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Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg

Kurzbeschreibung"Und niemand soll wagen zu behaupten, ich hätte das alles nicht gesehen,gehört und gespürt. Denn ich habe es am eigenen Leib erlebt." (Anna Politkovskaja)Putins autoritäres Reich fürchtet die Wahrheit, die Anna PolitkovskajasBuch Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg ... weiterlesen
  • Kundenbewertung:Bewertung
  • ISBN-10:3-8321-7832-5
  • EAN:9783832178321
  • Veröffentlichungsdatum:Januar 2003
  • Einband:kartoniert/broschiert
  • Verlag:DuMont Buchverlag
  • Übersetzer:Hannelore Umbreit, Ulrike Zemme
  • Gewicht:406 g
  • Abbildungsvermerk:Fotos. 21 cm
  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:336

CHF 29.50

Neuauflage/Nachdruck geplant, Termin aber unbekannt.

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Leseprobe aus: "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg"

Es war an einem Tag im Dezember 1994. Dunkle Wolken hingen tief über der tschetschenischen Hauptstadt Grosny. Vor dem Eingang des Präsidentenpalastes stand ein gebeugter, zerbrechlich wirkender Mann. Wie der Seher in der griechischen Tragödie hob er seine leise Stimme: »Dieser Krieg bringt ein großes Unglück über Tschetschenien«, sagte er und fuhr fort: » Der Krieg wird auch großes Unglück über Russland bringen.« So sprach Sergej Kowaljow, den man üblicherweise einen Menschenrechtler nennt, weil er seinen Mut zur Wahrheit schon in Sowjetzeiten unter Beweis gestellt hat und deswegen mit acht Jahren Zwangsarbeit im Lager bestraft wurde. Die Wolken am Himmel über Grosny brachten den Schnee. Und der Schnee brachte den Tod. Zu Tausenden starben die russischen Soldaten im Sturm auf Grosny. Der damalige Verteidigungsminister Gratschow fand die trostreichen Worte: Es mache ihn stolz, wenn er sehe, dass seine achtzehnjährigen Wehrpflichtigen mit einem Lächeln auf den Lippen für Russland sterben. Da konnte man ahnen, dass Sergej Kowaljow Recht behalten würde. Doch war das ganze Ausmaß des Unheils in jenen Tagen des Winterkrieges noch nicht zu erfassen. Das ist erst in den letzten Jahren deutlich geworden. Die Chronistin dieses Unglücks - für Tschetschenien und für Russland - ist Anna Politkovskaja. Die Lüge in Zeiten des Krieges - das vergangene Jahrhundert hat zu einem großen Kompendium an Beispielen verholfen, auch an solchen für Ruchlosigkeiten am Rande dessen, was als glorreicher Kriegszug proklamiert wurde. Und wenn Krieg zwangsläufig die Gesetze menschlichen Zusammenlebens außer Kraft setzt, dann folgt - auch das lehrt die Geschichte - der Absturz in die völlige Gesetzlosigkeit. Das gilt umso mehr in Kolonialkriegen oder Kriegszügen, in denen der Gegner als minderwertiges Wesen dargestellt wird. Das will verborgen werden, verlangt ein System der Zensur, der Einschränkung der Pressefreiheit. Und dort, wo Tod und Verbrechen nicht verborgen werden können, müssen sie ideologische Legitimation erfahren. Keine demokratische Gesellschaft kann einen solchen Krieg führen, ohne Schaden zu nehmen an ihrer Substanz. Deshalb schreibt die Journalistin Anna Politkovskaja nicht nur über das Leid im Kaukasus, sondern auch über einen verhängnisvollen Irrweg der jungen russischen Demokratie. Er beginnt mit der Verdrängung der Vorgeschichte. Als ich zum ersten Mal nach Tschetschenien kam, hatte sich das Land gerade auf den Weg in die Unabhängigkeit begeben. Damals war Grosny noch eine unzerstörte Stadt. Heimat für mehr als eine halbe Million Menschen mit Krankenhäusern, Schulen, einer Universität, Restaurants und Märkten, auf denen Waren aus aller Welt angeboten wurden. Im Dezember 1991 war Grosny eine lebendige Stadt, und keiner hätte für möglich gehalten, in welche Schrecken die folgenden Jahre führen würden. Die Gunst der Stunde schien damals die Chance zur Selbstbefreiung zu bieten. In Moskau waren der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und sein Rivale Boris Jelzin in einen Kampf um die Macht verstrickt. Weil die Auflösungstendenzen dem Präsidenten zum Schaden gereichen mussten, reiste Jelzin landauf, landab und predigte den Völkern der Sowjetunion, sie sollten sich so viel Freiheit nehmen, wie sie greifen könnten. Die Tschetschenen ließen sich das nicht zweimal sagen. Sie wählten einen Mann zum Präsidenten, der schon in einem anderen Teil der Sowjetunion den Rausch der Freiheit erlebt hatte. Dshochar Dudajew war als General bei der strategischen Luftwaffe in Estland stationiert gewesen. Dort hatte er erlebt, dass die Entschlossenheit der Esten, das Moskauer Joch abzuwerfen, sich als stärker erwiesen hatte als die mit brutaler Gewalt eingesetzten Unterdrückungsmechanismen. Warum sollten für Estland andere Gesetze gelten als für das Volk der Tschetschenen? Welche Regeln des Völkerrechts konnten dem entgegenstehen? Es war eine Zeit voller Widersprüche. Nach der Unabhängigkeitserklärung in Grosny zogen die sowjetischen Streitkräfte ab. Ihre W

