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Jena
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1374

Meine Rezensionen

Seite: 123

buch

Der Schimmelreiter

Theodor Storm

gebunden

Erschienen bei: Anaconda Verlag , Januar 2006

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30.03.2007

„toller Ereignisbericht”

Bereits zu Beginn spürt man, dass in dem jungen Hauke Visionen und Pläne reifen; er ist geschickt, ausdauernd und gescheit, Fähigkeiten, die er im Alter gewissenhaft für sich einzusetzen versteht; dem Amt als Deichgraf wird er selbst wider Gegenstimmen und zweifelnder Bewohner gerecht, sodass sein Erbe, ein gigantischer und dem Festland Schutz bietender Deich, als ein Symbol seiner Stärke und Fortschrittlichkeit, ein wissenschaftliches Meisterstück seiner Zeit darstellt.
Genauigkeit und Ausführlichkeit hinsichtlich der Schilderung von Mensch und Natur machen den Schimmelreiter weder zur öden oder uninteressanten Lektüre noch zum langatmigen, dauerzähen Report.
Das wahrhaft Mythische und Sagenhafte kam jedoch eindeutig zu kurz und auch die Vielzahl an im Norden gebräuchlichen Wörtern erschwerte das Verstehen der im Text aufeinander folgenden Ereignisschilderungen.

buch

Pankraz der Schmoller

Gottfried Keller

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , 1986

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01.03.2007

„nichts zum Schmollen”

Das Schmollen dient dem jungen Pankraz im Kindesalter seinem Ausdruck von Missfallen, Wut, Frust und eigener Unzufriedenheit mit sich selbst. Um sich diesem erniedrigenden Gefühl zu entledigen, beginnt er eine lange Reise, die ihm so manchen Vorteil, aber wiederum ebenso manchen Nachteil des trübsinnigen Schmollens aufzeigt. Er, als Mensch weniger Worte, macht Bekanntschaft mit der hübschen Lydia, die ihm sehr wohl gefällt, mit welcher er jedoch kaum zu sprechen wagt und er gerade dies, wie ihm später klar wird, hätte früher tun sollen: er wird zum Objekt ihrer Begierde, kann sich ihren Worten, Taten und Blicken kaum erwehren, gesteht ihr letztlich sogar seine Zuneigung und wird bitterlich verhöhnt, nur ein Mittel zur Steigerung ihres Selbstwertgefühls zu sein… Er bereut seine Verschlossenheit ebenso wie er diese zur Ordnung seiner Gedanken braucht…
Ein erschreckendes Erlebnis, von Angesicht zu Angesicht mit einem Löwen, bewegt ihn zur Einsicht und zur klugen Entscheidung, seine Lebtage nur fröhlich und freundlich ohne gewohntes Schmollen im Beisein seiner Familie verbringen zu wollen…
Diese Novelle vereint närrische Züge sowie realistisch wirkende Gegebenheiten und erlaubt eine phantasievolle, rätselhafte und amüsante Reise mit Kellers Titelhelden, die gleichfalls spannend und emotional erzählt wird.

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Romeo und Julia auf dem Dorfe

Gottfried Keller

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , 1998

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01.03.2007

„kunstvoll und rührend”

Zwei einstig befreundete Bauernfamilien beginnen einen argen Streit wegen einem Stückchen Land, zerklüften einander durch Missgunst und Hass und beschwören nachhaltig eine leidliche Tragödie herauf: der einen Sohn, der anderen Tochter, welche in Kinderjahren unbeschwert und freudig gemeinsam spielten, werden in Jugendzeiten zärtlich Verliebte, die sich hingebungsvoll und liebevoll um einander kümmern, ihre Zweisamkeit jedoch zu verbergen versuchen. Ihr Frohsinn und ihre Heiterkeit bewegen sie zu einer Wanderschaft, welche deren ausgelassene Glückseligkeit versüßt. Nichtsdestotrotz sehen beide die Bruchstücke ihrer verträumt verlebten Realität auf sich zukommen, denn eine bedrückende Armut und die stets bestehende Feindschaft der Eltern bedeuten Grenzen der einfältigen Unbeschwertheit. Das Schicksal der Trennung wollen beide nicht akzeptieren, sodass ihr Tod die willkommene Erlösung und gleichzeitig ein ewiges Zusammensein in Liebe und Treue darstellt.

