Kurzbeschreibung:
Das Ende des Sommers, lange als Zumutung empfunden, erlebt Johanna seit einigen Jahren als Erleichterung. Die Hoffnung, mit der Zeitenwende das wirkliche Leben erst zu beginnen, ist dem Gefühl gewichen, nichts zu können, was die veränderte Welt braucht. Früher hat sie geheime Botschaften in ihren Vor- und Nachworten und in überliefernswerten Biografien versteckt, eine plötzlich überflüssige Fähigkeit, wie auch die weltabgewandte Charakterfestigkeit von Achim, ihrem Mann, eine überflüssige Tugend geworden ist. Auf dem Land, in einer nordöstlichen Endmoränenlandschaft, versucht sie, gleichsam in einem Panoramablick, ihren biografischen Standort zu bestimmen, rückblickend, vergleichend und ratlos, was die vor ihr liegende Zeit angeht.
Johannas entschlossene und lebenskluge Freundin Elli benutzt das Wort Glück seit langem nur in seinen trivialen Zusammenhängen. Die erfolgreiche Malerin und Erbin eines Verwalterhauses Karoline Winter, vor jeder Flugreise in Todesangst, verzweifelt am Verfa ssen ihres Testaments, weil sie keine Erben hat. Christian, der alte Freund aus München, Lektor in einem Wissenschaftsverlag, erlebt den Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Die Lebensentwürfe aller scheinen erschöpft, und die Zeit vor ihnen ist noch lang.
Beschreibung der Redaktion:
War das Glück immer nur eine Illusion? Johanna versucht ihren biografischen Standort zu bestimmen, rückblickend, vergleichend und ratlos.
"Monika Maron hat ein mutiges Buch geschrieben. Es trifft die Seelenlage der Nation wie kaum ein anderes in diesem Herbst." Tilman Krause, Die Welt
Zusatzinformationen (Autorenportrait):
Monika Maron ist 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie veröffentlichte u. a. die Romane >Flugasche<, >Die Überläuferin<, >Stille Zeile sechs<, >Animal triste<, >Pawels Briefe. Eine Familiengeschichte<, >Endmoränen< und >Ach Glück<, ausserdem mehrere Essaybände. Zuletzt erschien die Reportage >Bitterfelder Bogen<. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2003) und dem Deutschen Nationalpreis (2009).