Rezension zu: "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg"

"Eine ungewöhnlich mutige Frau, die in den letzten Jahren fast als Einzige die Wahrheit über den Krieg in Tschetschenien berichtet hat." (ZDF / aspekte)

"Anna Politkovskajas Material ist das Gegenteil dessen, was der Kreml alle Welt glauben machen möchte. Dass die Armee im Kaukasus einen gerechten Krieg gegen islamistische Fundamentalisten führe ..." (Neue Zürcher Zeitung)

Kurzbeschreibung zu: "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg"

"Und niemand soll wagen zu behaupten, ich hätte das alles nicht gesehen,gehört und gespürt. Denn ich habe es am eigenen Leib erlebt." (Anna Politkovskaja)Putins autoritäres Reich fürchtet die Wahrheit, die Anna PolitkovskajasBuch Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg enthüllt. Dieses Buchberichtet vom Schicksal der Menschen in Tschetschenien, von den Opferndes Krieges. Es ist ein einziges "J'accuse". Anna Politkovskaja klärt aufüber das kaum beschreibbare Leid der tschetschenischen Bevölkerung. Erstdie Geiselnahme in einem Moskauer Musical-Theater machte wieder aufs Neuedie von der Weltöffentlichkeit verdrängte tschetschenische Tragödie sichtbar.In drei Teilen beschreibt dieses Buch den Krieg: Anna Politkovskaja berichtetvon dem Leben der Tschetschenen im Krieg, den Übergriffen auf die Zivilbevölkerung,von einem Alltag, in dem Folter, Hinrichtungen, Plünderungen und Entführungenan der Tagesordnung sind. Anna Politkovskaja analysiert, welche Auswirkungendieser Krieg auf das Leben in Russland selbst hat, wie ein Rassismus gegenalles Nicht-Russische zunimmt. Und schließlich beschreibt sie die Interessender neuen "Generalsoligarchen", die an der Fortführung dieses Krieges,dem illegalen Handel mit Erdöl und Waffen verdienen. Anna PolitkovskajasPrognosen für Tschetschenien sind düster: Seit Russland sich nach dem 11.September der Antiterror-Koalition angeschlossen hat, schweigt der Restder Welt noch mehr als zuvor. Tschetschenien - Die Wahrheit über den Kriegfügt Bilder von einem Land im Krieg zusammen; ein Mosaik aus den Schicksalender Leidenden und eine akribische Analyse der Akteure und ihrer Motive."Eine ungewöhnlich mutige Frau, die in den letzten Jahren fast als Einzigedie Wahrheit über den Krieg in Tschetschenien berichtet hat." (ZDF / aspekte)

Beschreibung von: "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg"

