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Der Briefwechsel Thomas Bernhard ...

Der Briefwechsel Thomas Bernhard - Siegfried Unseld

von Siegfried Unseld Thomas Bernhard (buch)

30 Jahre alt, ohne Resonanz auf seine bis dahin veröffentlichten drei Gedichtbände, vom eigenen überragenden schriftstellerischen Können allerdings überzeugt, schreibt Thomas Bernhard im Oktober 1961 an Siegfried Unseld: "Vor ein paar Tagen habe ich an Ihren Verlag ein ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-518-41970-6
  • EAN:9783518419700
  • Erscheinungstermin:26.01.2010
  • Verlag:Suhrkamp Verlag
  • Einband:gebunden
  • Kundenbewertung:
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  • Sprache:Deutsch
  • Auflage:3. Auflage
  • Seiten:869
  • Gewicht:870 g

Kurzbeschreibung:

30 Jahre alt, ohne Resonanz auf seine bis dahin veröffentlichten drei Gedichtbände, vom eigenen überragenden schriftstellerischen Können allerdings überzeugt, schreibt Thomas Bernhard im Oktober 1961 an Siegfried Unseld: "Vor ein paar Tagen habe ich an Ihren Verlag ein Prosamanuskript geschickt. Ich kenne Sie nicht, nur ein paar Leute, die Sie kennen. Aber ich gehe den Alleingang."
Obwohl der Suhrkamp Verlag das Manuskript ablehnte, gingen der Alleingänger und der Verleger seit dem Erscheinen von Bernhards erstem Roman "Frost" 1963 gemeinsam den Weg, der den Autor in die Weltliteratur führte. In den etwa 500 Briefen zwischen beiden entwickelt sich ein einzigartiges Zwei-Personen-Schauspiel: Mal ist es eine Tragödie, wenn etwa Bernhard die aus seinen Werken bekannten Schimpftiraden auf den Verleger loslässt, der seinerseits auf die Überzeugungskraft des Arguments setzt. Dann gibt Bernhard ein Kammerspiel mit Unseld als Held - 1973 schreibt er ihm: "mit grösster Aufmerksamkeit, mit allen Möglichkeiten, gehe ich gern mit Ihnen." 1984 agieren beide, bei der Beschlagnahme von "Holzfällen", als Kämpfer für die Literatur in einem von Dritten inszenierten Schurkenstück.
Es dominiert das Beziehungsdrama: Der Autor stellt die für sein Werk und seine Person unabdingbaren Forderungen. Der Verleger seinerseits weiss, dass gerade bei Bernhard rücksichtslose Selbstbezogenheit notwendige Voraussetzung der Produktivität ist.
Solch einen dramatischen Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht, kennt das Publikum bislang nicht.

Pressestimmen:

"Was die beiden Champions hier darstellen, ist eine wahre Comédie humaine. Wie von einem modernen Molière erdacht." (Der Tagesspiegel)
Siegfried Unseld:
Siegfried Unseld wurde am 28. September 1924 in Ulm geboren und starb am 26. Oktober 2002 in Frankfurt am Main. Nach dem Abitur wurde er im Zweiten Weltkrieg zum Kriegsdienst einberufen und war drei Jahre lang, bis 1945, als Marinefunker im Einsatz. Nach seiner Rückkehr absolvierte er beim Ulmer Aegis Verlag eine Lehre als Verlagskaufmann. 1947 erhielt er durch die Vermittlung von Professor Weischedel die erstrebte Zulassung an der Universität Tübingen und studierte dort Germanistik, Philosophie, Nationalökonomie, Völkerrecht, Bibliothekswissenschaften und Sinologie. Seinen Lebensunterhalt bestritt Unseld als Werkstudent. Bis 1950 arbeitete er im Verlag J. C. B. Mohr in Tübingen. 1951 promovierte er mit einer Dissertation über Hermann Hesse zum Dr. phil. 1952 trat er in den Suhrkamp Verlag ein, wurde 1958 Gesellschafter der Suhrkamp Verlag KG und übernahm nach dem Tod Peter Suhrkamps die Verlagsleitung. Neben seiner beruflichen Tätigkeit besuchte er 1955 das von Henry Kissinger geleitete Internationale Seminar der Harvard Universität in Cambridge/Mass. (USA). Unseld führte die Verlage Suhrkamp und Insel und den 1981 von ihm gegründeten Deutschen Klassiker Verlag bis zu seinem Tod im Jahr 2002.
Thomas Bernhard:
Born in 1931, the illegitimate child of an abandoned mother, Thomas Bernhard was brought up by an eccentric grandmother and an adored grandfather. Tormented as a young student in rightwing, Catholic Austria, Bernhard ran away from home aged fifteen. At eighteen, he contracted pneumonia. Placed in a hospital ward for the old and terminally ill, he observed with unflinching acuity protracted suffering and death. From the age of 21, everything he wrote was shaped by the urgency of a dying man's testament - his witness, the quintessence of his life and knowledge - and where this account of his life ends, his art begins.
Raimund Fellinger:
Raimund Fellinger, geboren 1951 im Saarland, arbeitet nach Studium von Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft seit 1979 als Lektor im Suhrkamp Verlag, seit 2006 als Cheflektor.
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„Kein Autor von Weltrang ohne genialen Verleger - der Beweis in Buchform”

