Fototechnik. Die Objektive müssen von allerbester Qualität sein, um die störenden Farbsäume vor allem im Randbereich einer Aufnahme zu vermeiden. Die Fotos von Brian Skerry sind technisch einfach unübertroffen und von einer Ästhetik, die keinen Zweifel lässt, dass er in der ersten Liga der Unterwasserfotografen spielt. Die unglaubliche Tiefenschärfe lässt den Betrachter jedes Detail erkennen - man taucht quasi mit und nicht nur deshalb hält man öfter mal den Atem an, beim Anblick der Farbenpracht und bizarren Formen unter Wasser. Die Aufnahmen haben eine Dynamik und Expressivität, die begeistert.

Die beiden Fotografen aber treibt mehr an, als "nur" schöne Fotos aus aller Welt zu präsentieren. Sie engagieren sich aktiv im Umweltschutz und ihnen ist sehr bewusst, dass die Menschheit auf Dauer nicht überleben wird, wenn wir es nicht schaffen, die Lebensräume in unseren Meeren zu erhalten. Überfischung und Verschmutzung haben längst kritische Dimensionen angenommen. Im Buch sind neben vielen hochinteressanten, kurzen Sachkapiteln auch zahlreiche Interviews mit ausgewiesenen Meeresexperten aufgenommen. Aus dem Mund der Fachleute bekommen die Fakten eine ganz andere Dringlichkeit: Die Ausmaße der Zerstörung unserer Meere ist wirklich erschreckend und je weiter man liest, umso mehr erkennt man, auf wie vielen Ebenen der Mensch in Ökosysteme eingreift, die kaum untersucht sind. Entsprechend lassen sich die Folgen von massiven Eingriffen kaum abschätzen: Die Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt ebenso wenig wie die für das Klima und die Welternährung. 200 Meilen außerhalb der Küste beginnt der "Freie" Ozean und spätestens hier macht fast Jeder was er will. Aber es gibt auch erste Ansätze, die ein Umdenken zeigen. Auch das verschweigt das Buch nicht.

Ich wünsche mir, dass "Der Mensch und die Weltmeere" nicht ein weiterer wunderschöner Bildband über die Ozeane ist, sondern dass er dazu beiträgt, dass unsere Entscheider auch etwas tun. Eigentlich sollte man jedem Politiker ein Exemplar davon auf den Tisch legen und ihn zwingen, es auch zu lesen...

Hörbuch

Für solche Schweine spiele ich nicht!

Ferdinand Ries

Erschienen bei: Roof Music GmbH , 26.04.2013

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15.05.2013

„Bravourös interpretiert”

Ferdinand Ries war einer von nur zwei Schülern, die Beethoven jemals unterrichtete. Der andere war übrigens Carl Czerny, der noch heute Klavieranfänger mit seinen Übungen quält. Zehn Jahre nach Beethovens Tod erschien eine Doppelbiografie über den Titanen der Musik, zu dem Ferdinand Ries den einen Teil beitrug. Seine sehr persönlichen Erinnerungen an die Zeit bei seinem Lehrer, während der er quasi Beethovens Privatsekretär wurde, Noten kopierte, Drucke kontrollierte und die Post erledigte, gehören zum Lebendigsten und Anrührendsten, was über den Bonner Grantler geschrieben wurde. Es sind hinreißende Anekdoten, die vor allem den Menschen Beethoven charakterisieren, sein aufschäumendes Wesen, seine Launenhaftigkeit, aber auch seine fast schon naive Gutgläubigkeit und Herzensgüte. Er war schnell beleidigt und dann oft auch ausdauernd nachtragend, auf der anderen Seite aber bereit, Fehler einzugestehen und den status quo ante wiederherzustellen.

Aus Ferdinand Ries' Erinnerungen an Beethoven wird hingegen auch deutlich, was für ein hervorragender Musiker Ries selber war, ohne dass er als Prahler oder eitler Selbstdarsteller daherkommt. Es sind die vielen Randbemerkungen über die anspruchsvollen Aufgaben, die ihm Beethoven übertrug und den Fleiß, mit dem er sie erledigte. Nicht viele konnten vor Beethovens Augen bestehen - Ferdinand Ries gehörte definitiv dazu. Da ist es umso erstaunlicher, wie gründlich Ries' eigenes Werk heute vergessen ist.