Und niemand soll wagen zu behaupten, ich hätte das alles nicht gesehen, gehört und gespürt. Denn ich habe es am eigenen Leib erlebt. (Anna Politkovskaja)
Putins autoritäres Reich fürchtet die Wahrheit, die Anna Politkovskajas Buch Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg enthüllt. Dieses Buch berichtet vom Schicksal der Menschen in Tschetschenien, von den Opfern des Krieges. Es ist ein einziges J'accuse! Anna Politkovskaja klärt auf über das kaum beschreibbare Leid der tschetschenischen Bevölkerung. Erst die Geiselnahme in einem Moskauer Musical- Theater machte wieder aufs Neue die von der Weltöffentlichkeit verdrängte tschetschenische Tragödie sichtbar. In drei Teilen beschreibt dieses Buch den Krieg: Anna Politkovskaja berichtet von dem Leben der Tschetschenen im Krieg, den Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, von einem Alltag, in dem Folter, Hinrichtungen, Plünderungen und Entführungen an der Tagesordnung sind. Anna Politkovskaja analysiert, welche Auswirkungen dieser Krieg auf das Leben in Russland selbst hat, wie ein Rassismus gegen alles Nicht- Russische zunimmt. Und schließlich beschreibt sie die Interessen der neuen Generalsoligarchen, die an der Fortführung dieses Krieges, dem illegalen Handel mit Erdöl und Waffen verdienen. Anna Politkovskajas Prognosen für Tschetschenien sind düster: Seit Russland sich nach dem 11. September der Antiterror-Koalition angeschlossen hat, schweigt der Rest der Welt noch mehr als zuvor. Tschetschenien - Die Wahrheit über den Krieg fügt Bilder von einem Land im Krieg zusammen; ein Mosaik aus den Schicksalen der Leidenden und eine akribische Analyse der Akteure und ihrer Motive.Eine ungewöhnlich mutige Frau, die in den letzten Jahren fast als Einzige die Wahrheit über den Krieg in Tschetschenien berichtet hat. (ZDF / aspekte)
Anna Politkovskajas Material ist das Gegenteil dessen, was der Kreml alle Welt glauben machen möchte. Dass die Armee im Kaukasus einen gerechten Krieg gegen islamistische Fundamentalisten führe ... (Neue Zürcher Zeitung)

Autorenportrait

Autorenportrait von: Ulrike Zemme
Ulrike Zemme, geboren 1956 in Linz. Arbeit als Dramaturgin am Wiener Burgtheater; seit 1998 ist sie am Theater in der Josefstadt in Wien. Aus dem Russischen übersetzte sie u. a. Stücke von Anton ?echov, Maksim Gorkij und Isaak Babel und Prosa von Konstantin Vaginov, Jurij Mamleev und Aleksandr Nikolaeve Ostrovskij. Weitere Buchveröffentlichungen.

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Bewertung «Mutige Frau»  von René Patrik Schreiber (29.09.2006):

Hier beschreibt die Journalistin Politkovskaja den Krieg in Tschetschenien. Sie bringt uns den Alltag der Tschetschenen näher. Sie schildert wie die russische Armee einfach Leute die nichts mit so genannten Terroristen zu tun haben, verschleppt werden. Wie Morgens, wenn die Leute zur Arbeit gehen, die Armee sie unter Beschuss nimmt. Wie das soziale Gefüge zusammenbricht und die Leute nur mehr Angst haben. Sie nimmt auch eine harte Stellung gegen über Putin ein.

So kann man auch verstehen warum es zur Tragödie im Moskauer Theater.

Zu meiner Person: Ich bin Fan von Vangelis und studiere Geschichte

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Bewertung «Unfassbar grausam und unfassbar wichtig!»  von Nils Harder aus Berlin (17.06.2003):

Dieses Buch ist eine einzigartige Schilderung des Leidens in Tschetschenien. Ich hatte nur eine sehr schwammige Vorstellung von dem Terror, unter dem die Zivilbevölkerung in dem besetzten Gebiet leidet. Am Rande Europas erlaubt das europäische Nichtinteresse eine neue Hölle, deren Verknüpfung mit dem Alltag Wut und Fassungslosigkeit emporsteigen läßt.
Ich kann nur hoffen, dass die Tschetschenen einen besseren Weg finden werden, um ihren unbeschreiblichen Haß auf die Kommandeure der ''Säuberungen'' loszuwerden als den der mir vorschwebt. Doch ich fürchte, diese Hoffnung wird kaum zutreffen.

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