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Die Hirnkönigin
 

Die Hirnkönigin

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie National 2000. Roman von Thea Dorn (buch)

Die Berliner Journalistin Kyra Berg hat sich gerade aus der Feuilleton-Redaktion ihrer Zeitung verabschiedet. Sie hat genug vom Hauptstadt-Zeitgeist und dem Kulturgewäsch der intellektuellen Szene und will sich endlich mit etwas Handfestem beschäftigen. Sie beginnt an einer ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-442-44853-0
  • EAN:9783442448531
  • Erscheinungstermin:01.09.2001
  • Verlag:Goldmann
  • Einband:Taschenbuch
  • Kundenbewertung:
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  • Sprache:Deutsch
  • Seiten:283
  • Gewicht:222 g

Kurzbeschreibung:

Die Berliner Journalistin Kyra Berg hat sich gerade aus der Feuilleton-Redaktion ihrer Zeitung verabschiedet. Sie hat genug vom Hauptstadt-Zeitgeist und dem Kulturgewäsch der intellektuellen Szene und will sich endlich mit etwas Handfestem beschäftigen. Sie beginnt an einer Serie über Berliner Mörderinnen zu arbeiten, und als die kopflose Leiche ihres Chefredakteurs gefunden wird, interessiert sie sich natürlich sofort brennend für den Fall. Ihr Chefredakteur war bekannt dafür, seinen weiblichen Angestellten nachzusteigen, und Kyra hat den Verdacht, dass es sich bei dem aussergewöhnlich brutalen Mord um den Racheakt einer Frau handelt. Bevor ihre Recherchen zu konkreten Ergebnissen führen, findet man die nächste Leiche - einen pensionierten Bibliotheksangestellten. Kyra macht sich auf die Suche nach Verbindungspunkten. Hat der Mörder es auf ältere, an Kultur interssierte Herren abgesehen? Kyra steht vor einem Rätsel. Dabei hat sie in ihrem Privatleben bereits genug Probleme. Der liebenswerte, aber etwas dickliche Kollege Franz Pawlak rückt ihr doch zu sehr auf die Pelle. Und an die Liebesnacht mit dem ausnehmend hübschen Kellner kann sie sich überhaupt nicht mehr erinnern. Von dem Abenteuer mit dem grossmäuligen Töchterchen des ermordeten Chefredakteurs ganz zu schweigen... "Wer nach den Krimis von Thea Dorn noch mit Agatha Christie ins Bett geht, ist selber schuld."
Badische Zeitung

Beschreibung der Redaktion:

Die Berliner Journalistin Kyra Berg hat sich gerade aus der Feuilleton-Redaktion ihrer Zeitung verabschiedet. Sie hat genug vom Hauptstadt-Zeitgeist und dem Kulturgewäsch der intellektuellen Szene und will sich endlich mit etwas Handfestem beschäftigen. Sie beginnt an einer Serie über Berliner Mörderinnen zu arbeiten, und als die kopflose Leiche ihres Chefredakteurs gefunden wird, interessiert sie sich natürlich sofort brennend für den Fall. Ihr Chefredakteur war bekannt dafür, seinen weiblichen Angestellten nachzusteigen, und Kyra hat den Verdacht, dass es sich bei dem aussergewöhnlich brutalen Mord um den Racheakt einer Frau handelt. Bevor ihre Recherchen zu konkreten Ergebnissen führen, findet man die nächste Leiche – einen pensionierten Bibliotheksangestellten. Kyra macht sich auf die Suche nach Verbindungspunkten. Hat der Mörder es auf ältere, an Kultur interssierte Herren abgesehen? Kyra steht vor einem Rätsel. Dabei hat sie in ihrem Privatleben bereits genug Probleme. Der liebenswerte, aber etwas dickliche Kollege Franz Pawlak rückt ihr doch zu sehr auf die Pelle. Und an die Liebesnacht mit dem ausnehmend hübschen Kellner kann sie sich überhaupt nicht mehr erinnern. Von dem Abenteuer mit dem grossmäuligen Töchterchen des ermordeten Chefredakteurs ganz zu schweigen...

