30.12.2008
„Ziemliche schwache Argumentation und Darstellung”
Dieses Buch glänzt nicht mit profunder Darstellung und schlüssiger Argumentation, sondern ist im Grunde eher saloppes, wenig fundiertes Geplauder. Wer sich ernsthaft mit der Frage nach der Existenz Gottes beschäftigen möchte, dem kann dieses Buch nicht wirklich empfohlen werden.
Zum einen scheint der Autor mit der Logik ausgesprochen auf Kriegsfuß zu stehen oder aber er mißachtet sie ganz bewusst, weil es ihm gar nicht um eine ernsthafte, redliche Auseindersetzung mit dem Thema geht, und setzt dann - in meinen Augen - absolut billige Rhetorik ein, wie man sie von schlechten Politikern (wie bspw. Oskar Lafontaine) her kennt. Lütts beliebtester Trick: er stellt zuerst die Position A dar, die er persönlich präferiert, um dann als Alternative eine entweder absurde oder extrem unsympathische Gegenposition B darzustellen. Somit soll der Eindruck entstehen, B kann ja nun nicht wahr oder richtig sein, also müsste dann A stimmen. Die Gegenposition B wird aber stets so gewählt, dass sie nicht das exakte Gegenteil von A darstellt, sondern ein extremes Zerrbild.
Außerdem fällt auf, dass an vielen Stellen, so z.B. wenn Lütt sich über Galileo Galilei auslässt, Dinge behauptet werden, die so nicht stimmen. Der Autor hat also nicht nur mit der Logik extreme Probleme, sondern hat offensichtlich auch besonders schlecht recherchiert. Man gewinnt sehr schnell den Eindruck, dass nach fogendem Schema verfahren wurde. Ich möchte unbedingt, dass am Ende X herauskommt. Was könnte ich denn als Argument oder Beleg anführen? Und dann wird nicht nur absolut selektiv und einseitig ausgesucht, was ins Feld geführt werden könnte, sondern alles auch noch so zurechtgebogen, dass es in die gewünschte Argumentation passt. Dies halte ich für absolut unredlich und unwürdig. Der Autor hat sich in meinen Augen deshalb selbst als ernstzunehmender Diskussionspartner diskreditiert.
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