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Ein unordentliches Gefühl von Richard David Precht (buch)
von einer Kundin oder einem Kunden
In "Liebe - ein unordentliches Gefühl" nähert sich Richard David Precht dem schönsten aller Gefühle auf den verschiedensten Bereichen. Angefangen von der Evolutionsbiologie über die Neurologie bishin zu Soziologie fasst Precht Meinungen und Erkenntnisse von Experten zusammen und kommentiert diese auf sehr unterhaltsame Weise.
Ein tolles Buch nicht nur für Romantiker!
1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Rezension von Sandra aus Münster
Warum Frauen schlecht einparken und Männer nicht zuhören können? Eine Antwort auf diese und andere Stammtischfragen oder Themenschwerpunkte einer deutschen Zeitung mit vier großen Buchstaben erhält man in diesem Buch zum Glück nicht!
Dafür aber einen leserfreundlich formulierten Überblick über aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse zur Verschiedenheit (und Gleichheit) von Mann und Frau.
Ein Muss für jeden Leser, der genug hat von geschlechterspezifischen Klischees und verallgemeinernden Floskel!
Am Ende bleibt für mich das Fazit: Männer sind anders, Frauen auch! Und das ist auch gut so!
Danke für dieses erfrischende Buch!
Rezension von Renate Strahl aus Weiterstadt
"Liebe" von Richard David Precht. Man muß sich für dieses Buch etwas mehr Zeit nehmen, um es zu verstehen. Es ist aber sehr interressant geschrieben und lesenswert.
Rezension von Lena Waider aus Wiesbaden
Precht macht zunächst klar, dass es in seinem Buch nicht um die Liebe im Allgemeinen geht, sondern eingeschränkt (13) "um die geschlechtliche Liebe zu einem Liebespartner".
Positiv ist zunächst anzumerken, dass er sich seinem Thema nicht rein philosophisch nähert, sondern ganz bewusst auch auf der Grundlage des aktuellen Standes der Naturwissenschaften.
Precht beginnt mit einer Beschreibung - und Kritik - des Standpunktes der Evolutionären Psychologie zum menschlichen Sexualverhalten. Sehr nachvollziehbar kritisiert er die Erklärungswut dieser Disziplin, die für fast jedes Phänomen eine angeblich plausible Begründung parat hat. Precht liefert hier zum ersten Mal einen seiner Haupteinwände: Nicht jedes beobachtbare Phänomen muss unbedingt auf einen Vorteil zurückzuführen sein. Es reiche, wenn es nicht nachteilig ist.
Precht hält die Vermutung der Soziobiologen, dass neben dem Fortpflanzungstrieb auch unsere Liebe und Libido aus der Steinzeit stammen, für eine sehr mutige Behauptung (39).
Sehr lesenswert fand ich seine Ausführungen zur und Kritik an der Gesamtfitness-Theorie Hamiltons, die Richard Dawkins später zur Theorie der egoistischen Gene popularisierte, man könnte vielleicht lediglich einwenden, dass er hier eine Spur zu spöttisch wirkt.
Den soziobiologischen Überlegungen schließt sich ein Kapitel über den Unterschied zwischen dem biologischen und sozialen Geschlecht (Gender) an. Hier waren mir seine Aussagen viel zu allgemein gehalten. Es ist zwar richtig, dass die Geschlechtsrollenunterschiede zwischen Frauen und Männern nicht allesamt biologisch begründet sein müssen, sondern zum Teil oder sogar in Gänze sozial konstruiert sein können, das heißt aber noch lange nicht, dass sie im statistischen Mittel vollständig angeglichen werden können.
In den Folgekapiteln geht es dann um die zentrale Frage, wieso es überhaupt Frauen und Männer gibt (141ff.). Dieser Abschnitt ist für mich der bei Weitem schwächste des ganzen Buches. Richard David Precht stellt zunächst verschiedene Hypothesen vor, die erklären wollen, weshalb es eine getrenntgeschlechtliche Fortpflanzung gibt, um diese dann aber allesamt mehr oder weniger als wenig stichhaltig zurückzuweisen. Einmal mehr merkt er an (147): "Phänomene wie die sexuelle Fortpflanzung müssen nicht deshalb entstanden sein, weil sie einen Vorteil boten, der größer war als ihr Nachteil." Und das ist - mit Verlaub gesagt - leider völlig absurd.
Wie Mersch in "Evolution, Zivilisation und Verschwendung" stringent nachweist, hätte es ohne die getrenntgeschlechtliche Sexualität auf der Erde nur ein Fressen-und-Gefressen-werden gegeben, denn erst mit der getrenntgeschlechtlichen Sexualität kam eine der größten Erfindungen der Evolutionsgeschichte überhaupt: das "Gefallen-wollen", was auch die Grundlage der Liebe schlechthin sein dürfte.
Das Problem an dieser Stelle ist, dass Precht einen bedeutenden Teil der Biologie schlicht und ergreifend ignoriert. Ich fragte mich immer wieder, wie man ein Buch über die sexuelle Liebe schreiben kann, ohne Bücher wie Geoffrey F. Millers "Die sexuelle Evolution", Matt Ridleys "Eros und Evolution" oder Zahavis "Signale der Verständigung" (Handicap-Prinzip) auch nur zu erwähnen.
Der letzte Abschnitt "Liebe heute" (Kapitel 11-14) hat mir dagegen wieder sehr gut gefallen. Ich habe dennoch drei Sterne vergeben, weil das Buch insgesamt sehr interessant ist, und sich die meisten Leser möglicherweise vor allem für den dritten - gelungenen - Abschnitt interessieren werden.
4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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Diese Artikel haben mir auch gefallen: Evolution, Zivilisation und Verschwendung (9783837057928)
von einer Kundin oder einem Kunden aus Wolfenbüttel
Nach seinem äußerst erfolgreichem Buch "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele", daß sich mit der Philosophie beschäftigte, folgt nun sein nächstes Buch, "Liebe - Ein unordentliches Gefühl.
Hier beschäftigt sich der Autor mit dem Thema, welches alle beschäftigt: mit der LIEBE!
Dabei nähert er sich diesem Thema so ähnlich, wie in seinem vorherigen Buch, das von der Philosophie handelte. Geschichte, führende Wissenschaftler, Biologie, Soziologie, Psychologie der Liebe. Dabei ist dieses Buch kein Ratgeber, sondern soll uns das Phenomän Liebe erklären oder zumindest näher bringen.
Dabei bedient er sich seinem schon bekannten Schreibstil, teils witzig, teils erklärend, manchmal aber auch zu trocken und sich in kleinen Details verlierend.
Alles in allem ein Buch, das man lesen kann oder auch sollte, der sich mit dem Thema Liebe beschäftigen möchte oder beschäftigt und mehr darüber wissen möchte, auch rein wissenschaftlich. Andere sollten sonst einen Bogen um dieses Buch machen.
2 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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