Aus Ries' Worten spricht nicht nur die Bewunderung von Musiker zu Musiker, sondern auch eine tiefe Wertschätzung, ja sogar Liebe, wie die von Sohn zu Vater. Ein Gefühl, das offensichtlich auf Gegenseitigkeit beruhte. Beethoven kannte Ferdinand Ries noch aus dessen Kinderzeit, denn Ries' Vater war wiederum einer von Beethovens Lehrern und dieser half dem damals noch Unbekannten aus mancher misslichen finanziellen Lage. Mit Geld umzugehen, das lernte Beethoven übrigens nie, wie Ries in mancher launigen Anekdote zu berichten weiß.

Konrad Beikircher liest den nicht einfachen Text mit Bravour. Er strukturiert die langen Sätze mit ausgeprägt musikalischem Feingefühl, dass sie perlen wie Sekt im Glas. Da entsteht eine tiefe Verbundenheit, wenn Beethoven mit Bonner Akzent poltert und Kronprinz Rudolf auf Wienerisch näselt. Sparsam dosiert wirkt dies keinesfalls aufgesetzt, sondern gibt dem Bericht zusätzlich etwas sehr Lebendiges.

Ries' amüsante Beethoven-Anekdoten sind auch nach 200 Jahren immer noch hörenswert, manche sind tatsächlich Teil des deutschen Kulturgedächtnisses geworden. Und in der Interpretation von Konrad Beikircher beginnen diese niemals wirklich in Vergessenheit geratenen Texte geradewegs zu funkeln.

buch

Showdown

Dirk Müller

gebunden

Erschienen bei: Droemer/Knaur , 30.04.2013

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14.05.2013

„Mehr Wirtschaftskrimi als Sachbuch”

Wer kennt "Mr. Dax" nicht? Dirk Müller versteht es immer wieder, in Talkshows, Börsenzeitschriften oder mit seinen Büchern Aufmerksamkeit zu erregen. Er ist ein Meister des (Selbst)Marketings, aber durch seine verständliche Ausdrucksweise erreicht er viele Menschen, die sich ansonsten weder für Politik- noch Finanzthemen interessieren.

In seinem neuesten Buch mit dem etwas reißerischen Titel "Showdown" beschreibt Dirk Müller den aktuellen Stand der Euro-/Schuldenkrise, analysiert die Motive der Hauptbeteiligten und stellt mögliche Lösungen vor, wie Europa doch noch aus der Krise herausfinden kann.

Es ist unbestritten, dass wir mit dem Euro eine Währungsunion mit völlig unterschiedlichen Wirtschaftsräumen geschaffen haben, ohne zuvor eine politische, wirtschaftliche oder steuerliche Union zu etablieren. Somit sind Puffermöglichkeiten wie eine Abwertung der Währung in einzelnen Staaten verloren gegangen - ein katastrophaler Konstruktionsfehler der Gemeinschaftswährung. Ich kann Müller nur zustimmen, dass dies die Achillesferse ist. Ebenso, dass wir bereits heute mit den vielen Rettungsschirmen à la ESM längst eine Schuldenunion haben.

Wie ist es dazu gekommen? Müller arbeitet nicht die kompletten Ursachen und Maßnahmen der Finanzkrise auf, sondern beleuchtet im ersten Teil punktuell einige für ihn wesentliche Entwicklungen der neueren Vergangenheit.

