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Der Puppenkasper
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Die Schrecken des Paradieses
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Tim bekommt als Achtjähriger ein Aquarium geschenkt, mit hübschen Männchen und hässlichen Weibchen. Das Aquarium wird zum Symbol seines Lebens: Alleinerziehende Mutter und Emanzen-Lehrerin möchten ihn zum Frauenversteher erziehen. Denn Frauen sind seit Jahrhunderten schutzbedürftige Opfer, Männer dagegen Täter. Tim erlebt im Lauf der Jahre, wie er selbst gegenüber Frauen benachteiligt wird. Beim Wehrdienst, im Berufsleben, sogar vor Gericht. Das ist nicht mehr amüsant. Tims Leben verläuft anders, als Mutter und Lehrerin sich das dachten. Ganz anders...
mmp pressedienst schreibt:
Ein anspruchsvoller Roman, der die Geschlechterrollen beleuchtet und ohne bierernste Betroffenheit auskommt. Mit lakonischem Humor werden Situationen zugespitzt, kein Leser kommt umhin, seine Maßstäbe zu hinterfragen. Schnörkellos, sehr amüsant und fesselnd.

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«Ein amüsantes Buch für Männer»
von einer Kundin oder einem Kunden
aus Soltau
(07.12.2004):Frauenbücher der Güteklasse 'Eine Prinzessin zahlt nie selbst' füllen bereits seit einigen Jahren die Regale der Buchhändler, vergleichbare Männerbucher gibt es dagegen nicht. Das mag daran liegen, dass es politisch als unkorrekt gilt, etwaige Schwächen des weiblichen Geschlechts literarisch zu verarbeiten - schließlich sind Männer Schweine. Angeblich traut sich auch kein Mann, über die Macken von Frauen zu schreiben.
Jetzt ist doch so ein Männerroman erschienen, ein unterhaltsamer dazu. Wolfgang A. Gogolin hat ein satirisches, amüsantes und doch sehr böses Buch geschrieben. In dichtem, intensivem Erzählton wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der von alleineriehender Mutter und Emanzen-Lehrerin zum Frauenversteher erzogen wurde. Im Laufe des Lebens macht dieser Mann, Tim heißt er, die Erfahrung, dass Männer nicht immer die schlechtere Menschheitshälfte stellen und reagiert entsprechend.
Das beschreibt Gogolin unnachahmlich, selbst in dramatischen Momenten verläßt ihn seine witzige Schreibe niemals, keine Szene entgleitet, wird schwatzhaft oder öde. Der Text gleitet auch in psychologisch zwiespältigen Situationen mühelos dahin. Sicher wird 'Der Puppenkasper' nicht jeder Leserin zusagen, aber bis zu einer gewissen Grenze wird ihr Tim sympathisch sein, kann sie ihm sogar folgen.
Frauen müssen keinen Wehrdienst leisten, müssen trotz höherer Lebenserwartung nicht länger arbeiten als Männer, dürfen bei Seenot zuerst in die Rettungsboote und werden von der Justiz sanfter angefasst - und fühlen sich dennoch benachteiligt. Hier liessen sich trefflich Argumente austauschen, aber Gogolin hat um diese Thematik herum eine (auch - oder gerade für Frauen) lesenswerte Erzählung vorgelegt.
Ich habe jedenfalls meinen Spass gehabt, denn solche Sätze:' Frauen sollten wie Frauen aussehen und nicht wie indische Hungerleichen auf dem Laufsteg bisexueller Modeschöpfer' liebe ich, wenngleich man den Sachverhalt auch filigraner hätte ausdrücken können.
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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«Leicht zu lesende Anektodenreihung»
von einer Kundin oder einem Kunden
aus Wasserburg am Inn
(17.06.2004):Der kurze Roman Der Puppenkasper erzählt die Jugend Tims vom achten Geburtstag an. Es ist ein Bildungsroman besonderer Art. Tim wird zwanzig Jahre lang immer klarer, daß seine (unsere) Welt von den Frauen und ihrer Macht dominiert wird.
Allerdings bemüht er (Tim / Autor) auch sattsam bekannte Klischees, simple Vorurteile oder zieht Zusammenhänge, wo keine sind. Beispielsweise vermisst er die Frauenquote in harten Männerberufen. Dabei ist jedem Grundschüler klar: wo keine Benachteiligung vorliegt, muß man nicht dirigistisch eingreifen.
Am Ende greift Tim zur rabiaten Selbsthilfe. Diese Lösung passt zur dumpfen Vorstellungswelt des Puppenkaspars Tim. Sie gibt dem Roman so ziemlich am Ende etwas Pfeffer.
Die Welt Tims teilt sich pfeilgerade in bevorzugte Frauen und benachteiligte Männer auf. Das ist Tims ''simple Verhaltensbiologie: Die eine Hälfte der Menschheit drehte sich nach jedem Kinderwagen um, die andere nach jedem jungen Mädchen'' (S. 83).
Der Roman ist flott erzählt, regt oft zum Schmunzeln an; vor allem wie es dem Autor gelingt mit ständig neuen Benachteiligungen vom Leder zu ziehen ist bewundernswert.
Leicht zu lesende Anektodenreihung. Inhaltlich eher Stammtischniveau.
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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