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Als wir träumten

Als wir träumten

Roman. Ausgezeichnet mit dem Rheingau Literaturpreis 2006, dem Mara-Cassens-Preis 2006 und dem Clemens-Brentano-Förderpreis 2007 von Clemens Meyer (buch)

Sie träumen vom Aufstieg ihrer Fussballmannschaft, von einer richtigen Liebe und davon, dass irgendwo ein besseres Leben wartet. Rico, Mark, Paul und Daniel wachsen auf im Leipzig der Nachwendejahre, in einem Viertel, dessen Mittelpunkt die Brauerei ist. Jede Nacht ziehen ... weiterlesen
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  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:517
  • Gewicht:395 g
  • Reihe:Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe

Kurzbeschreibung:

Sie träumen vom Aufstieg ihrer Fussballmannschaft, von einer richtigen Liebe und davon, dass irgendwo ein besseres Leben wartet. Rico, Mark, Paul und Daniel wachsen auf im Leipzig der Nachwendejahre, in einem Viertel, dessen Mittelpunkt die Brauerei ist. Jede Nacht ziehen sie durch die Strassen. Sie feiern, sie randalieren, sie fliehen vor den Glatzen, ihren Eltern und der Zukunft. Sie kämpfen mit Fäusten um Anerkennung und schlagen die Zeit tot. Sie saufen, sie klauen, sind cool und fertig und träumen vom eigenen Leben. Alle ihre Fluchtversuche enden auf den Fluren des Polizeireviers Südost.
Leidenschaftlich, wild und mutig verspielen sie ihr Leben in einer aussichtslosen Rebellion. Darum lassen einen die Bilder des nächtlichen Leipzig, die Boxkämpfe, die Hoffnungslosigkeit und die Hoffnung dieses Romans nicht mehr los. »Selbstverständlich ist Meyer viel zu jung. Aber so ist das mit guten Schriftstellern. Sie tauchen plötzlich auf und die ergrauten Kollegen kratzen sich am Kopf: Wieso kann der eigentlich schon so viel?« Sten Nadolny

Pressestimmen:

»Selbstverständlich ist Meyer viel zu jung. Aber so ist das mit guten Schriftstellern. Sie tauchen plötzlich auf und die ergrauten Kollegen kratzen sich am Kopf: Wieso kann der eigentlich schon so viel?« (Sten Nadolny)
Clemens Meyer:
Clemens Meyer, geb. 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Nach dem Abitur arbeitete er als Bauhelfer, Möbelträger und Wachmann. Von 1998 bis 2003 studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2002 erhielt er ein Literatur-Stipendium des Sächsischen Ministeriums f. Wissenschaft und Kunst, 2001 belegte er den 1. Platz des MDR-Literaturwettbewerbs, 2003 den 2. Preis und 2006 erhielt er den Rheingau Literatur Preis.
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„Keine Chance”

07.12.2009

von einer Kundin oder einem Kunden

Es ist eine Geschichte über Perspektivlosigkeit. Über den tristen Alltag im Osten und wie hart die Realität sein kann, wenn man keine Chance bekommt. Clemens Meyer schreibt über Drogen, Autoklau, körperliche Gewalt, Sex und Liebe. Über Tristesse in den Plattenbauten Leipzigs. Über die Probleme der Heranwachsenden Jugendlichen deren Leben sich in Gewalt und Drogenorgien verliert.
Der Autor schafft es, daß man sich zu Rico und seinen Freunden Paul, Marc und Daniel hingezogen fühlt. Man will dem Protagonisten entgegenschreien: "Nein! Tu das nicht." Man will ihn anflehen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Dieses Buch hat mich bewegt, es hat mich ergriffen.
Ein trauriges Buch. Ein gutes Buch.

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„Enttäuschender, langweiliger Roman ohne roten Faden”

