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Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman. Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis 2008, dem Deutschen Buchpreis 2008 und dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2009 von Uwe Tellkamp (buch)
Rezension von Sandra
...im wahrsten Sinne des Wortes - man muss auch mal beissen, um die knapp tausend Seiten konzentriert durchzulesen: Tellkamps Sprache ist nicht immer einfach, oft grossräumig umschreibend, aber immer sehr gut.
Die Geschichte - die Geschichten - zog mich in ihren Bann, egal, wie exakt die Verhältnisse geschildert werden, egal, wie elitär die Bewohner der Turms sind oder nicht sind, denn im Vordergrund steht eben nicht die DDR, sondern die Menschen, die im Turm leben: Tellkamp ist kein Lehrer, sondern ein (guter!) Geschichtenerzähler!
Der Vergleich mit Mann hinkt natürlich, obschon augenfällig Parallelen bestehen. Die Nähe zu Christian ist offensichtlich, es ist die Figur, die am klarsten fassbar ist, bei allen anderen dürfte Tellkamp noch selbstbewusster sein...
Rezension von HT aus Berlin
Ich habe das Hörbuch nach der 3. CD in die Ecke geworfen. Elitäres Gejammer von Leuten, denen es besser ging als dem Durchschnitts-DDR-Bürger und die ja ach so viel zu erleiden hatten, weil sie damit noch nicht zufrieden waren. Weder ein allgemeingültiges Bild der DDR, noch ein interessantes. Wer dieses Buch so heftig lobt und auszeichnet, kommt sicher aus dem Westen und findet hier sämtliche Vorurteile, die er hat, auf's Beste bestätigt.
Einfach grottenschlecht!
von einer Kundin oder einem Kunden
"Der Turm", diese Geschichte aus einem versunkenen Land, gleichsam Märchen, Parabel, Erinnerungsort. Es könnte auch heissen: "Für euch, die ihr nicht dabei wart" oder "Es war einmal...". So genau, mit so viel Liebe, Humor, Ernsthaftigkeit, Respekt führt uns Uwe Tellkamp durch die letzten Jahre der DDR. Alles beginnt im Dresdener Villenviertel "Weißer Hirsch" und alles beginnt mit den Familien und Biografien der Bewohner dieser Häuser. Und wir beobachten einen Kosmos der Möglichkeiten, Notwendigkeiten, Abhängigkeiten. Am Ende werden sich die Leben aller Beteiligter verändert haben. Für die einen wird es das Ende der Unterdrückung, der Gefangenschaft sein, für die anderen der Niedergang einer nostalgischen Idee. Für den Leser ist es das breite Panorama mit dem Blick für die kleinsten Details das dieses Geschichte des Niedergangs eines Staates mit dem Fokus auf seine Menschen so lesenswert macht.
von einer Kundin oder einem Kunden
Uwe Tellkamp hat einen großen Gesellschaftsroman geschrieben, der den Menschen, den Zuständen in den letzten Jahren der DDR ein ehrliches, berührendes Denkmal setzt.
Die bürgerliche Herkunftswelt des Autors im Villenviertel Weißer Hirsch am Rande von
Dresden wird akribisch, liebevoll und dabei nicht unkritisch beschrieben. Die Schilderungen sind detailverliebt und verlangen denen, die nur temporeich- oberflächlich zu lesen gewohnt sind, möglicherweise zu viel Geduld ab. Wer aber Gefallen an langen, schön geformten Sätzen, interessanten Wortbildungen und guten Gedanken finden kann, wird seine Freude an der Lektüre haben.
Uwe Tellkamp setzt nicht nur den Menschen seiner Kindheitsumgebung, ihrer Trauer um die verfallenden Häuser, Villen, maroden Kunstdenkmäler in Dresden ein Denkmal, er setzt es auch anderen Orten in der DDR, die zunehmend dem Verfall und der Trostlosigkeit preisgegeben waren. Er setzt ein Denkmal der geistigen Bedrückung, die in den Schulen, in der Armee, in den Betrieben, in allen Bereichen des Lebens herrschte.
