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Wie Erfahrungen unsere Gene steuern von Bruce Lipton (buch)
Rezension von Lena Waider aus Wiesbaden
Ein insgesamt sehr widersprüchliches Buch, aus dem ich kaum wirklich neue Erkenntnisse entnehmen konnte.
Anfangs erfährt man einiges über den Lebensweg des Autors. Und ja: Offenbar lässt es sich auf Montserrat sehr gut leben, jedenfalls wurde er in diesem Insel-Paradies "langsam menschlicher" (S. 23). Dorthin hatte es ihn verschlagen, nachdem ihm ein Banker den Antrag auf eine Hypothek abgelehnt hatte (S. 22), also jemand, den man heute - angesichts der aktuellen US-Bankenkrise - als verantwortungsvoll bezeichnen würde.
Liptons Buch gleicht in einigen Kernaussagen sehr stark dem aktuellen Buch von Joachim Bauer Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus. Interessanterweise wird er von letzterem aber nicht einmal erwähnt. So heißt es auf S. 24: "Mir fiel auf, dass die moderne Biologie die wichtige Rolle der Kooperation viel zu wenig beachtet, weil sie aufgrund ihrer darwinistischen Wurzeln die Konkurrenz so sehr betont."
Entsprechend wird fleißig an der Lehre Darwins herumkritisiert, ohne ihr etwas Neues entgegenzustellen. Denn die Frage ist doch: Wie sonst lässt sich Evolution erklären? Außerdem basiert die Darwinsche Theorie nicht auf Konkurrenz (höchstens in ihrer ursprünglichen Formulierung), sondern auf dem Selbsterhalt von Lebewesen, den auch Lipton akzeptiert.
Lipton macht deutlich, dass er ein Anhänger des Lamarckismis (Vererbung erworbener Eigenschaften) ist. Darwin glaubte allerdings selbst noch daran. Erst mit den Weismannschen Experimenten begann ein Umdenken in der Biologie. Darüber schreibt Lipton, dass Weismann versucht habe, Lamarck lächerlich zu machen (S. 42). Dazu muss man allerdings wissen, dass Lamarck von 1744-1829 gelebt hat und Weismann von 1834-1914. Für Lipton ist Lamarck der eigentliche Begründer der Evolutionstheorie (was nicht zutreffend ist).
Lipton kritisiert an verschiedenen Stellen den wissenschaftlichen Reduktionismus der modernen Biologie. Sonderbarerweise hält er die Newtonsche Lehre für Reduktionismus, die Quantentheorie dagegen für etwas ganz anderes, weswegen er in seinem Buch eine reichliche Prise Quantenphysik einstreut, ohne wirklich zu erläutern, wofür er sie braucht und was damit erklärt wird.
Gleichzeitig entpuppt er sich selbst als Reduktionist, denn er reduziert Lebewesen auf ihre Zellen (S. 26): "Sie halten sich vielleicht für ein Individuum, aber als Zellbiologe kann ich Ihnen versichern, dass Sie eigentlich eine kooperative Gemeinschaft aus ungefähr 50 Billionen einzelligen Mitgliedern bilden. (...) So wie eine Nation den Charakter ihrer Landsleute widerspiegelt, so spiegelt unser Menschsein die grundlegenden Charakteristika der zellulären Gemeinschaft wider."
Genau das wird von Systemtheoretikern heftig bestritten ("Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Komponenten."). Diese gehen nämlich davon aus, dass Systeme emergente Eigenschaften ausbilden können, die sich nicht aus dem Verhalten oder den Eigenschaften seiner Teilkomponenten erklären lassen.
Ansonsten geht es im gesamten Buch sehr esoterisch zu. Hoffnungsfrohe Sätze wie (S. 26) "Wir können unser Leben so gestalten, dass es voller Frieden, Glück und Liebe ist." oder (S. 27) "Will er damit etwa sagen, dass die Menschen Gott sind? Ja, das will ich damit sagen." wird man reichlich finden.
