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Als ich sterblich war

Als ich sterblich war

Erzählungen von Javier Marias (buch)

Ein Pornodarsteller erzählt von seinem letzten Job als Leibwächter einer suizidgefährdeten Milliardärstochter; der Besucher eines Pferderennens wird im beiläufigen Gespräch miteinem Nebenstehenden Zeuge des Augenblicks, in dem einMord geplant wird; ein an Depressionen leidender ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-423-12779-1
  • EAN:9783423127790
  • Erscheinungstermin:01.05.2000
  • Verlag:dtv
  • Einband:Taschenbuch
  • OriginaltitelCuando fui mortal
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  • Sprache:Deutsch
  • Auflage:3.Auflage
  • Seiten:189
  • Gewicht:205 g
  • Übersetzer:Elke Wehr
  • Reihe:dtv-Taschenbücher

Kurzbeschreibung:

Ein Pornodarsteller erzählt von seinem letzten Job als Leibwächter einer suizidgefährdeten Milliardärstochter; der Besucher eines Pferderennens wird im beiläufigen Gespräch miteinem Nebenstehenden Zeuge des Augenblicks, in dem einMord geplant wird; ein an Depressionen leidender Schriftsteller setzt seine Medikamente ab, um seine Forschungsarbeit über den Schmerz zu vervollkommnen; ein Geist schildert minutiös die Umstände seines Todes und erinnert sich inallen quälenden Einzelheiten an die Zeit »als ich sterblichwar« . . . Mord, Verführung, ungewollter Sex, Geistererscheinungen, Lüge und Betrug - in zwölf dichten Geschichten hatder Autor diese dem begeisterten Marias-Leser wohlvertrauten Themen meisterhaft verwoben. Javier Marias, 1951 in Madrid geboren, gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des heutigen Spaniens. Seit seinemWelterfolg >Mein Herz so weiss< (1992, dt. 1996) ist er mitzahlreichen international wichtigen Preisen geehrt worden,u. a. 1995 mit dem Premio Rómulo Gallegos, 1996 mit demPrix Femina Étranger, 1997 mit dem International IMPACDublin Literary Award und dem Nelly-Sachs-Preis für seinGesamtwerk sowie 1998 mit dem Mondello-Literaturpreisder Stadt Palermo. Sein umfangreiches Werk wurde inzwischen in 26 Sprachen übersetzt.
Elke Wehr:
Elke Wehr, 1946 in Bautzen geboren, studierte Französisch und Italienisch in Paris und Heidelberg und ist literarische Übersetzerin Spanisch schreibender Autoren wie Manuel Rivas, Javier Marias oder des Nobelpreisträgers Octavio Paz. 2006 erhielt sie den Paul-Celan-Preis für ihr Gesamtwerk.
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„Halb schrieb er es freiwillig…”

21.03.2007

Rezension von Mandurah aus Wunstorf

…halb ward er gezwungen und so wirken die in diesem Band versammelten 12 Erzählungen auch auf mich.

Wie Javier Marías in den Vorbemerkungen schreibt, handelt es sich bei den zwischen 1991 und 1995 entstandenen Texten in elf Fällen um Auftragsarbeiten, denen er damals „so gut es geht gerecht zu werden“ versuchte. Ein noch unglücklicheres Vorwort kann man kaum schreiben, liest sich dies doch wie eine Vorab-Entschuldigung, sollte dem Leser die eine oder andere Arbeit nicht gefallen. Über Literatur lässt sich stets trefflich streiten und mich befremdet das Vorwort, schließlich ist Marías ein erfahrener Schriftsteller - eine solche Aussage wirkt auf mich jedoch was seine persönliche Reife angeht als Disqualifizierung, als könne er keine Kritik vertragen und wolle diese vorab mit dem Hinweis auf die äußeren Umstände im Keim ersticken.

Ein Teil der Erzählungen wirkt auf mich ebenso verstörend wie das missglückte Vorwort. Javier Marías schreibt in erster Linie über Liebe, gescheiterte Beziehungen, Betrug, Verrat, Ehebruch, Erpressung, psychische Störungen und Mord. Inhaltlich gesehen gefällt mir dabei nur ein Teil der Erzählungen, hauptsächlich die, bei denen sich das Gros der Handlung nicht im diffusen Nebel der Andeutungen des Autors versteckt. Erzählungen, bei denen zuviel in der Schwebe bleibt, mag ich ebenso wenig wie Filme mit offenem Ende – aber nun gut, das ist nur mein persönlicher Geschmack.

Der Autor bedient sich häufig recht verschachtelter Sätze, die aber im Gegensatz zu z.B. Stefan Zweig oftmals künstlich aufgebläht wirken und die Lesbarkeit weniger zum Genuss als vielmehr zu einem mühsamen Unterfangen machen und den Lesefluss an manchen Stellen stört. Allerdings vermag ich nicht zu sagen, ob das auf eine mangelhafte Übersetzung zurückzuführen ist oder ob sich das Ganze im Spanischen ebenso zäh lesen lässt.

Wurde ich beim Lesen der Rückseite des Buches („subtil inszenierte Erzählungen über die Untiefen und Abgründe menschlicher Existenz, geschrieben mit bestürzender Genauigkeit und hintergründigem Humor“) stark an T.C. Boyle erinnert, vermisse ich seinen unnachahmlich eleganten Stil hier.

Unterm Strich wirken Marías Erzählungen auf mich überwiegend zu gezwungen, als dass ich sie genießen könnte.

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