Pressestimmen:

"Wer nach den Krimis von Thea Dorn noch mit Agatha C. ins Bett geht, ist selber schuld." (Badische Zeitung)

Zusatzinformationen (Autorenportrait):

Thea Dorn, geboren 1970 bei Frankfurt am Main, machte eine Ausbildung in klassischem Gesang. Anschliessend wandte sie sich dem Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und an der Freien Universität Berlin zu, wo sie eine Zeitlang
Drei Promille. Und kein bisschen glücklich.
Sie wusste nicht, wovon ihr der Schädel mehr brummte: von dem Champagner, mit dem sie ihre Depression bei Laune hielt, oder von dem Stimmen-Cocktail, der jeden Harvey Wallbanger in den Schatten stellte:
4 cl Kulturgewäsch,
2 cl Berliner Hauptstadtgeist,
einige Tropfen Wermut,
das Ganze aufgegossen mit reichlich Testosteron. Irgendwann zwischen dem zwölften und fünfzehnten Glas hatte sie aufgehört, in den Gesprächen mit herumzurühren. Jetzt stand sie nur noch da und hielt sich an ihrem Champagnerglas fest. Konzentriert genug betrieben war auch dies eine abendfüllende Beschäftigung.
Sie hatte fast vergessen, dass sie mehr war als ein Champagnerständer, als der Gastgeber mit ausgebreiteten Armen auf sie zugesegelt kam. Instinktiv duckte sie sich zur Seite. In dem weissen Anzug sah er aus wie eine fette alte Möwe.
"Meine Liebe, aber Sie langweilen sich ja. Ich bitte Sie, das darf nicht sein. Die Nacht ist viel zu schön, als dass sich eine schöne Frau wie Sie langweilen dürfte. Wollen Sie ein wenig an die frische Luft gehen mit mir?"
Aber sicher doch. Was tat man lieber, als mit fetten alten Möwen an die Luft zu gehen. Zumal, wenn sie der Boss waren. Und Geburtstag hatten.
Er fasste ihren Ellenbogen und lenkte sie hinaus in eine der lauen Berliner Sommernächte, in denen das Thermometer den Gefrierpunkt gnädig von oben umschmeichelte. Sie hätte nie geglaubt, dass ihr das künstlich verdunkelte
Bassorgan ihres Chefs jemals angenehm erscheinen könnte. Doch jetzt träufelte diese Stimme wie reiner Single Malt in ihre Ohren.
"Habe ich Ihnen eigentlich schon gesagt, wie glücklich ich bin, dass Sie bei uns arbeiten."
Sie schüttelte den Kopf. Bis gestern Morgen hast du noch gar nicht gewusst, dass ich bei dir arbeite, du Arschloch.
Er strich sich über den silber-schwarz melierten Vollbart, der so sorgfältig getrimmt war wie der englische Rasen, über den er sie führte. Die Halme kitzelten ihre grossen Zehen, die aus den offenen Goldstilettos herausschauten. Zielsicher steuerte er auf die dunkle Lärchengruppe im hinteren Teil des Parks zu. Glücklich der Mann, der solche Botanik sein Eigen nennen durfte.
Ein verzweifelter Lachanfall trieb ihr den Champagner in die falsche Kehle. Sie legte einen Keuchhusten hin, der die Traviata neidisch gemacht hätte.
Die alte Möwe lachte herzhaft mit. Und schlug ihr - ganz väterlicher Freund - auf den Rücken. Sie beglückwünschte sich im Nachhinein dazu, dass sie in ihrem Kleiderschrank kein rückenfreies Abendkleid gefunden hatte.
"Wissen Sie, dass Sie viel zu schön sind für Ihren Beruf?"
Wusste sie.
"Mein Gott, warum sind Sie so schön?" Wusste sie nicht.
Die Lärchen rückten näher. Da half das ergreifendste Traviataröcheln nichts. Die väterliche Hand war so frei, auch ohne Einladung eines Rückendekolletes arschwärts zu wandern.
Sie warf das Champagnerglas ins Gras, hörte auf zu husten und streifte die Goldstilettos von den Füssen. Reizende Maid barfuss im Mondenschein.
"Foltern Sie kein Geburtstagskind."
Die Stimme tropfte nicht länger in ihr Ohr. Sie leckte.
"Mein Gott, warum sind Sie so schön?"
Die Schuhe lagen gut in ihren Händen.
"Sie müssen, Sie müssen einfach -"
Und sie hatte immer geglaubt, Lärchen hätten weiche Rinden. Ein Irrtum. Und ein weiteres Argument gegen rückenfreie Abendkleider.