Die Prosavariante zu Shakespeares Werk ist keinesfalls pro forma vergleichbar und doch lassen sich augenscheinlich ähnliche Gegebenheiten ausmachen, welche den Leser die Tragik am Unvermögen der Protagonisten, eine Liebe am Leben zu erhalten, spüren lassen.
Keller gelingt mit dieser wortgewaltigen Novelle ein malerisch bildhaftes Werk, in welchem leidenschaftliche Dialoge und gehaltvolle Berichte eine lebensweltliche Realität widerspiegeln und dem Leser rührende Emotionen entlocken.

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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Emilia Galotti

Gotthold Ephraim Lessing

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , 1986

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28.02.2007

„tragische Gerechtigkeit”

Der bürgerlichen Schönheit Emilia Galotti gelingt durch die Entsagung vom Leben die Rückeroberung ihrer vom Vater unterdrückten Individualität und somit ihre Eigenständigkeit als Frau und Tochter in einer Zeit herrschender Ständeordnung. Sie selbst verkörpert Rechtschaffenheit und Zivilcourage und wird folglich zum Sinnbild für Wahrheit. Während die ehrenwerten Herren und Damen von Rang ein Netz aus List und Hinterhalt, Lüge und Betrug spinnen, wandeln sich ihre prestigeträchtigen Eigenschaften zu tückischen und falschen. Die unglückliche Liebe des Prinzen zu Emilia machte ihn blind und seine Taten gleichzeitig unberechenbar, welche unaufhaltsam den Tod seiner Angebeteten heraufbeschworen und ihm sein unbefriedigtes Gefühl nur auf tragische Weise zu ernüchtern vermochten.

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Die Leiden des jungen Werther

Johann Wolfgang Goethe

gebunden

Erschienen bei: Anaconda Verlag , März 2005

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23.02.2007

„eine emotionale Süßigkeit”

Werther ist ein ehrenwerter und aufrichtiger Mann, der, auf der Suche nach porträtwürdigen Naturgegebenheiten, sein Herz an die junge Lotte verliert, die seine Vorliebe für Literatur teilt und, trotz ihrer häuslichen Verpflichtungen, vollkommene Lebendigkeit und Lebensfreude verkörpert. Eine stille Liebe keimt aus derer Kennenlernen; für Werther zunächst eine sehnsüchtige Liebe voller Stärke und Mut, wiederum ebenso eine unbefriedigte und verzweifelte Liebe voller Schwere und Verzicht, da Lotte bereits ein glückliches Leben mit Alfred führt. Für W. beginnt ein Versteckspiel, in welchem er seine Gedanken, Gefühle und Taten unterdrückt und jene stattdessen seinem Freund Wilhelm in sprachlich leidenschaftlich und lebendig verfassten Briefen schildert; Briefe, die seine Herzensnot scheinbar jedoch nicht zu lindern vermögen.

Die Liebe, die das beflügelndste Gefühl auf Erden darstellt, wird in diesem Werk zum Inbegriff aller Trauer und zum Mittel seelischer Zerstörung. Werthers Abhängigkeit von dieser Glück bringenden und gleichsam unheilvollen Kraft fordert seinen Tod zum Wohle Lottens, den er selbst heraufbeschwört...

Seine eigenen Worte verdeutlichen dies umso mehr: "Und wenn er in Freude sich aufschwingt oder im Leiden versinkt, wird er nicht in beiden eben da aufgehalten, [...] da er sich in der Fülle des Unendlichen zu verlieren sehnte?"

