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Oben ist es still
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Der Außenseiter
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Helmer van Wonderen, Bauer wider Willen, macht klar Schiff. Er verfrachtet seinen bettlägerigen Vater ins Obergeschoß, entrümpelt Wohn- und Elternschlafzimmer, streicht Dielen, Fenster, Türen und Wände und schafft neue Möbel an. Das Gemälde mit den schwarzen Schafen, die Fotografien von Mutter und die alte Standuhr kommen nach oben, alle Pflanzen, die blühen können, auf den Misthaufen. Da Vater ihm nicht den Gefallen tut, einfach zu verschwinden, sich von einem Windstoß hinwegfegen zu lassen oder wenigstens zu sterben, richtet Helmer sein Leben unten neu ein. Seine ungelebten Träume kann er jedoch nicht so leicht entsorgen. Als er eines Tages unerwartet Post erhält, brechen sich Erinnerungen Bahn. "Henk hätte hier wohnen sollen. Mit Riet und mit Kindern." Henk, der Zwillingsbruder, ist lange tot. Riet aber lebt, und sie hat einen Sohn.
Gerbrand Bakkers erster Roman war in den Niederlanden ein großer Publikumserfolg. Genau in der Beobachtung von Mensch und Natur, subtil in der Anspielung und von zärtlicher Skurrilität, entwickelt Bakkers trockener, lakonischer Erzählstil von der ersten Seite an einen unwiderstehlichen Sog. Unversehens findet man sich mit einem wortkargen Bauern inmitten von Milchkühen, Texel-Schafen, einer Nebelkrähe und zwei Eseln an die großen Fragen des Lebens erinnert und versteht, daß Komik und Tragik, Witz und Wehmut, oben und unten unauflöslich zusammengehören.

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«"Ruf den Arzt", sagte Vater. "Nein", antwortete ich.»
von Christian Oertel
aus Halle (Saale)
(14.02.2010):Die Niederlande. Ein Bauernhof. Milchkühe, Schafe. Helmer, der Bauer, packt seinen ans Bett gefesselten Vater und schafft ihn in ein Zimmer im Obergeschoss des Hauses. Das Fußende des Bettes zum Fenster hin, das Kopfende bockt er auf, so kann der Alte etwas mehr als bloß den Himmel sehen. Ein paar Äpfel, das muss reichen.
Den Wohnbereich entrümpelt er, streicht, verlegt Teppiche.
Helmer bekommt unerwartet einen Brief, der ihn in die Vergangenheit nötigt: Erinnerungen, unerfüllte, unterdrückte Träume, Wünsche, Ziele.
Welch ein Stil!
Welche Präzision und Eleganz, Sparsamkeit und Plastizität!
Gerbrand Bakkers Roman "Oben ist es still" in lakonischer, berührender Sprache ist so wortkark wie wortstark.
Schweigsamkeit von hoher Qualität.
Ein kurzer Auszug:
"Was für Tiere sind Schweine eigentlich?" fragte ich. -
"Auf jeden Fall keine Kühe... Ferkel sind süß, aber wenn sie älter werden, sind sie weniger angenehm." -
"Und dann werden sie geschlachtet." -
"Ja, dann werden sie geschlachtet." -
"Und dein Mann?" -
"Wie, mein Mann?"
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«Bakker, Oben ist es still»
von Odilie Pressberger
Helmer lebt mit seinem alten Vater alleine auf einem Bauernhof in den Niederlanden. Eines Tages beschließt er, seinen Vater auf den Dachboden "wegzuräumen" und im Rest des Hauses sein Leben zu leben. Ein Buch, das mit seinem ruhigen Erzählton mich immer mehr in die Geschichte hinein zieht. Am Anfang mir leichtes Unbehagen verursacht (um Gottes Willen, wohin geht diese Geschichte bloß?!), das ziemlich schnell der reinen Lesefreude weicht und am Ende im puren Entzücken mündet.
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«"Ich habe Vater nach oben geschafft"»
von Claudia Ziplies
aus Lemgo
(24.11.2009):Mit diesem Satz beginnt Gerbrand Bakker seinen eigenwilligen und dennoch absolut gelungenen Roman.
Mit einer schlichten und manchmal schon spröden Sprache erschafft der Autor eine Atmosphäre, die authentisch wirkt und eine Intensität innehat, die den Leser in ihren Bann zieht.