Ein wichtiges, großes Buch, das kunstvoll eine vergangene Lebensrealität festhält, ein Roman auch gegen das Beschönigen und gegen das Vergessen.
von einer Kundin oder einem Kunden
Monumentales Epos, das an Thomas Manns Zauberberg erinnert. So wie dort die untergehende Zeit des Wilhelminismus vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben wird, so sind es hier die sieben letzten Jahre der DDR, gespiegelt am Dresdner Bildungsbürgerturm. Der Kompass dieser geschlossenen Gesellschaft im Wohngebiet Weißer Hirsch ist, wie es heißt, immer auf Weimar ausgerichtet. Man gibt Hauskonzerte, liest die deutschen Klassiker. Nur für geübte Leser! Erst wenn man die ersten 100 Seiten bestanden hat, kommt man nicht mehr los. Tiefgründig, sprachlich meisterhaft!
Rezension von Werner Jaroschek aus Duisburg
Tellkamp: Der Turm
Es war eine sehr gute Idee, dem Buch ein Faltblatt mit den Namen und der Kurzbiographie der Bewohner des Turmes beizugeben. Das erleichtert das Lesen dieses 973 Seiten starken Wälzers erheblich, behält man doch so den Überblick über die Entwicklung der handelnden Personen. Tellkamp schildert am Beispiel symptomatischer Personen Schüler /Soldat- Arzt- Funktionär- Verlagslektor- Wissenschaftler u.a. die Wirklichkeit und den allmählichen Zusammenbruch der DDR, also den Zeitraum 1982 bis zum 9. November 1989. Durch die Schilderung des Verhaltens so unterschiedlicher Personen Oppositionelle- Opportunisten- - Menschen, die sich in die Privatheit zurückgezogen haben und natürlich auch absolut Hörigen des Systems entsteht ein Bild der DDR, wie man es in seiner Wirklichkeitstreue bisher kaum zu lesen bekam.
Das Buch fordert den Leser heraus. Leicht zu lesen ist es nicht, denn Tellkamp ist bemüht, gute Literatur zu schreiben. Dem Schriftsteller Tellkamp ist leicht zu folgen; der um hohe literarische Qualität bemühte Dichter baut zuweilen sprachliche Hürden auf, die nicht leicht zu überwinden sind. Manches ist im Qualitätsanspruch mehr gewollt als gekonnt. Der Lektor hätte dem Autor geholfen, wenn er die ersten ca. 50 Seiten gestrichen und den gesamten Text um 300 Seiten gekürzt hätte.
Jaroschek
Rezension von Christiane Graf aus Dresden (Dr.-Külz-Ring)
Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in den letzten DDR-Jahren. Für mich jedenfalls war es ein großer Genuß.
von einer Kundin oder einem Kunden aus Essen
Ich habe dieses Buch nicht zu Ende gelesen, ich musste mich zwingen bis zur 1/2 durchzuhalten. Und das war eine regelrechte Qual.Denn der Sprach- und Erzählstil des Autors machen es dem Leser sehr schwer gefallen zu finden.
Man muss schon ein Liebhaber der DDR Zeit sein um sich in die Gedankenwelt des Autors zu begeben.
Dieses Buch kann man leider nicht blind kaufen.
1 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Rezension von Athanasius Pernath
Uwe Tellkamp beschwört mit absoluter Sprachschönheit die letzten Jahre der siechen DDR herauf. Die Protagonisten, mehrere Generationen des Dresdner Bildungsbürgertums, erfahren die Normalitäten, bizarren Merkwürdigkeiten
und Zwänge der SED-Herrschaft. Die verblüffende Detailbesessenheit macht dieses Buch für die, die dies erlebt haben zu einer großen Erinnerungsschau. Alle anderen bekommen einen einmaligen Blick in diesen zum
Untergang verurteilten deutschen Staat.
28 von 29 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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