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buch

The Perks of Being a Wallflower

Stephen Chbosky

Taschenbuch

Erschienen bei: Simon + Schuster UK , 02.2009

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12.01.2013

„vom (un)Übel erwachsen zu werden”

Man liest die Briefe des 15jährigen Charlies und merkt schnell, welche Verletztheit in dieser Figur stecken und wie dieser Junge an manchen Stellen mit seinem Leben hadert; Sein einziger Freund hat sich erst gerade umgebracht und sein erstes Jahr an der High School beginnt. Als er die Geschwister Sam und Patrick kennenlernt, erfährt sein Leben einen Wendepunkt. Diese Freundschaft gibt ihm Selbstvertrauen und den Mut seinen eigenen Weg zu gehen.

Charlies Figur habe ich sofort ins Herz geschlossen, habe zum Lesen “The Smiths” gehört und mich daran erinnert, wie es für mich war in diesem Alter “Der Fänger im Roggen” zu lesen. Anfangs habe ich mich noch an der Einfachheit der Sprache gestört, bis ich gemerkt habe, dass es Charlies Sprache ist. Nachdem ich das Buch zuende gelesen hatte, wurde mir bewusst wie gerne ich ein solches Buch als Teenager gelesen hätte, und war erstaunt, wie sehr es mich auch jetzt berührt hat.

Chbosky ist ein wundervoller Roman über das Erwachsenwerden und Andersein gelungen.

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The Vanishing Act

Mette Jakobsen

Taschenbuch

Erschienen bei: Random House UK Ltd , 08.2012

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22.10.2012

„über das Verschwinden und das Sein”

Dank dem Blog der Schriftstellerin Erin Morgenstern bin ich auf dieses Buch gestossen. “The Vanishing Act” erzählt auf magische Weise die Geschichte der kleinen Minou, die zusammen mit ihrem Vater, einem Magier, einem Pfarrer und einem Hund namends No Name auf einer Insel lebt.

Es ist bereits ein Jahr her, dass ihre Mutter verschwunden ist. Dass sie nur verschwunden ist und bald wieder auftaucht, ist nur für die kleine Minou Tatsache, wie man als Leser im Verlauf der Geschichte bemerkt. Die restlichen Inselbewohner glauben, dass sie tot ist.

Die Erzählung beginnt mit dem Tag als Minou am Strand die Leiche eines Jungen findet. Ihr Vater nimmt den Jungen ins Haus und legt ihn ins blaue Zimmer, das einst das Zimmer von Minous Mutter war. Sie müssen drei Tage warten, bis das Schiff kommt, welches ihnen neue Lebensmittel bringt. In diesen drei Tagen passiert eine Rückblende; die Geschichte wie Minous Mutter quasi gestrandet ist und sich in den Leuchtturmwächter und Philosophen, Minous Vater, verliebt. Mehr will ich auch gar nicht über zur Handlung erzählen.

Dieser Roman hat mich völlig verzaubert. An manchen Stellen musste ich mich fragen, was Realität und was Fantasie ist. Und genau das mag ich an Büchern, wenn ein Autor es vermag, mit der Vorstellungskraft des Lesers zu spielen und dies ist Mette Jakobsen auf eindrückliche Weise gelungen.

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Lola Bensky

Lily Brett

gebunden

Erschienen bei: Suhrkamp Verlag , 21.12.2012

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21.10.2012

„eine Frau, die nicht auf der Suche ist sondern ihr Leben in die Hände nimmt”

Lily Brett ist eine australisch-amerikanische Schrifstellerin mit jüdischen Wurzeln. In den 60ern interviewte sie Stars wie Mick Jagger und Jimi Hendrix. Eigentlich könnte ich an dieser Stelle auch Lola Bensky schreiben, denn Brett erzählt in der Geschichte ihres neusten Romans einen Teil ihrer eigenen Geschichte; das Wirrwarr um Drogen und Musik der 60er und das Überleben ihrer Eltern nach dem Getto von Lodz.