An Griechenland mit seiner langen Tradition für Misswirtschaft und Korruption wird besonders deutlich, dass man den zweiten vor dem ersten Schritt gemacht hat, also die Einführung der Währungsunion vor der Wirtschaftsunion. Gemessen an der Leistungskraft der Wirtschaft ist die "griechische Währung" nach Angabe des Autors mittlerweile zu 100 Prozent überbewertet - Abwertung ist nicht möglich.
Will man Dirk Müller glauben, verfügt Griechenland über eines der größten Rohstoffvorkommen Europas - insb. Gas und Öl. Ein Ausgleich des Defizits wäre somit ein Leichtes. Aber angeblich greifen weder Medien noch Politiker dieses Thema auf. Müller polemisiert: "Wenn mir jetzt einer mit dem Totschlagargument 'Verschwörungstheorie' kommt, fange ich an, dessen gesunden Menschenverstand zu bezweifeln." Wären seine Ausführungen nicht nur mit "eigenen Recherchen" belegt, sondern mit überprüfbaren Quellenangaben, der Leser wäre dem gesunden Menschenverstand vielleicht etwas näher. So bleibt dann doch ein wenig das Gschäckle "Verschwörungstheorie".
Bei vielen Themen liest sich Müllers Buch wie ein Krimi, aber leider nicht immer wie ein Sachbuch. Geht es bei der Eurokrise um eine "Geostrategie" (der USA), um die zukünftigen wirtschaftlichen und politischen Machtachsen festzulegen? Werden die USA ihr Handeln im Nahen Osten überdenken, wenn sie durch Fracking energieautark würden? Ich konnte seiner Argumentation gut folgen, aber trifft sie auch zu? Quellenangaben hätten der Glaubwürdigkeit auch hier gut getan.

[...]

Im zweiten Teil seines Buches fordert Müller zum Umdenken und zur Aufgabe der eingeschlagenen Richtung auf, um Europa noch zu retten. Investitionen in die Infrastruktur, Korrektur der verfehlten Politik bei den erneuerbaren Energien und Hebung der besagten Rohstoffressourcen sind nur einige seiner Vorschläge zur Ankurbelung der Wirtschaft und somit zur Lösung des Schuldenproblems.

"Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld" regt zum Nachdenken an und wartet mit zum Teil unbekannten Details auf. Die Quellenlage bleibt leider etwas undurchsichtig und der Leser muss selber entscheiden, den Aussagen zu glauben ... oder auch nicht. Dennoch ein lesenswertes und spannendes Buch.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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Deutschlands Städte

Gerhard Launer

gebunden

Erschienen bei: Frederking & Thaler , April 2013

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13.05.2013

„Die Welt, in der wir leben”

Luftbildaufnahmen sind in Mode, spätestens seit Yann Arthus-Bertrands "Die Erde von oben". Aber auch in Deutschland gibt es hervorragende Luftbildfotografen. Gerhard Launer zum Beispiel. Er fliegt seit 15 Jahren in alle Regionen des Landes, hat mittlerweile einen riesigen Luftbildfundus aufgebaut, der auch schon in Kalendern und Büchern publiziert ist. Diesmal sind es die Städte, die sein besonderes Interesse finden. Sortiert nach Bundesländern, hat er auf 260 Seiten alle deutschen Groß- (und viele Klein)städte ins Bild gesetzt, eine Sisyphusarbeit, denn alle nicht-digitalen Fotos aus seinem Archiv hat er noch einmal digital wiederholt. Die technische und ästhetische Qualität ist entsprechend auf höchstem Niveau. Besonders viel Spaß macht es, vor dem Lesen der Bildlegende zu raten, um welche Stadt es sich handelt. Es sind erstaunlich viele Orte auf den ersten Blick identifizierbar, auch wenn man kein Geografie-Experte ist. Launer gelingt es, das Charakteristische einer Stadt auf den Punkt zu bringen und er achtet dabei besonders auf das richtige Licht. Er muss dafür eine atemberaubend große Anzahl von Flügen absolviert haben, denn viele Lichtstimmungen sind nur an wenigen Tagen im Jahr genau so einzufangen.
Nordrhein-Westfalen ist zwar das bevölkerungsreichste Bundesland, aber Launer behandelt es ein wenig stiefmütterlich. Seine Liebe gilt offenbar den mittelalterlichen Innenstädten mit ihren charakteristischen Ringstrukturen und der kleinteiligen, engen Bebauung. Die gibt es in der Tat in NRW weniger, aber auch hier kann man Interessantes entdecken.

Ich bin mir unsicher, ob die Beschränkung nur auf die Architektur der Städte die Vielfalt der Eindrücke nicht zu sehr reduziert. Die Menschen geraten ein wenig aus dem Fokus, obwohl auch Luftaufnahmen durchaus das Leben der Menschen einfangen können. Möglicherweise tue ich dem Autor auch Unrecht, denn man kann in der Stadtarchitektur durchaus viel ablesen. Oft hat sich die Geschichte tief in das Stadtbild eingegraben. Köln, das im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, führt sein Schicksal quasi in der Straßenkarte. Es sind nicht nur Idyllen, die Launer im Bild festhält, sondern auch Industrie und kalte Büroarchitektur.

