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Heidelberg
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Rang:
5604

Meine Rezensionen

buch

Das Kartenhaus der Erkenntnis

Jürgen Fritz

Taschenbuch

Erschienen bei: AV Akademikerverlag , 06.06.2012

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24.03.2013

„Hervorragende Abhandlung des philosophischen Themas der Letztbegründung”

Ausgehend von der Frage, ob es eine sichere, unbezweifelbare Erkenntnis gibt, werden im einleitenden Teil zentrale Begriffe wie Erkenntnis/Wissen, Wahrheit ... sprachanalytisch erörtert, um die Ausgangsfrage umsichtig und sorgfältig zu entfalten. Hierbei werden immer wieder relevante Positionen der Philosophiegeschichte (Platon, Aristoteles) einbezogen.

Im zweiten und umfangreichsten Teil wird mit großer Sachkunde auf den Gebieten der Wissenschaftstheorie und -geschichte die Frage nach sicherer Erkenntnis in den Wissenschaften, speziell in der Physik und Mathematik behandelt. Die Arbeitsweise, grundsätzlichen Grenzen und Unsicherheiten wissenschaftlicher Erkenntnismöglichkeit werden sehr ausführlich dargelegt und kritisch erörtert. Hierbei werden Debatten, wie die zwischen Karl Popper und Thomas S. Kuhn überzeugend dargestellt und für die weitere Gedankenführung fruchtbar gemacht.

Im dritten und letzten Teil werden aktuellere philosophische Auseinandersetzungen zwischen kritischem Rationalismus (Karl Popper, Hans Albert) und Transzendentalpragmatik (Karl-Otto Apel, Wolfgang Kuhlmann) aufgegriffen. Die theoretischen Mängel beider Seiten werden äußerst scharfsinnig aufgezeigt, um anschließend eine eigenständige Rechtfertigung von 'Begründung' herzuleiten, die den Streit um Letztbegründungen hinter sich lässt. 'Begründung' wird vielmehr als eine unverzichtbare Form menschlicher Weltorientierung herausgearbeitet und die Bedeutung des Glaubens wird deutlich gemacht.

Darauf basierend ergeben sich undogmatische und anregende Konsequenzen für die Pädagogik und den Schulunterricht, insbesondere für die Begründung von Werten. Werte, so macht der Autor, Jürgen Fritz, deutlich, müssen diskutiert und begründet werden, selbst wenn sie nie als objektiv und absolut nachgewiesen werden können.

Bei der Komplexität der behandelten Themen besticht die klare, lebendige Sprache und das überall spürbare leidenschaftliche Interesse an der Sache. Die Abhandlung eignet sich auch sehr gut als Einführung in philosophisches Denken.

buch

Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes

Ansgar Beckermann

Taschenbuch

Erschienen bei: Walter de Gruyter , 28.08.2008

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16.01.2010

„Ausgezeichnetes Lehrbuch”

Ansgar Beckermann ist ein ganz ausgezeichnetes Lehrbuch gelungen, für eine Einführung recht umfangreich, so dass es nicht nur an der Oberfläche bleibt, trotz der nicht immer leichten Materie recht verständlich und gut aufgebaut und gegliedert.

buch

Gott

Manfred Lütz

gebunden

Erschienen bei: Pattloch , 21.09.2007

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30.12.2008

„Ziemliche schwache Argumentation und Darstellung”

Dieses Buch glänzt nicht mit profunder Darstellung und schlüssiger Argumentation, sondern ist im Grunde eher saloppes, wenig fundiertes Geplauder. Wer sich ernsthaft mit der Frage nach der Existenz Gottes beschäftigen möchte, dem kann dieses Buch nicht wirklich empfohlen werden.

Zum einen scheint der Autor mit der Logik ausgesprochen auf Kriegsfuß zu stehen oder aber er mißachtet sie ganz bewusst, weil es ihm gar nicht um eine ernsthafte, redliche Auseindersetzung mit dem Thema geht, und setzt dann - in meinen Augen - absolut billige Rhetorik ein, wie man sie von schlechten Politikern (wie bspw. Oskar Lafontaine) her kennt. Lütts beliebtester Trick: er stellt zuerst die Position A dar, die er persönlich präferiert, um dann als Alternative eine entweder absurde oder extrem unsympathische Gegenposition B darzustellen. Somit soll der Eindruck entstehen, B kann ja nun nicht wahr oder richtig sein, also müsste dann A stimmen. Die Gegenposition B wird aber stets so gewählt, dass sie nicht das exakte Gegenteil von A darstellt, sondern ein extremes Zerrbild.

Außerdem fällt auf, dass an vielen Stellen, so z.B. wenn Lütt sich über Galileo Galilei auslässt, Dinge behauptet werden, die so nicht stimmen. Der Autor hat also nicht nur mit der Logik extreme Probleme, sondern hat offensichtlich auch besonders schlecht recherchiert. Man gewinnt sehr schnell den Eindruck, dass nach fogendem Schema verfahren wurde. Ich möchte unbedingt, dass am Ende X herauskommt. Was könnte ich denn als Argument oder Beleg anführen? Und dann wird nicht nur absolut selektiv und einseitig ausgesucht, was ins Feld geführt werden könnte, sondern alles auch noch so zurechtgebogen, dass es in die gewünschte Argumentation passt. Dies halte ich für absolut unredlich und unwürdig. Der Autor hat sich in meinen Augen deshalb selbst als ernstzunehmender Diskussionspartner diskreditiert.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

buch

Wer bin ich - und wenn ja wie viele?

Richard David Precht

Taschenbuch

Erschienen bei: Goldmann , 17.09.2007

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09.10.2008

„Viel Geplauder, wenig Fundiertes”

Der Autor verplaudert sich für meinen Geschmack völlig. Er bringt zwar immer wieder nette Anekdoten, aber wenn er versucht, Sachverhalte oder Problemstellungen gedanklich zu entwickeln, wird es ziemlich schwach. Schade, denn die Themen halte ich für hochinteressant. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass der Autor den behandelten Themen gedanklich einfach nicht gewachsen ist.

4 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.