Die Figur Lola Bensky ist eine 19jährige Austalierin, die nach London kommt um Musik-Stars zu interviewen. Als Leser erhält man einen seltenen Einblick hinter die Kulissen und einen tieferen Blick auf Musiker wie Jimi Hendrix, der uns besonders wegen seiner extravaganten Bühnenallüren geblieben ist. Diese Musiker sind auch nur Menschen und Lola Bensky bringt diese Menschlichkeit zutage.

Ein wenig neurotisch kommt die Figur der Lola Bensky manchmal daher; wenn sie sich wieder neue Diäten ausdenkt, sich Gedanken darüber macht, ob sie dicker ist als jemand anders, etc. Dieses Neurotische macht die Protagonistin aber auch extrem sympathisch, sie wird auf diese Weise fassbar. Weil sie gerade einen Teil von unseren eigenen Unsicherheiten verkörpert und doch nichtsdestotrotz ihren Weg geht und ihr Leben in die Hand nimmt. Sie vermag sich zwar nie von der Vergangenheit ihrer Eltern zu lösen, aber daraus spricht auch die Schwerheit der Tragweite nach einem Trauma wie dem Holocaust. Nicht nur die Überlebenden verarbeiten, auch deren Kinder sind Teil dieser grausamen Vergangenheit.

Besonders sympathisch wurde mir die Figur des Vaters Edek. Er hat eine gewisse Leichtigkeit, wie er sonntäglich seine kleine Tochter mit in den Zirkus nimmt und ihr eine Welt nebst aller Grausamkeit und Brutalität zeigt. Er ist der jüdische Humor in diesem Roman, den ich so sehr mag.

Ich muss gestehen, dass “Lola Bensky” mein erster Roman von Lily Brett war. Zwar habe ich schon viel von ihr gehört, besonders für ihren scharfzüngigen Witz ist sie ja bekannt. Doch dieser Roman hat mich überzeugt. Mir gefällt ihre klare Sprache und ihre eigene Sicht auf die Dinge. Sie wirkt weder belehrend noch gekünstelt. Somit ist Brett´s neuster Roman ein Lesegenuss der besonderen Art für mich geworden.

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Wald aus Glas

Hansjörg Schertenleib

gebunden

Erschienen bei: Aufbau Verlag , 17.09.2012

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10.10.2012

„Wenn das Ziel Heimat ist”

Der schweizer Schriftsteller Hansjörg Schertenleib gehört schon seit geraumer Zeit zu meinen Lieblingsliteraten. So habe ich mich natürlich wie ein kleines Kind auf sein neustes Buch gefreut.

Der Beginn des Romans ist das Jetzt. Eine alte Frau, die tod mit ihrem Hund im Schnee liegt. In der nächsten Szene findet eine Frau ein verletzes Mädchen. Es ist nichts Neues, dass Schertenleib seine Geschichten als Rückblenden erzählt, die Ereignisse langsam der Gegenwart näher bringt und so eine erzählerische Spannung aufbaut.

In “Wald aus Glas” geht es um Roberta, die aus dem Altenheim flieht, ihren Hund befreit und sich auf den Weg nach Hause macht. Und es geht um die junge Ayse, die in der Türkei im Hotel ihres Onkels eine Anlehre macht und sich nach ihrer Liebe Davor und ihrem Leben in der Schweiz sehnt. Parallel werden diese beiden Geschichten erzählt und wird doch bei beiden die Flucht thematisiert. Was bringt einen Menschen dazu auszubrechen? Was ist Heimat?

Die äusserlichen Reisen dieser beiden Frauen ist gleichsam auch eine Reise ins Innere. Es beginnt eine Aufarbeitung der Vergangenheit bei Roberta und das Fragen nach der Zukunft bei Ayse.

Schertenleib ist einmal mehr ein wunderbarer Roman gelungen. Ich habe ihn praktisch in einem Zug verschlungen.

