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Roman von Helmut Krausser (buch)
von einer Kundin oder einem Kunden
Wir sind immer Teil eines Ganzen und spielen darin - jeder auf seine Art - eine besondere Rolle. So auch die ganz normalen Menschen, deren Wege sich in diesem Buch kreuzen - mal zufällig mal absichtlich. Helmut Krausser verwebt in diesem exzellenten Buch die Geschichten seiner Figuren zu einem tragisch, traurigen Ganzen, ohne, dass dabei die Freude am Leben zu kurz kommt. Jeden einzelnen Charakter zeichnet er sorgfältig, fast liebevoll und komponiert so aus vielen einzelnen Geschichten ein sprachliches Mosaik der Großstadt, worin man sich selbst und andere irgendwie auch wieder findet. Große Literatur, großer Lesespaß, welcher Vergnügen und auch ein Lächeln zurücklässt.
von einer Kundin oder einem Kunden
Sein neuer Roman, ein Grossstadtroman, beschreibt die Menschen in Berlin. Menschen unterschiedlichster Art und Schichten:
einmal ist da der Callboy Vincent, der seiner Einsamkeit entrinnt, indem ein Mädchen bei ihm zu Weihnachten einbricht;
dann gibt es den Lateinlehrer, der von seiner Schule von einem Mädchen hinausgemobbt wird und in einer Bar seine Geschichtskenntnisse über die Römer bei der Kellnerin an die Frau bringt;
da ist ein Punk namens Holger, der mit seiner arroganten Art auf eigentümliche Weise seine Liebe finden will;
auch ein Junge, verliebt über beide Ohren, der die jüngere Schwester seiner Freundin wiederfindet, aber nicht die erhoffte Anerkennung bekommt;
eine frustrierte ehemalige Tänzerin, die eine Beziehung sucht, kommunikationsunfähig und frigide wirkt;
Alle diese Personen sind aus dem Leben gegriffen, aus unserer Umgebung. Sie gibt es überall, nicht nur in Berlin. Krausser schafft so eine intensive Nähe zwischen Leser und seinen Figuren, die mit ganz alltäglichen Problemen ausgestattet, aber einfach menschlich sind.
Die Sprache, die Krausser seine Protagonisten sprechen lässt, ist sehr verständlich und der Grossstadt angepasst. Sie ist schnell, zeitgemäss und erreicht eine grosse Autentizität.
Die einzelnen Kapitel knüpfen sich in weiterer Folge immer enger zusammen. Dadurch werden die Erzählungen zum Roman.
Der scheinbare Zufall bringt auch die handelnden Personen immer näher zueinander. Sie verstricken sich. Sie lernen sich auf ungeahnte Weise kennen, verlieben sich und bedrohen sich gegenseitig.
Es entsteht daher ein buntes Bild vom täglichen Leben. Es handelt sich um eine Suche nach Glück, Liebe und Verständnis. Die harte Alltäglichkeit gibt aber oft nur Einsamkeit, Sex und Mitleid von sich, der Titel des Buches ist daher sehr treffend.
1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
von einer Kundin oder einem Kunden
Ein Callboy, eine Karrierefrau, ein arabischer Junge, ein gefeuerter Lateinlehrer - Menschen die scheinbar nichts miteinander gemein haben - streifen durch die nächtliche Großstadt auf der Suche nach Sex und Liebesglück.
Raffiniert verknüpft Helmut Krausser die losen Enden dieser Episoden zu einem außergewöhnlichen Roman.