Die Texte sind knapp und beschränken sich auf grundlegende Informationen zu den Abbildungen. So bleibt ein Maximum an Platz für die Fotos, die sich gestochen scharf teilweise über eine Doppelseite erstrecken. Da fliegt man als Leser regelrecht mit.

"Deutschlands Städte" zeigt die Welt, in der wir leben. Es lädt ein zu Entdeckungen und Streifzügen mit dem Zeigefinger. Und vielleicht gibt es auch Anregung, sich die eine oder andere Stadt auch einmal persönlich anzuschauen.

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Big Bugs - 3D - Kleine Krabbler ganz groß

Erschienen bei: PolyBand , 26.04.2013

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13.05.2013

„Keine Empfehlung”

Es gibt großartige Naturdokumentationen, die einen faszinierenden Blick auf die kleinen Wunder der Welt werfen. Insekten und andere Krabbeltiere können so viel mehr sein als eklige, blutsaugende, zerstörerische Mini-Monster. Vor allem die BBC hat in den letzten Jahren in dieser Hinsicht Bahnbrechendes geleistet.
"Big Bugs" fährt bewußt auf dieser Erfolgswelle, indem die Produktion auf neueste Technik und Effekte setzt: 3D und jede Menge Zeitlupenaufnahmen. Aber den Zuschauer beschleicht recht bald ein ungutes Gefühl. Nahezu alle Makroeinstellungen sind unter Laborbedingungen und nicht in der Natur entstanden, die Kulissen wirken in der Tat kulissenhaft (wenn beispielsweise eine Phalanx von Erlenmeyerkolben völlig sinnfrei mit bunt gefärbtem Wasser auf einem Labortisch arrangiert wird) und die vorgestellten Insekten sind fast ausschließlich Arten, die man auch hierzulande im gut sortierten Terrarienhandel beziehen kann. Keine Überraschungen, sondern entomologische Meterware. Die Bilder sind hübsch, aber aus meiner Sicht viel zu sehr auf Effekt getrimmt. Das wäre erträglich, wenn wenigstens inhaltlich Neues transportiert würde - aber auch hier Fehlanzeige. Endlose, sich wiederholende Sequenzen, in denen Frösche, Fische, Gottesanbeterinnen oder Vögel Insekten verspeisen, haben wirklich nur kalorischen, aber keinen sittlichen Nährwert.

Die Welt der Insekten ist so unglaublich vielseitig, ihre Strategien der Fortpflanzung und Verteidigung sind so ungeheuer raffiniert und verblüffend, dass man "Big Bugs" eigentlich nur ein Urteil ausstellen kann: Eine vertane Chance. Dass zumindest auf unserem Player auch noch vereinzelte Szenen ruckelten, ist da fast schon eine lässliche Sünde.

Nein, empfehlen kann ich diese Blu-Ray nicht mit gutem Gewissen.

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Handbuch QM-Methoden

gebunden

Erschienen bei: Hanser Fachbuchverlag , 07.03.2013

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11.05.2013

„Praxisnah, verständlich und umfassend”

Kurze Vorbemerkung zur 2. Auflage: Mit dem Kauf der neuen Auflage gibt es nun (endlich) das "Handbuch QM-Methoden" das E-Book kostenlos dazu. Die personalisierte PDF-Datei lässt sich mit dem im Buch abgedruckten Code von der Webseite des Verlages herunterladen und auf dem Computer, Tablet-PC oder E-Book-Reader nutzen. Gerade bei der Nutzung als Nachschlagewerk ist eine Datei oft hilfreich, da man bequem Passagen oder Schlagworte suchen kann. Darüber hinaus wurde der Inhalt aktualisiert, wobei zwei Kapitel (DoE, QFD) vollständig ersetzt wurden. Die Dateien auf der beiliegenden CD-ROM entsprechen im Wesentlichen der 1. Auflage von 2012. Und noch eine Kleinigkeit ist neu und hilfreich: Es gibt nun ein Lesebändchen.