Wer übrigens Hansjörg Schertenleib live hören will, hat an Zürich liest 2012 die Gelegenheit dazu.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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Das Meer am Morgen

Margaret Mazzantini

gebunden

Erschienen bei: DuMont Buchverlag , 16.08.2012

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10.10.2012

„das weite blaue Meer dazwischen”

Mit diesem Roman setzt sich die italiniesch-irische Autorin Margaret Mazzantini mit einem immer noch akutellen Thema auseinander: den Unruhen in der arabischen Welt, in diesem Fall Lybien.

Die Geschichte beginnet mit dem kleinen Farid. Er und eine Mutter müssen aus Lybien fliehen und gelangen nach einer beschwerlichen Reise durch die Wüste auf ein Flüchlingsschiff. Ihr Ziel ist Italien.

Der zweite Teil wird aus der Sicht des 18jährigen Vito erzählt. Er ist der Sohn von Andrea, die in Lybien aufgewachsen war, aber als Ende der 60er mit ihrem itlaienisch stammigen Eltern vor dem Gaddafi-Regime fliehen musste. Der Leser wird Teil einer erneuten Flucht und deren Auswirkungen auf Andrea und ihre Eltern.

Das grosse Thema Mazzantinis ist die Entwurzelung. Sie erzählt von Menschen die weder hier noch da wirklich zu Hause sind.

"Der Ort, an dem man geboren ist, birgt etwas in sich. Das weiss nicht jeder. Nur wer gewaltsam weggerissen wurde, weiss das."

"Du hast die Orientierung verloren, den Stern, der dir folgte und dem du folgtest, in der glühenden Dunkelheit jener nie völlig schwarzen Nächte."

Mich als Leser haben diese Schicksale betroffen gemacht. Mazzantini erzählt in ihrer schönen Sprache ohne Verklärung von Menschen auf der Flucht vor einem Gewaltregime. Ihnen droht der Tod, wenn sie nicht gehen. Doch welche kleine Tode sterben sie in der Fremde ohne ihre Heimat?

Besonders die Figur der Andrea ist mir besonders nahe gegangen. Sie ist die Figur im Zwischenraum. Einerseits ist sie die Flüchtige, die als elfjährige nach Sizilien kommt und sich eine neue Identität zu legen muss und andererseits ist sie Vitos Mutter und wird aus seiner Sicht als kühl und distanziert geschildert.

“Das Meer am Morgen” ist keine leichte Lektüre und doch habe ich sie verschlungen. Ich bin besonders von der eleganten und bildhaften Sprache Mazzantinis fasziniert. Dieses Buch hat mich tief berührt und ich freue mich schon auf das Lesen und Entdecken weiterer Bücher dieser wunderbaren Autorin.

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Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste

Suzanne Joinson

gebunden

Erschienen bei: Berlin Verlag , 10.09.2012

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05.10.2012

„nicht nur eine Reise durch die Wüste, sondern zu den Wurzeln seiner Herkunft”

Als erstes habe ich mich in dieses einfach nur wunderschöne Buchcover verliebt. Und wie es dann so läuft, musste ich es lesen. Leider hatte ich zu Beginn einige Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen.

Erzähl wird parallel von der jungen Eva, die zusammen mit ihrer Schwester und einer Missionarin mitten in der Wüste auf dem Weg nach Kashgar. Kurz vor ihrem Ziel treffen sie auf eine junge Frau mitten in den Geburtswehen. Der Versuch ihr zu helfen misslingt; die junge Frau verblutet. Die drei Engländerinnen werden in Kashgar unter Haussarest gestellt. Eva übernimmt die Obhut über das Baby.

Daneben läuft der Erzählstrang in Londons Gegenwart von Frieda, die irgendwo ziellos durchs Leben streunt. Ihre Hippie-Mutter hat sie früh verlassen und es scheint, dass dies der Auslöser dafür ist, dass sie sich mit einem verheirateten Mann einlässt, nur um keine engere Bindung einzugehen. Nach einer Reise erhält sie ein Schreiben. Sie sei die nächste Angehörige von Irene Guy und sie hätte mittels einer Woche, deren Wohnung zu räumen. Nur, Frieda kennt keine Irene Guy.