Der Roman spielt in der Gegenwart, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, und erzählt in der Ich-Form die skurrile Geschichte des Helmer van Wondersen, einem Mann Mitte fünfzig, der nach dem Tod seines Zwillingsbruders dessen Rolle einnehmen musste und darauf wartet, dass sein pflegebedürftiger Vater stirbt, damit sein eigenes Leben beginnen kann.
Für mich spiegelt das Buch die Suche nach Identität, dem Einswerden des Menschen mit der Natur und letztendlich der tiefen Begegnung mit der Einsamkeit (Ich bin allein, Schlusswort des Buches) hervorragend wieder. Mein Fazit: Lesen wird empfohlen!
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«überraschend»
von M. Meister
aus Kassel
(28.09.2009):Durch Zufall entdeckte ich einen kleinen Bericht in einer Zeitung über dieses Buch. Es weckte meine Neugier: Ein alter Mann wird nach "oben" abgeschoben. Das fand ich interessant. Ich wußte nicht, was mich erwartete und ich wurde positiv überrascht. Denn der Autor hat die Gabe, scheinbar uninteressante Dinge zu erwähnen, die dann, ein paar Seiten weiter, plötzlich eine tiefere Bedeutung erhalten. Die Entwicklung von Helmer zu begleiten und zu beobachten ist jedoch das eigentlich spannende an diesem Buch.
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«Dieses Buch mußte ich zweimal lesen!»
von Birgitt Schweren-Wolters
aus Krefeld
(03.09.2009):In knappen Worten ist dies die Geschichte eines Sohnes, der seinen alten Vater auf den Dachboden bringt, damit er dort endlich stirbt.
Die kargen Worte in diesem Roman lenken erstmal von eigenen Gefühlem im Leseempfinden weg. Dann beginnt man, Sätze ein zweitesmal zu lesen und man glaubt nun, oft leicht schockiert, was der Schriftsteller uns sagen will. Nach und nach erfahren wir im Rückblick, was sich in den vergangenen vierzig Jahren im Leben der Beiden abgespielt hat und geraten, trotz der sparsamen Worte, in den Bann dieser Geschichte. Ein ganz erstaunlich packender Roman!
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«Gerbrand Bakker: "Oben ist es still"»
von Gabriele Beck
aus Pforzheim
(24.07.2009):Selten habe ich ein so sensibel geschriebenes, berührendes Buch gelesen. Helmer,
der wortkarge, zurückgezogen lebende Bauer, der besser mit Eseln als mit Menschen
umgehen kann, und beinahe durch ein Schaf sein Leben verliert, hat sich nie wirklich
gegen seinen tyrannischen, alles bestimmenden Vater zur Wehr gesetzt.
Nun ist der Alte krank und bettlägerig, und Helmer muss sich auch noch um einen
missratenen, pubertierenden Jungen aus der Verwandtschaft kümmern. In dieser glasklar
erzählten, stillen Vater-Sohn-Geschichte steckt alles, was das Leben an Kränkungen und
Verletzungen, aber auch an geheimen Sehnsüchten, Wünschen und Überraschungen
bereithält. Besser kann ein Debüt gar nicht gelingen !
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«Unglaublich»
von einer Kundin oder einem Kunden
(10.04.2009):Interessiert nach Beurteilung durch Literaturclub. Nach den ersten 2 Seiten war ich überzeugt, ich schaff das nicht - zu ehrlich, zu direkt, zu realitätsnah... nach 10 Seiten konnte ich nicht mehr aufhören mit Lesen. Ein Buch von unglaublicher Tiefe, Direktheit; ein Buch das einfach berührt. Unbedingt lesen!
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«Ein sehr eindringliches Buch»
von Alexandra Berge
aus Kassel
(25.01.2009):Dieser Roman über eine gestörte Vater-Sohn-Beziehung und ein dadurch nicht selbstbestimmt geführtes Leben in der niederländischen Provinz hat mir sehr gut gefallen.
Der Autor kommt ohne große Paukenschläge aus und besticht durch eine leise Erzählweise, die die Tristesse im Leben des Protagonisten sehr gut wieder spiegelt.
Nicht nur für Freunde der niederländischen Nationalliteratur wie z.B. t'Hart oder Nooteboom zu empfehlen.
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