Doch nun zum Inhalt: Es gibt viele unterschiedliche Methoden und Werkzeuge des Qualitätsmanagements, um Prozesse zu optimieren, Produkte (auch Software) zu verbessern oder die Kundenbindung zu erhöhen: Total Quality Management, Kanban oder Six Sigma, um hier nur drei beispielhaft zu nennen. Mit diesem Nachschlagewerk ist es Kamiske gelungen, alle in Deutschland relevanten QM-Methoden/Werkzeuge strukturiert, verständlich und - für mich besonders wichtig - praxisbezogen darzustellen. Dass er hierbei von über 40 Experten aus der Praxis unterstützt wurde, macht das Buch aus meiner Sicht besonders wertvoll und praxistauglich. Alle Methoden und Werkzeuge werden nach dem Schema "Grundlagen", "Nutzen" und "Umsetzung" bearbeitet. Viele Tabellen und Grafiken - strukturiert in blauer Farbe - ergänzen die Kapitel anschaulich. Durch den einheitlichen, klaren Schreibstil wirkt der schwergewichtige Wälzer von über 900 Seiten dabei wie aus einem Guss.

Um die richtige Methode bzw. das geeignete Werkzeug zu finden, hilft die Klassifizierung mit dem Ziel und der Anwendungssituation zu Beginn jeden Kapitels weiter. Zur Orientierung und richtigen Auswahl würde allerdings ein eigenes Kapitel zu Beginn des Buches sehr weiterhelfen. Wenn man also nicht den Methoden- oder Werkzeugnamen kennt, heißt es: Suchen.

Auf der beiliegenden CD-ROM gibt es zu jedem Kapitel weitere Informationen (z.B. Powerpoint-Präsentationen), Arbeitshilfen (insb. Vorlagen und Checklisten) sowie nützliche Internetlinks, wie z. B. auf ARIS Express, eine kostenfreie Prozessmodellierungssoftware von IDS Scheer. Der Inhalt der CD-ROM wurde gegenüber der Erstauflage kaum geändert und ist vor allem bei den Arbeitshilfen nach wie vor ausbaufähig. Eine Aktualisierung über eine Webseite gibt es leider nicht.

Das "Handbuch QM-Methoden" ist kein einfaches Lesebuch, das man von vorne bis hinten durcharbeitet. Es ist vielmehr ein umfassendes Kompendium des Qualitätsmanagements. Diese Art von Nachschlagewerken neigt oft dazu, sehr zu theoretisieren. Nicht so dieses Buch. Es ist äußerst praxisnah und verständlich geschrieben und die Zusatzmaterialien auf der beiliegenden CD-ROM helfen bei der Umsetzung. Mit dem kostenlosen E-Book kann man auch unterwegs bequem auf den Inhalt zugreifen, ohne das knapp 2,5 kg schwere Buch mitschleppen zu müssen.

Referenzklasse!

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Kochhelden

Eli Sussman

gebunden

Erschienen bei: Callwey , 14.03.2013

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10.05.2013

„Schnelle Party-Küche mit Raffinesse”

Es ist keine Renommierküche, die die beiden kochenden Brüder Max und Eli Sussman in ihrem Buch präsentieren. Die Rezepte orientieren sich an internationalen Standardgerichten, von deftig bis süß, allerdings immer angereichert mit einer gewissen Raffinesse. Dabei achten die Autoren besonders auf frische, hochwertige Zutaten, denn auch einfache Rezepte haben ein Recht auf Qualität. So erstreckt sich die kulinarische Reise von koreanischen Rippchen über Garganelli mit Steinpilzen bis hin zu Popcorn-Variationen. Berührungsängste kennen die Sussmans offensichtlich nicht. Es ist eine schnelle Überraschungs-Küche zur Bewirtung von Freunden und Bekannten, eine Küche, die den Gastgeber nicht an Topf und Herd fesselt, sondern Freiräume schafft und sich gut vorbereiten lässt.
Die Durchführung der Rezepte ist in der Regel auch für ungeübte Köche kein Problem, denn die Beschreibungen sind anschaulich und sehr präzise. Auch sind die Zutaten in einem gut sortierten Supermarkt normalerweise erhältlich, sodass es wirklich keine Ausflüchte gibt. Diese Gerichte bekommt jeder hin.
Bei aller Einfachheit sind die Resultate immer appetitlich präsentiert, ohne Schickimicki, aber so, dass einem beim Zuschauen schon das Wasser im Mund zusammenläuft. Die Abbildungen verbreiten eine lockere Atmosphäre, genau wie das Seitenlayout, was zusätzlich die Hemmschwelle senkt, das eine oder andere einmal selbst auszuprobieren.
Der gegrillte Pfirsichsalat und das Apfelchutney sind übrigens meine bisherigen Favoriten. Ich bin aber noch lange nicht durch ...