Nach einem Drittel hätte ich den Roman beinahe zur Seite gelegt, aber ihm dann doch noch eine Chance gegeben und den Rest ziemlich schnell zu Ende gelesen. Besonders fasziniert hat mich der Erzählstrang um Eva, in dieser geheimnisvollen und gefährlichen Welt. Am liebsten hätte ich ein Buch mit nur ihrer Geschichte gelesen. An welchem Punkt die zwei Geschichten zusammenlaufen sollen, hat sich mir erst in der Mitte des Romans erschlossen. Und ich werde richtig quengelig und unleidig, wenn das erst so spät der Fall ist. Deshalb wohl auch der mühevolle Einstieg.

Schlussendlich wurde ich belohnt, der Roman “Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste” ist ein toller Frauen- und Unterhaltungsroman.

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Wenn die Nacht am stillsten ist

Arezu Weitholz

gebunden

Erschienen bei: Antje Kunstmann , 05.09.2012

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30.09.2012

„wenn das Leben bedeutet nicht daran zu zerbrechen”

“Wenn die Nacht am stillsten ist” ist Arezu Weitholzs erster Roman. Im Vorfeld hat sie bereits zwei Lyrikbände veröffentlicht und Songtexte, unter anderem für Herbert Grönemeyer, geschrieben.

Im ersten Teil des Romans erzählt die Protagonistin in einem Monolog von ihrer Beziehung zu Ludwig, die alles andere als einfach war und ihrem bisher von Schicksalsschlägen gezeichneten Leben. Während sie erzählt, liegt Ludwig bewusstlos neben ihr, er hat Tabletten genommen. Ein Selbstmordversuch? Es ist die Nacht nach ihrer Trennung, von ihm morgends sachlich und kühl ausgesprochen, es sei “Aus”.

Danach folgt im zweiten Teil des Romans die Schilderung des Tages davor. Anna erzählt in Zeitsprüngen aus ihrem Leben, dem Beginn ihrer Beziehung zu Ludwig und dem Hardern ihrer Generation, der Generation 90´s. Währenddessen erlebt sie eine Trennung, den Besuch ihrer depressiven Mutter im Altersheim und den Zusammenbruch einer Realität, die vielleicht keine war.

Die Autorin Arezu Weitholz hat mit “Wenn die Nacht am stillsten ist” einen wortgewaltigen und tieftraurigen Roman geschaffen. Das Buch erzählt die Geschichte einer jugen Frau, die ihr Leben manchmal mehr recht als schlecht meistert. Ihre Hoffnung liegt in der Liebe zu Ludwig. Diese Beziehung kann sie aber nur heimlich leben und sie hatte schon von Anfang an den bitteren Beigeschmack einer schmerzhaften Trennung.

Als Leserin hat mich diese Schwermut und Erzählkraft der Autorin beeindruckt und auch ein wenig traurig zurückgelassen. Ich bleibe mit vielen offenen Fragen zurück, hätte gerne ein paar Antworten mehr gehabt. Und doch bin ich begeistert, besonders von der Erzählkraft der Autorin.

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Wovon wir träumten

Julie Otsuka

gebunden

Erschienen bei: Mareverlag , 10.07.2012

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27.09.2012

„wenn der Widerhall leiser Töne lange nachklingt”

Julie Otsuka kommt aus Amerika. “Wovon wir träumten” ist ihr erster auf deutsch erschienener Roman. Das Buch erhielt 2012 den Pen/Faulkner Award und wird zur Zeit von der Presse hochgejubelt.

