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Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2007 von Julia Franck (buch)
Rezension von Sandra
Einfühlsam erzählt Julia Franck die Geschichte der Helene, die beide Weltkriege miterlebt, den ersten noch als Kind, den zweiten dann als Ehefrau und Mutter.
Ein authentischer Roman in jeder Hinsicht, auch sprachlich bemerkenswert!
1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Rezension von BT Hagen
Lebensgeschichte einer Frau, die ihren Träumen folgt und sich nach einer großen Liebe sehnt. Aber die Zeiten sind schwer und dramatisch und Helene muß mit den Schicksalschlägen und Verlusten allein fertig werden. Zum Schluß, wenn alles überstanden scheint, lässt sie ihren kleinen Sohn allein zurück und kehrt nie wieder.
Wunderschöne Geschichte, für mein Geschmack aber, zu sachlich, zu trocken erzählt.
Rezension von Tripwolf
Der Roman "Die Mittagsfrau" von Julia Franck ist nach meiner Auffassung nah an einem großen literarischen Werk vorbeigeschrammt. Trotzdem hat sie den Buchpreis 2007 verdient. Der Roman beschreibt eine sensibel und mit viel Gefühl geschriebene Familiengeschichte, die auch mit den Wirren am Ende des 2. Weltkrieges zusammenhängt. Es werden u.a. die Gefühle und Wahrnehmungen eines Achtjährigen erzählt, der seine schöne Mutter liebt.
Aber irgendwann sitzt der kleine Peter auf dem Bahnsteig und wartet vergeblich auf seine geliebte Mutter. In den unsicheren Zeiten nach dem Krieg, wo alle Menschen wieder nach Normalität streben, läßt eine Mutter ihr Kind allein. Julia Franck schreibt aber auch die Lebensgeschichte der Mutter, Helene, und u.a. die Beziehung zu Ihrer älteren Schwester, in der es um Liebe, Macht, Abhängigkeit und Demütigung geht. Ein sehr gefühlvoll geschriebener Roman mit einigen Passagen großer Literatur, die noch auf weitere gut recherschierte Bücher hoffen läßt.
2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
von einer Kundin oder einem Kunden aus schwedeneck
ich fand zwar es auch verwirrend,dass sie erst über alice schreibt und dann über helene.aber ansonsten fand ich einfach klasse !es ist eine tolle arbeit die sie geleistet hat !sie hat den buchpreis verdient!
1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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Diese Artikel haben mir auch gefallen: die moral der frauen.von fay weldon
von einer Kundin oder einem Kunden
Am Anfang dieses Buches lässt Alice ihren Sohn alleine am Bahnhof zurück. Man möchte diese Frau verstehen und ihre Geschichte kennenlernen.
Man liest dann die Lebensgeschichte von Helene und ihrer Schwester. Leider erst nahe am Ende stellt sich heraus das Helene Alice ist. Das fand ich schade. Mir hat der Aufbau des Buches leider nicht zugesagt und stellenweise kam es mir "in die Länge gezogen" vor.
Ich kann den Deutschen Buchpreis 2007 für dieses Buch nicht ganz nachvollziehen.
Rezension von Silke Schröder aus Hannover (silke.schroeder@hallo-buch.de) Top-10 Rezensent
Julia Franck ist ein sehr emotionales Buch über eine bewegte Ära gelungen. Dabei spannt sie die Klammer vom 1. Weltkrieg bis in die 1950er Jahre. Doch wie die Zeit, so ergeht es auch den Schwestern. Angefangen in der familiären Enge des ausgehenden wilhelminischen Zeitalters und dem Tod des Vaters, erfahren Helene und Martha die 1920er Jahre mit all ihrem bourgeoisen Pomp und der Ausgelassenheit des Bürgertums. Mit dem Tod von Carl wird die Zeit der NS-Herrschaft mit ihrem Rassismus und ihrer Ungerechtigkeit eingeläutet, anschaulich dargestellt am weiteren Schicksal Helenes.
Und es ist nur konsequent, dass die Autorin ihre Heldin nach dem 2. Weltkrieg symbolisch einen Strich unter ihr bisheriges Leben ziehen lässt und alles, einschließlich ihres Sohnes, zurücklässt, um in der Stunde Null ganz von vorne anzufangen. Ein wirklich gelungenes Buch, das die Schwingungen der jeweiligen Jahrzehnte sehr emotional und persönlich wiedergibt. Hut ab.