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Das große Buch der Markttechnik

Michael Voigt

gebunden

Erschienen bei: Finanzbuch Verlag , 09.11.2012

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09.05.2013

„Setzt Maßstäbe in der Didaktik”

Ich bin eigentlich kein Trader, sondern zähle mich eher zu den konservativen und langfristigen Anlegern. Eine fundierte Unternehmensbewertung ist für mich die wichtigste Basis für eine Investition in Anleihen oder Aktien. Markttechnik ist aber das Werkzeug, um den richtigen Moment zum Einstieg oder auch Ausstieg zu analysieren.

Fachbücher zu diesem Thema gibt es viele, aber "Das große Buch der Markttechnik" von Michael Voigt sticht hier aufgrund seines didaktischen Konzepts besonders hervor. Der Autor kombiniert einen Episodenroman über einen angehenden Trader mit einem Fachbuch, so dass der Leser schrittweise und spielerisch in die Materie eingeführt wird. Dies hat viele Vorteile, vor allem wird die ansonsten recht trockene Fachmaterie durch die fiktive Geschichte aufgelockert.

Philip, der als Praktikant in einem Tradinghaus beginnt, steht der Markttechnik zuerst skeptisch gegenüber, ist aber bereit, mehr darüber zu lernen. So werden die Grundlagen gelegt, im Roman wie im fachlichen Teil: "Wie entsteht ein Kurs?", "Was ist ein Trend und wie baut er sich auf?", "Welche Bewegungen gibt es beim Trend?" und "Auf welche Stoppregeln sollte ich achten und wann ist der richtige Einstieg?" sind nur einige der behandelten Fragestellungen.
"Ein Trader kann nicht hellsehen. Aber: Er kann kombinieren" - dies ist für mich eine Kernaussage des Buches. Ein Trader sucht nach Situationen, die einen kurzfristigen Überhang an Angebot und Nachfrage ergeben könnten. Hier ist das Orderbuch die wichtigste Informationsquelle. Anschließend muss er sich in die Positionen der anderen Marktteilnehmer hineindenken, um daraus sein eigenes Handeln abzuleiten. Alle Trades sollten dabei einer Logik, einer Idee oder einem nachvollziehbaren Ansatz zugrunde liegen, ansonsten ist es Zockerei.
Aber auch auf typische Tradingfehler kommt Voigt ausführlich zu sprechen. Besonders hilfreich fand ich das Kapitel mit Beispieltrades. Der Autor vertieft anhand von 11 Handelssituationen das zuvor Gelesene. Er setzt dabei auf möglichst viele Varianten und damit auf eine große Bandbreite an Erklärungen. Er lohnt sich, die einzelnen Gedankengänge wirklich nachzuvollziehen.

"Das große Buch der Markttechnik" kann man durchaus als Referenzwerk bezeichnen, das jetzt in der 9. Auflage vorliegt und schon zu den Klassikern gehört. Mit einem didaktisch hervorragenden Konzept vermittelt der Autor das Wissen rund um die Markttechnik. Viele farbige Tabellen und Grafiken sowie Fallbeispiele helfen, Zusammenhänge zu erkennen. Dabei habe ich es als sehr positiv empfunden, dass Voigt die Markttechnik nicht als einzig mögliche Art des Tradings sieht und empfiehlt.

Einen Zahn muss ich dem Leser aber ziehen: Es handelt sich um ein Arbeitsbuch, das Zeit und Aufwand abverlangt. Da Roman- und Fachteile aufeinander aufbauen, macht das Eine ohne das Andere keinen Sinn und daher sollte man das Buch auch sequentiell durcharbeiten. Bei knapp 700 Seiten eine echte Aufgabe - aber es lohnt sich!

Bedauerlicherweise gibt es kein Indexregister - eigentlich eine Todsünde für ein Fachbuch. Hier sollte der Verlag dringend nachbessern oder dem Buch ein kostenloses eBook beilegen.

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