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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Die Räuber

Friedrich Schiller

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , 1986

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20.02.2007

„Sturm und Drang pur”

"Die Räuber" ist ein wunderbar ergreifend inszeniertes Schauspiel, an welchem der Leser als scheinbar direkt Beteiligter dem handlungsreichen Geschehen folgt und in einen emotionalen Strudel aus Mitgefühl, Hoffnung und Zorn gezogen wird. Die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Leben und Tod sowie Hingabe und Aufopferung lösen sich auf und erzeugen in den Figuren ein Gefühlschaos, welches ausrufreiche Dialoge sprachlich verbildlichen.

Ein Familiendrama, welches, ausgelöst durch den intriganten Zweitgeborenen, den Tod des Vaters aus seelischer Zerrüttung, den Tod des Erstgeborenen aus Rechtschaffenheit und den Tod des Hinterhältigen selbst aus Angst vor seinem Sturz zum Ausgang hat, sowie den Verlust Geliebter und Freunde fordert...

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Die Judenbuche

Annette von Droste-Hülshoff

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , 2001

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14.02.2007

„ein sprachlicher Genuss”

Eine gelungene Novelle, deren Inhalt einen klaren Handlungsverlauf verfolgt und den Leser nie unterfordert, sondern vielmehr Fragen und geheimnisvolle Rätsel aufwirft, die jeder natürlich bestrebt ist zu lösen. Der kompakte Aufbau mit reichlich Personen und Relationen untereinander trägt zum stetigen Spannungsaufbau bei, wobei die Klärung der Geschehnisse am Ende recht kurz abgehandelt wird und nachdenklich stimmt. Die sprachliche Gewandtheit ebenso wie detailreiche Natur- und Personenschilderungen erzeugen eine starke Bildhaftigkeit und somit Greifbarkeit.

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Peter Schlemihls wundersame Geschichte

Adelbert Chamisso

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , 1986

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13.02.2007

„wundersam wunderbar”

Eine üble Wendung nimmt das Schicksal des Peter Schlemihl als dieser seinen ehrbaren Schatten gegen ein Säckel voll unerschöpflichen Goldes eintauscht. Seitdem fristet er ein unglückliches Dasein, stets auf der Hut vor spöttischen und ängstlichen Menschen, die in ihm nunmehr einen unheilvollen Menschen sehen und sich von ihm abwenden. Seine Liebe zur schönen Mina ist nichts desto trotz stark und doch endet sie im schmerzlichen Verlust, den er selbst hinaufbeschwor indem er in den Handel 'Schatten gegen Seele nach dem Tod' nicht einwilligt...

Chamissos Werk ist ein wunderbar inspirierendes und anschauliches voller poetischer Nuancen und sprachlicher Vollkommemheit. Eine effektreiche Mischung aus Fantasie und Realität machen die Geschichte zum 'komischen' Lesevergnügen.

buch

Kleine Geschichte Spaniens

Peer Schmidt

Taschenbuch

Erschienen bei: Philipp Reclam Jun. , August 2002

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12.02.2007

„eine gute Hilfe”

Die kleine Schrift und gute 500 Seiten mögen erschreckend wirken, doch wer Spaniens Geschichte von Anfang bis Ende kennenlernen möchte, für den bietet dieses Büchlein einen wunderbaren Überblick: eine chronologische Abfolge von den ersten Völkern und Besiedlern bishin zur heutigen Gesellschaftsordnung; jedes Kapitel gibt gleich zu Beginn eine knappe Zusammenfassung der zu erläuternden Periode, komplettiert durch skizzenhafte Abbildungen und Tabellen. Man verfolgt nicht nur die geschichtliche Entwicklung an sich, sondern ebenso die kulturellen Prägungen als auch wirtschaftliche, religiöse und soziale Veränderungen. Eine klare Sprache ermöglicht schnelles Lesen bei gleichzeitig gutem Verstehen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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