Es ist eine ganz ungewöhnliche,moderne,schmutzige aber hinreißende Liebesgeschichte.
von einer Kundin oder einem Kunden
Wenn Helmut Krausser den Leser in das Dickicht des Beziehungsgeflechts einer Großstadt (Berlin) entführt, dann entsteht eine Erzählung deren Bilder und Handlungen präziser, wirklicher und schärfer kaum sein können. Die Kunst, den Alltag abseits des normalen Großstadt-Images zu beschreiben und den Leser wie in einem Sog immer tiefer in die Geschichte um einen Callboy, einer Managerin, Punks und die Avantgarde der Desillusionierten zu ziehen, diese Meisterschaft besitzt in Deutschland wohl nur Helmuth Krausser. Eine Leseerfahrung die man unbedingt geniessen sollte.
von einer Kundin oder einem Kunden
Kein Roman von Helmut Krausser gleicht dem anderen. So ist auch sein neuester wieder eine Überraschung. Ein Episodenroman, der an einem Weihnachtsabend in Berlin beginnt. Ein Callboy kommt nach Hause und findet in seiner Wohnung eine ziemlich verlotterte EInbrecherin vor, die er erst einmal in die Badewanne steckt. Was dann folgt, sind Lebens- und Überlebensgeschichen von Menschen, die scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben, aber immer mehr miteinander verstrickt werden. Krausser hat sehr raffiniert komponiert, und es gibt Stellen, an denen man laut lachen muß über die Verrücktheit unserer modernen Welt. Empfehlung nicht nur für Großstadtfreaks.
von einer Kundin oder einem Kunden
Sie können unterschiedlicher nicht sein, die Menschen von denen Krausser in seinem neuen Roman episodenartig erzählt.
Zwar leben sie alle in Berlin; und sie alle sind von Glück und Zufriedenheit weit entfernt. Doch bei Tageslicht betrachtet leben sie alle in verschiedenen Welten: der Callboy, die Karrierefrau, der jugendliche Muslim oder die alternde Hausfrau. Doch nachts, im dämmrigen Licht der Großstadtlaternen verschwimmen die Konturen und die Wege der Menschen kreuzen sich.
Krausser erweist sich wieder einmal als feinsinniger Beobachter unserer Zeit. Beinahe dokumentarisch spiegelt er unsere Gesellschaft voller Zukunftsträume, Existenzängste, konventioneller und weniger konventioneller Lebensentwürfe. Schicksale, die uns gerade in ihrer alltäglichen Tragik so ungemein berühren.
Für mich eine der ganz großen literarischen Stimmen der Gegenwart!
von einer Kundin oder einem Kunden Top-100 Rezensent
Krausser ist meines Erachtens einer der großen deutschen Gegenwartsautoren, der seinen eigenen Ton längst gefunden hat und der mich doch mit jedem neuen Buch immer wieder überrascht. Man liest den neuen Roman Kraussers so spielerisch leicht, wie er spielerisch mit seinen Figuren und deren Biografien umgeht. Man staunt über die dramaturgische Leichtfüßigkeit, mit der er die Schicksale so grundverschiedener Charaktere verwebt und beschreibt. Wundervoll! - Allein: es stellt sich mir die Frage, ob dieser Roman ein kunstvolles literarisches Fingerknacken als Ouvertüre für seinen nächsten 'großen' Roman ist, ein schriftstellerisches Warm Up für den nächsten großen Satz. - Wie auch immer: extrem lesenswert allemal. Ich schließe mich dem Kollegen Ronny Ehlen aus Oberhausen an und sage: Danke, Helmut Krausser.
von einer Kundin oder einem Kunden
Wir befinden uns in einer deutschen Großstadt. Nennen wir sie Berlin. Irgendwann in der Gegenwart. Und wir treffen ein paar Leute. Marionetten im Strom der Stadt. Ein Callboy, eine Managerin, Punks und Araber. Verliebte und Entliebte. Und irgendwie haben sie alle einen Bezug zueinander. Sie kennen sich, sie hören voneinander, werden Zeugen der Taten des einen und Opfer der Taten des anderen. Und über allem scheint eine Art von Bestimmung zu liegen, jedoch ohne feste Form. Das Schicksal leistet sich Umwege. Alles andere fände es langweilig. In kürzester Zeit werden Lebensläufe verwoben und verworfen. Und Leben ist das eine große Wort das alle verbindet. Dies ist kein experimenteller Roman. Es ist eine Art Liebesroman. Und es ist ein wunderschönes Beispiel, warum wir überhaupt Romane lesen. Danke Helmut Krausser.
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