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Die Geschichte des Auges; Madame Edwarda; Meine Mutter; Der Kleine; Der Tote. Dtsch. Übers. u. Nachw. v. Marion Luckow von Georges Bataille (buch)
Rezension von John Müller aus Potsdam
Zum ersten Mal ist mir Batailles sehr spezielle Denke in "Die Tränen des Eros" begegnet, einer historischen Abhandlung von suchendem, tastendem Charakter über den Menschen und seine Erotik.
Die Erregtheit hielt vor, diese ganz seltsame Art des sinnlichen Aufgewühltseins. Schließlich habe ich mir den Prosa-Band "Das obszöne Werk" gekauft - und war so erstaunt wie hin und weg. Ich nehme an, dass es nur wenige Autoren gibt, die allein durch Worte eine derartige Ekstase zu inszenieren vermögen wie Bataille. Eine Ekstase, die bei aller sexuellen Explizitheit (Sex, Urin, Blut, Tod etc ...) weit über das Physische hinausreicht, dieses viel eher als "Rahmen" für eine umfassenede Erotik betrachtet/ benutzt, die den Menschen tief in seinem Innern erschüttert.
"Das obszöne Werk" ist gewiss kein leichtes Lesevergnügen und vermutlich nur für eine verhältnismäßig geringe Zahl an Lesern als sexuelle Stimulanz einsetzbar.
Uhsig ist hier so gar nichts.
Doch gerade dieser spezielle Ansatz der "nicht-pornographischen Pornographie" macht es für mich zu einem der besten erotischen Bücher überhaupt.
von einer Kundin oder einem Kunden
Dies Werk ist nun tatsächlich ein Klassiker. Aber Vorsicht mit vorschnellen Kategorien! Wer ist Bataille? Ein Schriftsteller, ein Philosoph, ein Anthropologe, ein Wissenschaftler. Er ist alles und nichts davon. Er entzieht sich den klaren Grenzen und ihm gelingt es, sich einen ganz eigenen Raum zu schaffen.
Das vorliegende Werk ist zurecht als "obszön" betitelt, gleichwohl ist es nicht pornographisch. Ganz ähnlich wie bei de Sade muß es
dem Leser schwerfallen, das Werk erotisch zu lesen. Sicherlich, es stellt sich hier und da Erregung ein, aber diese Erregung macht nicht im oberflächlich-Erotischen Halt, sie taumelt und dreht sich vielmehr weiter bis zum Unsagbaren. Hier kann sich dann vielmehr Angst einstellen. Das genau ist von Bataille beabsichtigt, den Leser als Subjekt seiner Verkapselung zu entreißen, das Buch, der Text ist nicht mehr ein benutzbares objektives Ding, es findet eine Transgression statt, eine Grenzüberschreitung die eine innere Erfahrung evoziert, auf das Unmögliche verweisend.
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© buch.ch – Online Das obszöne Werk. rororo Taschenbücher, Band 12893 von Georges Bataille bestellen