Ist dieser Trubel um das Buch gerechtfertigt? Er ist! Zu Beginn der Lektüre habe ich mich noch gefragt, was die Autorin auf 150 spärlichen Seiten Grosses erzählen kann und ich wurde überwältigt von ihrer Sprache und den leisen Tönen dazwischen. Erzählt wird die Geschichte von einer Gruppe Japanerinnen, die aus ihrer Heimat aufbrechen nach Amerika, dem gelobten Land. In der Hand halten sie ein Foto ihres zukünftigen Mannes. Doch die Realität ist hart, das Land fremd und die Männer nicht so wie erwartet. Erzählt wird die Geschichte in der ungewöhnlichen wir-Form und verleiht dem Roman Tiefe und Raum. Ich habe das Buch sprichwörtlich wie in einem Rausch gelesen, so viele Bilder hat die Autorin in so wenigen Worten in mir herauf beschworen.

“Wovon wir träumten” erhält einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal und ich danke Julie Otsuka für dieses grossartige Werk.

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Nullzeit

Juli Zeh

gebunden

Erschienen bei: Schoeffling , 01.08.2012

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24.09.2012

„Lesen wie im Rausch”

In ihrem neusten Roman erzählt Juli Zeh die Geschichte von Sven, dem Aussteiger und Tauchlehrer. Er hat sich zusammen mit seiner Freundin auf einer Insel niedergelassen und eine Tauchschule mit Exklusivbetreuung eröffnet. Seine neusten Schützlinge sind die junge Schauspielerin Jola und deren schon älteren Lebensgefährten Theo aus Deutschland.
Erzählt wird die Geschichte mehrheitlich aus Svens Sicht mit kleinen Einschüben von Jolas Tagebuch. Je länger der Inselaufenthalt des Paares dauert, desto mehr unterscheidet sich die Sicht der Darstellung. Was ist nun wahr, was ist Fiktion?
Juli Zeh schreibt in gewohnter Manier spannend und fesselnd bis zur letzten Seite. Obwohl ich selbst nicht tauche und auch keine Affinität dazu hege, war ich von Anfang an in der Geschichte drin. „Nullzeit“ ist wunderbar kurzweilig, in einer wunderbaren Sprache geschrieben und ein grosses Herbsthighlight für mich!

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Der Hase mit den Bernsteinaugen

Edmund De Waal

gebunden

Erschienen bei: Zsolnay , 24.09.2012

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24.09.2012

„eine Familiengeschichte quer durch die Zeit”

Mit der Lektüre dieses Buches habe ich mich in wahrlich literarische Gefilde gewagt. Erzählt wird die Geschichte der Familie Ephrussi von Edmund De Waal. Es handelt sich dabei um die Geschichte seiner Familie und diese hat er auf akribische Art aufgearbeitet und in diesem Buch niedergeschrieben.

Als Dreh- und Angelpunkt stehen 264 Netsuke, die er von seinem Grossonkel Iggy nach dessen Tod vererbt bekommen hat. So beginnt die Geschichte bei Charles Ephrussi in Paris des 19. Jahrhunderts, dem Ursprung der Netsuke-Sammlung und bewegt sich so durch die Jahrzehnte bis heute.

Ich muss zugeben, zu Beginn war ich ein wenig überfordert. De Waal schlägt nur so mit Fakten, Quellen und künstlerischen Werken um sich. Doch als er die Zeit in Wien um die Jahrhundertwende und die Versplitterung seiner Familie während des 2. Weltkriegs beschreibt, war ich ganz Teil der Geschichte und habe sie mit Genuss zu Ende gelesen.

“Der Hase mit den Bernsteinaugen” ist sicherlich ein Werk, welches Seinesgleichen sucht. Als Leser spürt man den Autor und seinen Bezug zu seiner Familiengeschichte, was die Greifbarkeit des Werkes schlussendlich auch ausmacht. Die Handlung, unterstrichen durch viele Fakten der Geschichte, erhält Komplexität und wird so zu einem wirklich grossen Roman für mich.

Zudem werden einem die Netsuke, kleine Figürchen, die ursprünglich am Kimono getragen wurden, ebenso näher gebracht wie die Geschichte Japans im 20. Jahrhundert.

Soeben ist auch diese wunderschöne Sonderausgabe des Romans erschienen und lässt mein Buchhändlerherz höher schlagen.

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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