Sehr interessant sind dagegen die Ausführungen über die Zelle, die Zellmembran, das Human-Genom-Projekt und die Epigenetik. Hiervon scheint der Autor in der Tat sehr viel zu verstehen.
3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
von einer Kundin oder einem Kunden aus Mörfelden-Walldorf
Das Buch ist jeden Euro wert. Es macht spass zu lesen und ist gleichermaßen überaus informativ.
Und was mir so gut daran gefällt, es ist nit zu esoterisch geschrieben.
Rezension von volker becker aus höchstenbach
Wir nehmen nur das wahr was unsere Sinne uns erlauben wahrzunehmen. Wir sind sozusagen Gefangene unserer Sinne. Ob da draussen wirklich die Realität existiert welche wir interpretieren ist fraglich. Seit menschengedenken beschäftigen sich Philosophen mit der Frage ob außerhalb unseres Bewußtseins eine unabhängige objektive Realität existiert. Die neuesten Erkenntnisse der Neuromedizin und der Quantenphysik belegen, dass der materialistische Reduktionismus nicht mehr aufrecht gehalten werden kann. Was Buddhisten schon lange wissen wird nun bestätigt: Bewußtsein und Geist erzeugen die Realität. Leider kratzt dieses Buch nur an der Oberfläche der Thematik. Wer tiefer in das Mysterium unserer Existenz eintauchen will dem sei das Buch GOTTES GEHEIME GEDANKEN und/oder BLEEP empfohlen !
4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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Rezension von Roman aus der Schweiz
Die Schulmedizin muss noch einmal überdacht werden. Mit den bahnbrechenden Erkenntnissen von Bruce Lipton wird dem Mysterium Mensch eine weitere Wahrheit entlockt. Für Mediziner, Biologen oder Nichtfachmänner geeignet. Auf einfach verständliche weise führt uns Lipton durch die Zellbiologie. Mit anschaulichen Bildern und Gedankenbrücken lässt er vor unserem geistigen Auge eine phantastische Welt entstehen, deren Wirklichkeit uns erst zu dem macht was wir sind; deren Greifbarkeit uns aber zuvor, in seiner Gesamtheit nicht zu Bewusstsein kam.
Das Gebiet auf dem sich der Autor aufhält scheint überschaubar, doch die interdisziplinäre Weiterführung und die finale Erkenntnis streift schon mal die Quantenphysik, fraktale Geometrie und Techniken wie Psycho-k.
Für alle Leser geeignet die ihren Horizont erweitern wollen, um zu verstehen wie wir funktionieren und wie wir unser mitgegebenes genetisches Potenzial voll ausnutzen können.
4 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
von einer Kundin oder einem Kunden aus Courtemaîche
Nach langer Zeit, d.h. so in etwa seit den spannenden Büchern von Fritjof Capra endlich wieder einmal ein Buch von jemandem, bei dem man auf eine Wiese Neues lernen kann, die einfach Spass macht, und auch wie Bruce Lipton auf zentrale Lebenfragen eingeht und diese beantwortet hat es in sich. Einfach lesens- und empfehlenswert, mögen diesem Buch tatsächlich Flügel wachsen, so dass es ganz viele Menschen erreicht!
1 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Rezension von Leopold Schikora,Therapeut und Dozent aus Bremen Top-100 Rezensent
Es ist in der Tat ein Buch das viele sg. unerklärbare Phänomene erklärt. Es zeigt was für ein enores Machtpotenzial in uns allen steckt und wie wir ihm auch konstruktiv und bewußt nutzen können. Dieses Buch kann unsere Vorstellung von den Auswirkungen unseres Denkens und Fühlens für immer verändern,wenn wir für diese erstaunliche Erkenntnisse offen genug sind.Es gibt keinen Schicksal,außer dem einen,denm wir uns selbst erschaffen.Ich muß ehrlich zgeben,daß es das erste Buch des Koha-Verlages ist,das mich in seiner Vollständigkeit zufriedengestellt hat.Die meisten Bücher dieses Verlages haben mich manchmal sogar zum größten Teil enttäusch aber nicht dieses.