1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Rezension von Segler und Bücherfan Top-100 Rezensent
Der Roman "Die Mittagsfrau" von Julia Franck ist nach meiner Auffassung nah an einem großen literarischen Werk vorbeigeschrammt. Trotzdem hat sie den Buchpreis 2007 verdient. Der Roman beschreibt eine sensibel und mit viel Gefühl geschriebene Familiengeschichte, die auch mit den Wirren am Ende des 2. Weltkrieges zusammenhängt. Es werden u.a. die Gefühle und Wahrnehmungen eines Achtjährigen erzählt, der seine schöne Mutter liebt.
Aber irgendwann sitzt der kleine Peter auf dem Bahnsteig und wartet vergeblich auf seine geliebte Mutter. In den unsicheren Zeiten nach dem Krieg, wo alle Menschen wieder nach Normalität streben, läßt eine Mutter ihr Kind allein. Julia Franck schreibt aber auch die Lebensgeschichte der Mutter, Helene, und u.a. die Beziehung zu Ihrer älteren Schwester, in der es um Liebe, Macht, Abhängigkeit und Demütigung geht. Ein sehr gefühlvoll geschriebener Roman mit einigen Passagen großer Literatur, die noch auf weitere gut recherschierte Bücher hoffen läßt.
14 von 14 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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Diese Artikel haben mir auch gefallen: Zeit der Leidenschft
Rezension von Whitefish aus Leipzig
Zwei Monate nach Ende des 2. Weltkrieges wird der kleine Peter von seiner Mutter Alice auf einem Bahnhof verlassen. Im Verlauf des Romans wird das Leben dieser Mutter, deren wahrer Name Helene Würsich ist, beschrieben.
Die erste große Frage, die sich mit dem Beginn des Romans stellt: Warum heißt Alice denn jetzt Helene? Die Antwort wird erst gegen Ende gegeben: Da sie halbjüdischer Abstammung ist, muss Helene eine neue Identität annehmen, die Papiere, die sie von Ihrem zukünftigen Mann Wilhelm erhält, sind auf Alice Schulze ausgestellt.
Helene wächst in Bautzen auf, das Verhältnis zu ihrer neun Jahre älteren Schwester Martha ist sehr innig. Während der Vater im ersten Weltkrieg an der Front ist, muss die die hochintelligente Helene lernen, seine Druckerei über Wasser zu halten. Die Mutter, eine Jüdin, lebt zurückgezogen und in ihrem Zimmer in einer eigenen versponnenen Welt.
Mit der Figur der Mutter verbunden ist der Titel des Romans: Martha und Helene kannten die Geschichte von der Mittagsfrau, solange sie denken konnten, es lag etwas Tröstliches in ihr, weil sie nahe legte, dass es sich bei der mütterlichen Verwirrung um nichts anderes als einen leicht zu verscheuchenden Fluch handelte.(S.142)
Der Vater kehrt schwer verletzt aus dem Krieg zurück und wird bis zum Tod von den Schwestern gepflegt.
Nach seinem Tod kommen die Schwestern in Kontakt mit ihrer wohlhabenden Berliner Tante Fanny. Aus einer Einladung wird ein dreijähriges Bleiberecht im aufregenden Berlin.
Helene, inzwischen auffallend hübsch geworden, lernt zunächst Carl kennen, beide wollen heiraten, dann jedoch verunfallt Carl tödlich. Helene heiratet Wilhelm, die Ehe ist lieblos, der Ehemann hart und ungerecht. Peter wird geboren, Helene arbeitet für ihren und den Lebensunterhalt des Kindes, weil ihr Mann es so verlangt.
Die Lebensabschnitte der Hauptfigur Helene sind sehr unterschiedlich beschrieben, fast hat man das Gefühl, man würde unterschiedliche einzelne Romane lesen, mir persönlich hat hier eine Ganzheit gefehlt. Andererseits wird das Leben von Helene durch sehr unterschiedliche Stationen geprägt, vielleicht wird dies von der Autorin bewusst so eingesetzt.
Die Beschreibungen sind detailreich, verwirrend, teilweise sehr intim. Die Sprache der Autorin von einem wahrlich beeindruckendem Wortschatz.
Die Mittagfrau ist definitiv ein Buch für Frauen. Geheimnisvoll, charmant, dann wieder voller Härte und Schonungslosigkeit eine interessante, aber auch sonderbare Komposition.
14 von 14 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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