05.08.2010

von einer Kundin oder einem Kunden

Als kleine Sensation ist der endlich erschienene Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und seinem legendären Verleger Siegfried Unseld zu bezeichnen - dieser setzt im Herbst 1961 ein und endet (eher unsanft) im Herbst 1988. Dazwischen findet sich ein durch den Verlag gut editiertes Auf und Ab, das vor allem viel über den Literaturbetrieb der 60er, 70er, 80er Jahre, das Verhältnis Autor-Verleger bereitstellt, aber auch offenlegt, wie ungeheuer wichtig eine starke Verlegerpersönlichkeit ist (strategisches, kaufmännisches Geschick und Gespür für Tendenzen in der Gegenwartsliteratur), um als Autor sehr erfolgreich zu sein. Ohne Bernhard den höchsten schriftstellerischen Rang abzusprechen, ist die Leistung Unselds anhand des Briefwechsels sicher in ein neues Licht zu rücken - abgesehen davon finden sich in diesem Briefwechsel Daten und Fakten (direkt aus der Buchhaltung des Verlages = Veraufszahlen, Abrechnungen etc.), die genügend Stoff für so manches Germanistik-Seminar bereithalten. Unnötig zu erwähnen, dass sich der Schlagabtausch zwischen Unseld und Bernhard ungemein witzig liest. Dieses Buch wird Ihnen auf jeden Fall viel Freude bereiten - garantiert.

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„Ein Ein neuer Blick auf Bernhard”

09.07.2010

von einer Kundin oder einem Kunden

Wenn Sie Thomas Bernhards Werk schätzen. Wenn Sie mal etwas amüsantes über bzw. von Thomas Bernhard lesen wollen. Wenn Sie wissen wollen, warum Siegfried Unseld den Nobelpreis für Geduld hätte verliehen bekommen müssen, dann greifen Sie zu diesem Briefwechsel. Ich mußte laut über Bernhard lachen, wollte vor Unselds Langmut niederknien. Dank gebührt dem Verlag für die Herausgabe der Briefe, die es uns erlauben einmal einen neuen Blick auf Bernhard zu werfen.

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„Endlich erschienen!”

05.01.2010

von einer Kundin oder einem Kunden

Lange genug hat es gedauert, nun ist der lange angekündigte Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld endlich im Suhrkamp Verlag erschienen.
In der sehr schön gemachten Ausgabe kann man ganze Abende verbringen, man kann lachen, den Kopf schütteln und sich immer wieder wundern, welche Geduld Siegfried Unseld seinem Autor entgegengebracht hat. Einem Autoren, dem es nur schwerlich und selten recht zu machen war.
"Sie haben in meinen Rolls-Royce ["Alte Meister"] nur einen Liter Normalbenzin gegossen und ihn stehen lassen, während Sie in den Opel-Kadett Ihres Freundes vier bis fünf Zusatztanks haben einbauen und mit Superbenzin haben anfüllen lassen."
Und am Endedes Bandes:
Lieber Siegfried Unseld, wenn Sie, wie Ihr Telegramm lautet, "nicht mehr können", dann streichen Sie mich aus Ihrem Verlag und aus Ihrem Gedächtnis. Ich war sicher einer der unkompliziertesten Autoren, die Sie jemals gehabt haben.
Ein Stück Literaturgeschichte.

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