9 von 11 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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von einer Kundin oder einem Kunden
Intelligente Verknüpfungen C. G. Jung nennt dies Synchronizität sind keine Zufälle. Ich habe mich intensiv mit der Funktion der Gene und Zellen bei der Recherche für ein eigenes Buch beschäftigt . Da schickte mir der Verleger Konrad Halbig die Übersetzung des Buches von Bruce Lipton. Ich war sofort von dem spannenden und lebensnahgen Buch fasziniert und las es sehr schnell ... Der Autor war mir sympathisch, weil er biographische Elemente einbezieht. Und er konnte mir wesentliche Fragen beantworten!
Der Hype um die Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahre 2000 hat etwas nachgelassen, nachdem man feststellte, dass die Genbibliothek, die in der DNS-RNS-Doppelhelix im Zellkern gespeichert ist, nur einen kleinen Teil des Mysteriums des Lebens beantworten kann. Gene sind keine Autisten! Sie steuern nicht nur, sondern werden auch gesteuert. Doch die ganzen verwickelten Mechanismen der Genaktivierung sind so undurchsichtig, das die Entschlüsselung bisher kaum etwas gebracht hat. Man kennt zwar inzwischen einige Gene, die das oder jenes tun, doch man weiß überhaupt nicht, welche Rolle mehrere Gene in diesem verwickelten kybernetischen Regelkreis zusammen spielen.
Dr. Lipton hat durch seine jahrzehntelangen Forschungen belegt und entdeckt, dass noch andere Faktoren für die Zellreproduktion und die Körperfunktionen maßgebend sind. Die Gene schalten sich nur an oder aus, wenn irgendetwas, zum Beispiel ein Botenstoff, ein Hormon, ein Protein gebraucht wird. Viele äußere Einflüsse, die Lipton als epigenetische Faktoren bezeichnet, haben großen Einfluss auf die Genaktivierung. Darüber hinaus und das ist das Entscheidende an seiner Theorie - ist die ganze Zelle am Prozess beteiligt. Das kann man sich leicht vorstellen, wenn man weiß, dass die 2 m lange Doppelhelix verteilt auf 23 Doppelchromosomen im Zellkern nur 1,2% des Zellraumes einnimmt. Wäre sie von größerer Bedeutung, hätte die Zelle ihr mehr Platz zur Verfügung gestellt, dieser ist ja durchaus vorhanden.
Was ist also die Zelle? Sie besteht aus einer Membran, die selbständig bestimmt, welche Nährstoffe und Informationen sie hineinlässt. In der Zelle verteilt liegen im Zellplasma weitere eigenständige Organellen wie die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, und die Ribosomen, die wiederum Enzyme herstellen und Einfluss auf die Gene haben. Des Weiteren müssen sich die 50 Billionen Körperzellen untereinander abstimmen. Alle diese komplexen Vernetzungen, die in Wechselwirkung mit unseren Gedanken, Gefühlen, Handlungen und Erfahrungen stehen, sind bis heute in keiner Weise verstanden.
Ein Geheimnis konnte Dr. Lipton dennoch lüften: die Zelle hat ein eigenes Gehirn, das er in der Zellmembran ansiedelt. Dieses Gehirn leitet die Botschaften von außerhalb der Zelle in die innere intelligente Zellfabrik weiter. Umwelt, menschliches Gehirn, Körperzellen und Gene sind alle in einem außerordentlichen systemischen Prozess miteinander verwoben.
Um einen kleinen Einblick in diese Komplexität zu gewinnen, kann ich dieses Buch für jeden Interessierten nur empfehlen. Wer bis dahin an das mechanistische Paradigma der materialistischen Wissenschaft geglaubt hat, wird durch dieses Buch eines Besseren belehrt. Und die Leserinnen und Leser, die ihr Wissen um die Intelligenz in der Evolution erweitern und konkretisieren möchten, finden viele anregende und spannende neue Erkenntnisse.
Bruno Martin, August 2006
(Autor des Buches: Intelligente Evolution, erscheint Sommer 2007.)
7 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
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