Er konnte den Blick nicht von ihr wenden. Seine Augen, zwei trübe, blutverschlierte Bälle, waren aus den Höhlen gekrochen. Reglos hockten sie in den Eingangslöchern und bestarrten das weisse Fleisch, das vor ihnen tanzte.
In seinem Leben hatte der Alte viel weisses Fleisch gesehen. Aber keins war weiss gewesen wie dieses.
Der Arsch, auf den er stierte, war so alabastern und vollendet geformt, dass er sich sämtliche Hörner der Welt hätte aufsetzen lassen, um ihn hochheben und fortschleppen zu können. Der Abgrund, der die göttlichen Hügel trennte, verjüngte sich nach vorn zu einem Spalt. Die Lippen schienen aus Elfenbein geschnitzt, an den Innenwänden schimmerte Perlmutt. Zwei marmorne Brüste ragten hoch über dem Zwischenbeindelta und spendeten ihm Schatten.
Immer glasiger schauten die welken Augäpfel unter dem Schädeldach hervor. Die Schönheit raubte ihm den Atem.
Das Mädchen drehte sich langsam um die eigene Achse. Es ging in die Knie, öffnete die Schenkel, schloss die Schenkel, stand auf und drehte sich weiter. Teilnahmslos durchstreifte sein Blick den Raum. Es war der unbewegte Blick einer Eule.
Kalter Schweiss stand dem Alten auf der Stirn. Seine Augäpfel hatten die Sehnerven ins Schlepptau genommen. Blind drängten sie ins Freie, dem Alabasterarsch, dem Elfenbeinspalt, den Marmortitten entgegen.
Die Bewegungen des Mädchens wurden langsamer. Es legte den Kopf in den Nacken, reckte beide Arme in die Höhe und stöhnte. Mit einer Hand streifte es den kupferroten Haarhelm ab, der sein Gesicht umrahmte. Von seiner Rechten troff Blut. Schritt für Schritt ging es auf den Alten zu. Die schwefelgelben Augen blitzten.
Ihre Silhouette zerfloss vor seinem Blick. Je näher sie kam, desto flirrender wurde der Glanz, der sie umgab. Er starrte, ohne mit der Wimper zu zucken. Keine Sekunde ihres Anblicks wollte er sich entgehen lassen. Sollten seine Netzhäute zerreissen, seine Glaskörper bersten - es war ihm egal.
Ihm. Dem abgehackten Kopf.
"Verdammte Scheisse, kannste dem Balg nich mal ordentlich den Arsch abwischen!"
Kyra Berg drückte die Stopptaste ihres Aufnahmegeräts und atmete tief durch. Geduld und Ausdauer waren die Waffen der Journalistin. Aber wenn das so weiterging, konnte sie sich mit diesem Interview den Arsch abwischen.
Der Krabbler an der Schwelle zur Stubenreinheit plärrte los, als seine Mutter aufsprang und ihn vom Teppich pflückte.
Sie blickte Kyra entschuldigend an. "Det is immer det Gleiche hier. Um jeden Scheiss muss ick mir kümmern. Der Olle macht jar nüscht. Zum Kotzen is det."
Kyra nickte ihr beipflichtend zu. Angesichts des verzierten Babyarschs war sie froh, nicht gefrühstückt zu haben.
Die Mutter verschwand mit ihrer Fracht im Bad. Wassergeplätscher und heftigeres Krabblergebrüll legten sich über das Fluchen.
Kyra stützte den Kopf in die Hände und massierte ihre Schläfen. Die Kopfschmerzen, mit denen sie heute Morgen bereits erwacht war, hatten zugenommen.
Thea Dorn, geboren 1970 bei Frankfurt am Main, machte eine Ausbildung in klassischem Gesang. Anschliessend wandte sie sich dem Studium der Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und an der Freien Universität Berlin zu, wo sie eine Zeitlang
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„Der besondere Krimi”

20.10.2006

Rezension von Andrea

Mit Sicherheit nicht für empfindliche Gemüter geeignet!
Dieser Krimi ist genial konstruiert, die Protagonisten gut gezeichnet. Thea Dorn ist eine Entdeckung!

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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„Deutscher Krimipreis???”

von einer Kundin oder einem Kunden

Die Story ist in meinen Augen ziemlich überdreht und stellenweise wirklich ekelerregend, nicht zuletzt auch wegen der teilweise extrem vulgären Sprache der Figuren. Alles in allem leider eher pervers als wirklich spannend.

1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.

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