Kurzbeschreibung:
Die Journalistin Josefa Nadler fährt nach B., um über diese Stadt und ihr überaltertes und umweltgefährdendes Kraftwerk eine Reportage zu machen. Was aber soll sie schreiben? Josefa entscheidet sich für die Wahr-heit: "B. ist die schmutzigste Stadt Europas", und sie fordert, dass das neue Kraftwerk im Interesse der dort arbeitenden und wohnenden Menschen endlich fertiggestellt wird. Josefa muss sich vor den Kollegen und der Partei rechtfertigen. Als es ihr nicht gelingt, ihren - persönlichen und politischen - Standpunkt klarzumachen, zieht sie sich zurück. Das ist die eine Geschichte, die Monika Maron in ihrem Roman erzählt.
Die andere Geschichte der Josefa Nadler aber, die private, macht die Bedeutung dieses Romans aus. Sie ist 30 Jahre alt, lebt mit ihrem Sohn allein und schwankt zwischen beständiger Sehnsucht nach Geborgenheit und Freiheit und einer immerwährenden Angst vor Einsamkeit und Zwang. Wie leben, dass man sich selbst, seinen eigenen Gefühlen und Besonderheiten gerecht wird? Diese Frage möchte Josefa für sich und andere beantworten in Gesprächen mit ihrer Kollegin Luise, ihrem Freund Christian, dem Heizer Hodriwitzka. Sie leidet darunter, dass über ihr Leben bestimmt wird und dass es für alles Richtlinien gibt.
Luise hat noch den Faschismus miterlebt; für sie bedeutet der Sozialismus die historische Chance zur verwirklichten Humanität. Josefa aber misst den erreichten gesellschaftlichen Zustand an ihren Bedürfnissen. Sie macht sich auf den eigenen Weg, weil sie nicht akzeptieren kann, dass die Geschichte schon an ihr Ziel gekommen sei. Sie verlässt den geliebten Freund, den Kollegenkreis und die grosse Gemeinschaft der Organisierten. Aber auch in ihren Träumen kommt sie nicht zur Ruhe.
Pressestimmen:
"... ein bemerkenswertes literarisches Debüt. Weil es in der DDR geschrieben wurde, dort keinen Verleger fand und nun in der Bundesrepublik gedruckt wird? Bemerkenswert ist dieses Buch vor allem in Hinblick auf seine erzählerischen Qualitäten, im Hinblick auf die Perspektive, die es wählt, um Wirklichkeit zur Sprache zu bringen." (Franz Josef Görtz, Frankfurter Allgemeine Zeitung)