11.09.2008

von einer Kundin oder einem Kunden

Bei seinem Erscheinen ist Clemens Meyers „Als wir träumten“ in einem Atemzug mit den Werken von Welsh und Regener verglichen worden, den Durchbruch auf den Buchmarkt hat es aber dennoch nicht geschafft. Gut, dies allein lässt keine Bewertung zu, werden doch oft auch mittelmäßige Romane mithilfe von ein wenig Promotion und guten Besprechungen zu Bestsellern. In diesem Fall kann ich die Nichtbeachtung von Meyers Werk allerdings durchaus nachvollziehen. Selten hab ich mich so sehr durch ein Buch gequält, wurde meine grundsätzliche Einstellung ein Buch immer zu Ende zu lesen, so auf die Probe gestellt. Auch erhielten meine Hoffnungen, es könnte vielleicht noch besser werden, nach jedem neuen Kapitel einen weiteren Dämpfer. Dabei fängt „Als wir träumten“ interessant an. Die bildgewaltige, echte Sprache macht dem Leser den Zugang leicht und die toll ausgearbeiteten Figuren tragen ihr übrigens dazu bei. Doch die Schilderung des tristen Alltags der Jungen vermag die Story allein nicht zu tragen, was unter anderem auch daran liegt, dass der Autor sich vieler Klischees bedient und der Plot zudem jegliches Überraschungsmoment vermissen lässt. Es wird erzählt wie die Jungen blinde Frauen beklauen, „Glatzen“ verprügeln, Pillen werfen, Spritzen drücken und in Puffs rumhuren, bis es der Leser einfach nicht mehr hören kann. Dazu kommt Meyers ungewöhnliche Erzählweise. Fast nach jedem Kapitel wird in der Zeit gesprungen, so dass man nach Daniels Erlebnissen bei den jungen Pionieren, diesen plötzlich auf der nächsten Seite etliche Jahre älter Bier saufend in einer Kneipe wieder findet. Zeitangaben scheint der Autor dabei nicht für nötig zu halten, und wenn der Leser das Kapitel dann gerade einigermaßen eingeordnet hat, kommt schon der nächste Sprung. Auch einen Unfall in drei Kapiteln auf drei verschiedene Arten zu erzählen, mag in einem Film funktionieren, hier lieber Meyer, tut es das nicht. Das alles ist auf Dauer so frustrierend, dass man geneigt ist das Buch in die Ecke zu knallen. Selbst das Ende, bei dem es so wirkt als hätte der Autor einfach mittendrin aufgehört zu schreiben, vermag hier nichts mehr zu retten. Insgesamt ist „Als wir träumten“ ein wirklich enttäuschender, langweiliger Roman ohne roten Faden, dem kritische Untertöne zu Drogenkonsum, Gewalt und Diebstahl völlig fehlen.

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„als wir träumten”

19.04.2008

Rezension von meike pflughaupt aus hamburg

ich habe den prolog gelesen und konnte kaum meine tränen zurückhalten. meyers traurigkeit ist auf mich übergegangen. das passiert sehr selten...

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„junge Menschen ohne Halt”

12.01.2008

Rezension von Segler und Bücherfan Top-100 Rezensent

Clemens Meyer hat 2007 den Brentano Preis der Stadt Heidelberg bekommen und dies mit seinem Roman auch verdient. Obwohl noch sehr jung , sehen wir hier ein großes Talent heranwachsen. Die geschlagenen Helden der Wendezeit sind aktueller den je und für Gesamtdeutschland von gesellschaftlicher Bedeutung, wo immer mehr junge Menschen, vor allem mit migranten Hintergrund, keinen Halt mehr im familiären Umfeld finden. Das Buch sollte man gelesen haben.

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„Widerstand”

08.11.2007

Rezension von Polar aus Aachen Top-100 Rezensent

Clemens Meyer ist ein Glücksfall für die deutsche Literatur. Er schert sich nicht um die literarhistorische Tradition der Nachkriegszeit, er verfällt nicht der Dreiecksbeziehung des "ich habe eine große Liebe, aber sie geht mit einem anderen ins Bett" oder puscht Geschichten mit tiefgründigem philosophisch Aufgewärmten, auch sucht man vergeblich nach Esoterischem, nach Mainstream. Meyer schaut sich um, erzählt von dem, was er sieht. Das geht weit über den Bukowski-Kosmos der individuellen Verweigerung hinaus. Saufen ist nicht Lebenszweck, saufen tun alle, schlagen tun alle. Is so. Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wenigstens cool bleiben. Clemens Meyer besitzt die Sprache, um davon zu erzählen, wie man von der Zeit überrollt wird, nicht dagegen ankommt und trotzdem nicht depressiv wird. Solange ich schreie, lebe ich. Ob Leipzig begreift, daß hier ein Autor einen Roman über eine Stadt geschrieben hat, wie Thomas Mann es für Lübeck in seiner Zeit getan hat? Thomas Mann ist das nicht zu hoch gegriffen, werden die Literaturschergen fragen. Was sonst vermag gute Literatur, als ihre Zeit einzufangen? Zahnlos kommt der Autor dabei nicht daher. Er besitzt ein hohes Tempo und den notwendigen Humor, über seine Helden zu lachen. Gut so, Clemens Meyer.

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